Kölner Wappen     Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt  
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Kölner Stadtgeschichte
mit Kölns geschichtlichen Epochen

Historische Persönlichkeiten der Kölner Stadtgeschichte

überarbeitet: Febr.2016
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Themenseite des privaten Web-Informations-Projekts "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt".  Dieses private Web-Projekt verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen!



Historische Persönlichkeiten der Kölner Stadtgeschichte
  Von Agrippa und Agrippina über Albertus Magnus und Stefan Lochner bis Konrad Adenauer und Heinrich Böll
mit vielen anderen Persönlichkeiten der geschichtlichen Epochen Kölns


0. Vorbemerkungen und Inhalt

In Ergänzung der Rubrik Kölner Geschichte mit den Themenseiten Das Römische Köln, Das Mittelalterliche Köln und Das Neuzeitliche heutige Köln sowie der Themenseite Kölner Denkmäler werden einige historische Persönlichkeiten der Kölner Stadtgeschichte vorgestellt. Aufgeführt sind in dieser Zusammenstellung diejenigen bedeutenden historischen Persönlichkeiten der Kölner Geschichte, die in Köln geboren sind und/oder einen wichtigen Bezug zu Köln aufweisen (ausgewählt nach  persönlicher Wertung des Autors)!

Historisch und kulturell umfaßt die Stadtgeschichte Kölns - grob gegliedert - drei gechichtlichen Epochen. Diese Epochen Kölns werden in den nachfolgend genannten drei Themen-Seiten der Rubrik "Kölner Geschichte" dieses Internetauftritts näher beschrieben:

Römisches Köln
                                                                          
um 19 v. Chr. - um 455 n. Chr.
ab 50 n. Chr. Status einer Colonia (Stadt römischen Rechts)
ab um 90 n. Chr.  römischen Provinzhauptstadt
zeitweise Kaiserresidenz
Mittelalterliches Köln um 455 - um 1500

mit mittelalterlichen Strukturen bis in die frühe Neuzeit (1794)
um 460 - 8. Jhdt. Residenzstadt der Franken
953 - 1288 Residenzstadt des Kurfürstentum Köln
ab 1288 de facto und ab 1475 bis 1794 de jure Freie Reichsstadt
Neuzeitliches Köln - Köln heute ab um 1500
1794 - 1814 Stadt mit französischer Besatzung
1815 - 1918 preußische Festungsstadt
ab 1918 republikanische Stadt, aktuell größte Stadt in NRW und viertgrößte in der BRD


Inhalt

1. Persönlichkeiten des Römischen Köln
2. Persönlichkeiten des Mittelalterlichen Köln
3. Persönlichkeiten des Neuzeitlichen Köln

Siehe Hinweise.

Eines der kölschen Gesetze:
Jede Jeck is anders! oder wie es auf einer Demo gegen Fremdenfeindlichkeit mal entdeckt wurde: Jede Jeck is von woanders!
Diese kölsche Verhaltensregel ist eine Art Bekenntnisse zu Toleranz und Nachsicht dem anderen gegenüber und auch Toleranz gegenüber Fremden (Flüchtlingen).



1. Persönlichkeiten des Römischen Köln (um 19  v. Chr. bis um  455 n. Chr.)
 
"Kölsche Römer"

 Agrippa
Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Agrippa (Altes Museum Berlin)
Altes Museum/Berlin
Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Agrippa
 
Louvre/Paris

Marcus Vipsanius Agrippa (um 63 v. Chr. - 12 v. Chr.) war ein römischer Feldherr sowie Vertrauter und Schwiegersohn des Octavianus (des späteren Augustus). Octavian regierte mit dem Ehrennamen Augustus (der Erhabene) von 27. v. Chr. bis 14 n. Chr. als Princeps das römische Reich und begründete das römische Kaisertum. Mit der zeitweisen Übertragung der tribunizischen Gewalt war Agrippa in dieser Zeit Vertreter des Augustus. Er leitete mit Octavian die Flotte, die bei Actium 31 v. Chr. den entscheidenden Sieg im Seekrieg gegen Antonius und Kleopatra errang. Um 39/38 und um 20/19 v. Chr. war Agrippa Statthalter in Gallien. In dieser Zeit (nach Meinung der meisten Historiker um 19 v. Chr.) siedelten die Römer die zuvor rechtsrheinisch ansässigen germanischen Ubier, die mit den Römern verbündet waren, im Gelände des späteren linksrheinischen Köln an und gründete die römische Ubiersiedlung "Oppidum Ubiorum", aus der später die römische Colonia wurde. Der zu dieser Zeit in Rom als Prinzeps regierende Augustus ließ diese Siedlung ab 7  v. Chr. zu einem zentralen Ort ausbauen, der später Provinzhauptstadt werden sollte und auch wurde. Agrippa gilt somit (zusammen mit dem Augustus) als Gründer Kölns.
 

Germanicus


Germanicus (15 v. Chr. - 19  n. Chr.), Neffe und Adoptivsohn des Kaisers Tiberius, verheiratet mit Agrippina der Älteren, Vater u. a. des späteren Kaisers Caligula und von Agrippina der Jüngeren, war ein römischer Feldherr. Germanicus erhielt um 13 n. Chr. den Oberbefehl über die Rheinarmee und war Statthalter der gallischen Provinzen mit Sitz im der von Agrippa gegründeten Siedlung "Oppidum Ubiorum", der späteren Colonia. Seine in der Ubiersiedlung geborene Tochter Agrippina löste 50 n. Chr. die Übertragung der römischen Stadtrechte einer Colonia an die Ubiersiedlung aus, was für die weitere Entwicklung des Römischen Köln von enormer Bedeutung war. Germanicus unternahm in den Jahren 14 bis 16 n. Chr. mehrere Feldzüge gegen die rechtsrheinischen Germanen. Er wurde aber vom Kaiser Tiberius von dort abberufen und 17 n. Chr. in den  Osten des Imperiums gesandt. Germanicus starb dort unter ungeklärten Umständen (angeblich vergiftet).

Agrippina
Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Agrippina
 Tetradrachme

gemeinfrei

Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Agrippina
Skulptur am Rathausturm

Iulia Agrippina (* 06.11.15 n. Chr im Römischen Köln (im Oppodium Uborium), † 59), zur  Unterscheidung von ihrer Mutter oft Agrippina die Jüngere (lateinisch: Agrippina minor) genannt, war eine Tochter des Heerführers Germanicus und der Vipsania Agrippina (Agrippina die Ältere) und eine Urenkelin des Augustus, des Begründers der römischen Kaiserzeit, sowie eine Schwester des späteren römischen Kaisers Caligula. Aus der ersten Ehe der Agrippina d. J. mit einem Senator stammte der Sohn Nero, der spätere ein berüchtigter Kaiser wurde. 49 heiratete Agrippina ihren Onkel, den Kaiser Claudius, den sie 54 vermutlich vergiften ließ, um ihren Sohn Nero an die Macht zu bringen. Dieser ermordete seinerseits 59 seine Mutter. Agrippina war eine der mächstigsten Frauen im Römischen Imperium (Bruder, Ehemann und Sohn waren Kaiser!).

50 n. Chr. veranlaßte Agrippina ihren Ehemann, den Kaiser Claudius, ihre Geburtsstadt Oppidum Ubiorum (gegründet um 19. v. Chr.), das heutige Köln, in den Rang einer römischen "Colonia", dem höchste Stadtrecht im Imperium, zu erheben. Diese Bürger-Colonia erhielt den Namen "Colonia Claudia Ara Agrippinensium"  - abgekürzt CCAA -. Dies war für die weitere Entwicklung der antiken Siedlung von enormer Bedeutung, denn damit kam Köln in der römischen Städte-Hierarchie ganz nach oben und die Bürger waren fortan den Römern gleichgestellt. Und diese Bedeutung setzte sich hierauf aufbauend in den folgenden historischen Phasen fort. Das Jahr 50 ist Bezugsjahr für die "Geburtstagsfeiern" Kölns. Erstaunlich ist, dass Agrippina angesichts dieser großen Verdienste für Köln zwar seit jeher einen guten Namen in der Stadt hatte, aber denkmalmäßig relativ wenig gewürdigt wird. Ob das mit ihrem etwas zweifelhaften Werdegang zusammenhängt? Allerdings wurde sie 2015/2016 im Römisch-Germanischen-Museum mit einer Ausstellung bestens gewürdigt: "Agrippina - Kaiserin aus Köln" (20.11.2015 - 29.03.2016), wobei sie zwar mächtig, aber im eigentlichen Sinne keine Kaiserin war. Das antike Köln war übrigens die einzige Stadt im antiken römischen Imperium, die nach einer Frau benannt worden war.

In der Gaststätte Zims am Kölner Heumarkt ("Heimat kölscher Helden") heißt es in einer "Heldenkladde" (Zitat): "Eine Mutter mit lebensgefährlicher Treue.Eine kölsche Heldin bleibt ihrer Heimat treu. Agrippina die Jüngere ging sogar noch einen Schritt weiter und ließ ihren Geburtsort – unser Köln – gleich zum Abbild Roms, zur römischen Provinzhauptstadt, zur Colonia erheben. Nicht nur der Name blieb, Köln blühte auf. Agrippina weniger, denn obwohl sie ihrem Sohn Nero auf den römischen Kaiserthron half, ließ er sie ermorden."

Claudius
Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Claudius

Claudius wurde am 01.08.10 v. Chr. als Tiberius Claudius Nero Germanicus in Lugdunum, dem heutigen Lyon, geboren. Von Geburt an war er leicht körperbehindert. Als sein Neffe, Kaiser Caligula, 41 n. Chr. ermordet worden war, riefen die Prätorianer ihn zum Kaiser aus und verhinderten so, dass der Senat die Republik wiederherstellte. Gegen Ende seiner Regierungszeit wurden ihm Frauen zum Verhängnis. Seine dritte Frau Messalina ließ er 49 wegen Zügellosigkeit und Untreue hinrichten. Kurz danach heiratete er unter Änderung der bestehenden Gesetze seine Nichte Agrippina die Jüngere, was in Rom als Blutschande galt. Agrippina setzte in dieser Ehe ihren aus ihrer ersten Ehe stammenden Sohn Nero als Erben durch. Sie vergiftete vermutlich Claudius am 13.10.54.

50 n. Chr. erhob Claudius auf Veranlassung seiner Frau Agrippina deren Geburtsort Oppidum Ubiorium (das heutige Köln) in den Rang einer römischen "Colonia", dem höchste Stadtrecht im Imperium, mit dem Namen "Colonia Claudia Ara Agrippinensium  (CCAA)". Claudius gilt damit mit seiner Frau Aggripina als der Begründer der Colonia und als einer der Gründer Kölns (mit Agrippa und Augustus).

Die Gründer Kölns sind
  • als Erstgründer
    • der römischen Statthalter und Feldherr Agrippa, der um 19 v. Chr. die Ubiersiedlung Oppidum Ubiorum gegründet hat, und
    • der Princeps  Augustus, der zum Zeitpunkt der Gründung der Ubiersiedlung das Römische Imperium regierte und die Siedlung ab ca. 7 v. Chr. zur späteren Größe und Bedeutung ausbauen ließ, sowie
  • der römische Kaiser Claudius, der auf Veranlassung seiner im Oppidum Ubiorum geborenen Frau Agrippina Köln  50 n. Chr. die Stadtrechte einer Colonia mit dem Namen "Colonia Claudia Ara Agrippinensium" verliehen hat.
Oftmals wird wegen ihrer Beteiligung an der Verleihung des Rangs einer Colonia auch Agrippina als Stadtgründerin genannt.

  Vitellius
Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Vitellius

Aulus Vitellius (ca. 12  - 69 n. Chr.) war im Jahr 69 einer der vier römischen Kaiser im Vierkaiser-Jahr in den Wirren des Bürgerkrieges nach Neros erzwungenem Selbstmord am 09.06.68. Vitellius soll herrschsüchtig und ein Trinker gewesen, bei seiner Truppe aber hoch angesehen worden sein. Vitellius nutzte die große Unzufriedenheit in der Rheinarmee und ließ sich am 02.01.69 von den germanischen Legionen in Köln zum Kaiser ausrufen, wobei ihm als Symbol für seinen Machtanspruch das Schwert des Julius Caesar überreicht wurde, das im Kölner Marstempel aufbewahrt worden war, das Archäologen jedoch leider bisher noch nicht gefunden haben. Kurze Zeit später marschierte er mit seinen Legionen nach Rom und übernahm dort die Macht. Kurz darauf wurde er jedoch von seinem Nachfolger Vespasian besiegt, aus dem Amt vertrieben und im  Dezember 69 ermordet.              
Postumus
Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Postumus
Skulptur am Rathausturm

Marcus Cassianius Latinius Postumus war von 259/260 bis 269 der erste Kaiser des bis ca. 274 existenten gallischen Sonderreiches (Imperium Galliarum), das sich um 259/260 aus den abgefallenen Westprovinzen des Römischen Reiches gebildet hatte. Postumus richtete die Residenz dieses Sonderreiches (mit einem eigenen Senat, Konsuln und Prätorianergarde) in der CCAA (heutiges Köln) ein. Nach Ermordung des Postumus um 269 verlor das Imperium Galliarum die Kontrolle über Teile seines Gebiets. Seine Nachfolger verwalteten den Rest dieses Reiches. Die Residenz wurde ca. 271 nach Treveris (heutiges Trier) verlagert.
Heiliger Gereon
Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Hl. Gereon
Figur vor St. Gereon,
Künstler:
Iskender Yediler

Gereon (* um 270, † um 304) war im 3. Jhdt. ein römischer Offizier der Thebäischen Legion. Wegen seines christlichen Glaubens soll er der Legende nach um 304 bei Köln (im heutigen Köln-Ehrenfeld) enthauptet worden sein. Er ist einer der Stadtpatrone von Köln und wird in Ritterrüstung mit Kreuzfahne dargestellt. Seine vorgeblichen Gebeine wurden erst 1121 entdeckt und werden seitdem verehrt. Nach ihm benannt ist die Kirche St. Gereon, eine der 12 großen Romanischen Kirchen Kölns. Vor der Kirche steht ein kleines Denkmal zu Ehren des Hl. Gereon (Künstler: Iskender Yediler).
 


2. Persönlichkeiten des Mittelalterlichen Köln (ab um  455 n. Chr. bis um 1500) 
 
Kölner im Mittelalter

Sigibert von Köln
(Sigibert von Ripuarien)
Kölner Persönlichkeiten/Sigibert von Ripuarien
Figur am Rathausturm

Im Zuge der fortschreitenden Zerfalls des Weströmischen Reiches zogen die Römer nach 400 aus Germanien ab. Köln wurde um 455 von den Franken besetzt und ab ca. 460 Residenzstadt des fränkischen Teilkönigreiches der ripuarischen Franken (Rheinfranken). Ab um 460/470 regierte von Köln aus Sigibert das ripuarische fränkische Teilreich. Residenzort war das vormalige römische Praetorium (fränkisch: Aula regia). Sigibert kämpfte zusammen mit dem fränkischen König Chlodwig I bei der historisch bedeutenden Schlacht bei Zülpich (um 496) gegen die Alamannen, wurde aber später vermutlich im Auftrag Chlodwigs ermordet. 507 wurde das Teilreich in das vereinigte Frankenreich Chlowigs eingegliedert.
Heilige Plektrudis
Kölner Persönlichkeiten/Hl. Plektrudis
Grabplatte in St. Maria im Kapitol
Die Heilige Plektrudis  († nach 717) stammte aus einem austrasischen Adelshaus (Austrasien = östlicher Teil des Frankenreiches). Seit ca. 670 war sie mit dem karolingischen Hausmeier (= eines der einflussreichsten Hofämter) Pippin dem Mittleren verheiratet. Von dem Paar stammen zahlreiche Schenkungen an Kirchen und Klöstern. Plektrudis ist Gründerin eines Vorläufers der heutigen bedeutenden Kirche St. Maria im Kapitol, eine der 12 großen Romanischen Kirchen Kölns, in der sie auch begraben ist.




Fotofreigabe Urheber: HOWI - Horsch, Willy

Heilige Ursula
Kölner Persönlichkeiten/Hl. Ursula
Romanische Kirche
St.Ursula, Köln
Die Heilige Ursula von Köln soll im 4./5. Jhdt. gelebt haben. Sie - eine bretonische (nach mancher älterer Lesart britische) Prinzessin - und Ihre 11 Begleiterinnen sollen in Köln den Märtyrertod durch die Hunnen gestorben sein. Im späteren Mittelalter kam die Zahl 11000 Begleiterinnen ("Jungfrauen") in Umlauf. Die Existenz der Hl. Ursula ist jedoch historisch nicht belegt, sondern entstammt den erst im Mittelalter entstandenen Legenden (ab 12. Jhdt. in verbindlicher Form), so dass Ursula heute im Allgemeinen als Legendenfigur betrachtet wird. Gleichwohl wird sie in Köln so verehrt, dass sie zu den Stadtpatronen Kölns gehört. Die Legende ist symbolisch in das Kölner Stadtwappen aufgenommen worden - mittels 11 Flammen für die 11 (11000 ?) Begleiterinnen -. Bei den Flammen handelt es sich nach überwiegender Ansicht der Historiker um Hermelin-Schwänze, was auf die Legenden-Version einer bretonischen Prinzessin hindeuten würde (Hermelinschwänze enthielt das alte Wappen der Herzöge der Bretagne).

Belegt sind Hunneneinfälle in Gallien (jedoch nicht in Köln!) um 450 und Frankeneinfälle in Köln um 355. Belegt ist ferner ein Gräberfeld aus der römisch-fränkischen Zeit mit unzähligen Knochen, die um 1106 (= zweite Stadterweiterung des mittelalterlichen Köln) im Gebiet der heutigen Kirche St. Ursula gefundenen worden sind. Sie wurden den Ursula-Begleiterinnen zugeschrieben, stammen vermutlich jedoch von den von den Römern z. Zt. der Christenverfolgung Ende des 3. Jhdt. ermordeten frühzeitlichen Christen. Die nach Ursula  benannte Kirche St. Ursula ist eine der heutigen 12 großen Romanischen Kirchen Kölns.
Diese Kirche ist im Gebiet dieses Gräberfeldes - wie schon ihre auf die Märtyrer verweisende Vorläuferkirche - errichtet worden. Eine große Zahl der gefundenen Knochen werden in St. Ursula (Goldene Kammer) aufbewahrt.

Ursula ist der Legende nach auf der Rückreise von einer Pilgerreise mit 11 Begleiterinnen nach Rom, die sie vor ihrer geplanten Hochzeit mit einem englischen Prinzen angetreten hatte, über den Rhein in Köln eingetroffen. Dort soll sie zusammen mit ihren Gefährtinnen von den Hunnen, die damals gerade Köln belagertet haben sollen (was historisch strittig ist), ermordet worden, weil sie sich dem ungläubigen Hunnen-Prinzen verweigert hatte. Sie und ihre 11 (11000?) Begleiterinnen gelten daher als Märtyrerinnen; das Martyrium war laut der Legende Ursula vor der Reise von einem Engel angekündigt worden. Diese Legende ist u. a. im Ursula-Gemäldezyklus der Mittelalter-Abteilung des Wallraf-Richartz-Museum dargestellt.

Fotofreigabe  Autor: Photographed by Hans Peter Schaefer URL: http://www.reserv-a-rt.de

Erzbischof Hildebold
Kölner Persönlichkeiten/Hildebold
Figur am Rathausturm

Hildebold (* um 750, †  818 in Köln) war der erste Erzbischof  von Köln (Bischof ab 787, Erzbischof  795 - 818). 787 hatte Karl der Große seinen Berater Hildebold zum Bischof ernannt und 795 das Bistum Köln zum Erzbistum erhoben. Mit ihm begann die glanzvolle Zeit der Kölner Erzbischöfe. Nicht zuletzt hierdurch wurde das Mittelalterliche Köln zu einer bedeutenden mittelalterlichen Metropole. Zur Kirchenprovinz Köln gehörte im Mittelalter ein riesiges Gebiet mit dem Metropolitan- (Erz-) Bistum Köln und den Suffragan-Bistümern Lüttich (bis 1559), Utrecht (bis 1559), Münster, Osnabrück (bis 1995), Minden (bis um 1648) und Bremen (bis 848/870). Ein Denkmal am Hildeboldplatz in der nördlichen Altstadt erinnert an diese wichtige Persönlichkkeit. Bestattet wurde Hildebold in St. Gereon.
Erzbischof Bruno I   Bruno (Brun) (* 925,  965) war ein Sohn des ostfränkischen Königs Heinrich I und ein Bruder des späteren Königs und Kaisers Otto I des Großen. 953 wurde er im Mittelalterlichen Köln zum Erzbischof von Köln und noch im gleichen Jahr von seinem Bruder Otto zum Herzog von Lothringen ernannt. Bruno I war somit in Köln als erster geistliches Oberhaupt seines Erzbistums und zugleich weltliches Oberhaupt seines Herzogtums. 961 salbte er seinen Neffen Otto II zum römisch-deutschen König. Bruno  verstarb auf einer diplomatischen Mission 965 in Reims. Er wurde seinem Wunsch entsprechend in dem von ihm gegründeten Kloster St. Pantaleon, heute eine der 12 großen Romanischen Kirchen Kölns, beigesetzt. Er ist eine katholischer Heiliger.

In die Amtszeit von Bruno (953 - 965) fielen wichtige Veränderungen des Stadtbildes von Köln sowie Kirchen-, Kloster- und Stiftsgründungen.

Theophanu
  Kölner Persönlichkeiten/Theophanu
Figur am Rathausturm

Theophanu (* ca. 955/960 im oströmischen Reich, † 991) war eine byzantinische Prinzessin. Sie war vom Kölner Erzbischof Gero 972 als Braut für den Kaiser Otto II vermittelt worden, mit dem sie die Rolle einer Mitherrscherin ausübte. Nach dem Tod Otto II (983) herrschte sie bis zum ihrem Tod für ihren Sohn, den Kaiser Otto III. Sie war in dieser Zeit eine einflußreiche Herrscherin. Theophanu wurde auf ihren Wunsch in der Kölner Romanischen Kirche St. Pantaleon, der Kirche ihres "Lieblings-Heiligen", begraben. Theophanu hat zu ihrer Zeit erheblich zur Entwicklung Kölns beigetragen. Folgerichtig ist sie auch an prominenter Stelle unter der Rathausturm-Figuren plaziert worden.
Äbtissin Ida
Kölner Persönlichkeiten/Ida  
Figur am Rathausturm



Ida (* um 1027; † 1060 ) war die bedeutendste Äbtissin des ehemaligen Stifts St. Maria im Kapitol, heute eine der 12 Romanischen Kirchen Kölns. Die ottonische Äbtissin Ida, Enkelin des Kaisers Otto II, hat maßgeblich den saalischen Neubau von St. Maria im Kapitol als dreischiffige Basilika mit einem Dreikonchen-Chor (kleeblattförmiger Chor) in Anlehnung an die Geburtskirche in Bethlehem mitbestimmt. Diese Kirche ist eines der bedeutendsten Werke der Kirchenbaukunst der salischen Zeit in Deutschland und des Mittelalters sowie die größte der Romanischen Kirchen Kölns. Ida wurde dort auch begraben.




Hl. Bruno von Köln
Kölner Persönlichkeiten/Heiliger Bruno von Köln

Bruno von Köln (* ca. 1035 in Köln, † 1101) - nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls heilig gesprochenen Erzbischof Bruno I - ist der Begründer des Kartäuserordens, einem katholischen Halb-Eremiten-Orden. Er war im lateinischen Abendland bis in die frühe Neuzeit der bekannteste Kölner (Bruno di Colonia, ... de Cologne oder ... of Cologne). Bruno studierte in Köln und Reims Philosophie und Theologie. Bischof Hugo von Grenoble stellte Bruno um 1084 ein Gelände im Chartreuse-Gebirge in den französischen Alpen zur Verfügung, wo Bruno mit sechs Gefährten Eremitenzellen und eine kleine Kirche errichteten, die später als "Große Kartause" - die Keimzelle des Kartäuser-Ordens - bezeichnet wurde. Eine große Statue Brunos steht im Petersdom in Rom.

Die Kölner Ordensniederlassung der Kartäuser wurde 1334 gegründet. Mit der Säkularisierung
durch die Franzosen wurde das Kloster aufgelöst. Seit 1922 ist die Kartäuser-Kirche eine evangelische Pfarrkirche. Sie liegt in der Näheder ehemaligen Mittelalterlichen Stadtmauer (Nähe Ulrepforte).
Erzbischof
Rainald von Dassel







Rainald von Dassel (* um 1120,   1167) war von 1159 bis 1167 Erzbischof von Köln und Erzkanzler von Italien.

Nach der Eroberung Mailands brachte er 1164 die Gebeine der Heiligen Drei Könige, eine Kriegsbeute, die ihm Kaiser Friedrich I Barbarossa  aus Dank für die Unterstützung in Mailand überlassen hatte, nach Köln und in den dortigen sog. Alten (karolingischen) Dom. Damit stieg das Ansehen Kölns als mittelalterliche Pilgerstadt enorm an. Um der fortan riesigen Pilgerschar diesen bedeutenden Reliquienschatz und den künstlerisch ungemein wertvollen Schrein angemessen präsentieren zu können, wurde 1248 der Grundstein für einen neuen gotischen Kölner Dom gelegt. Die Reliqiuien der Hl. Drei Könige werden durch die 3 Kronen im Kölner Stadtwappen symbolisiert.

Wenn man bedenkt, welche Bedeutung die Überführung der Reliquien der Hl. Drei Könige nach Köln für das Mittelalterliche Köln insgesamt und insbes. als Pilgerstadt hatte und welche Bedeutung der Kölner Dom heute für das Neuzeitliche Köln hat, war diese Maßnahme die beste - heute würde man sagen - Marketing-Maßnahme für Köln aller Zeiten.

Erzbischof
Konrad von Hochstaden

Kölner Persönlichkeiten/von Hochstaden

Figur am Rathausturm

Konrad I. von Hochstaden (* 1205,  1261) war von 1238 - 1261 Erzbischof  von Köln. Mitte 13. Jhdt. galt Konrad von Hochstaden als der mächtigste der deutschen Reichsfürsten. Am 07.05.1259 verlieh er der Stadt das Stapelrecht. Dies hatte große Bedeutung für die Entwicklung der Handelsmetropole Köln und damit des Mittelalterlichen Köln, denn damit hatten Köln und die Kölner Kaufleute bis 1831 das Umschlags- und ein 3-tägiges Erstzugriffsrecht auf alle - insbes. auf dem Transportweg Rhein, aber auch auf dem Landweg - in Köln zwangsweise umzuladenden Waren.

1248 legte der EB den Grundstein zum Bau des gotischen Kölner Doms, dessen Bau durch die Verlagerung der Reliquien der Heiligen Drei Könige nach Köln ausgelöst worden war. Sein Grab befindet sich im Chorumgang des Doms.

Meister Gerhard
Meister Gerhard (Gerhard von Ryle, lateinisch: Meister Gerardus) (* um 1210, † um 1270 in Köln) war der erste Kölner Dombaumeister des Kölner Doms. Seine genaue Herkunft ist unbekannt (Franzose oder von der Mosel). Er war ein in dieser Zeit äußerst bekannter Baumeister. Sein Vorbild für den Kölner Dom war die Kathedrale von Amiens. Nach einer Kölner Sage soll er sich nach einer verlorenen Wette mit dem Teufel von einem Domgerüst gestürzt haben. Historisch belegt ist der tödliche Fall vom Gerüst tatsächlich - ob nun wegen des Teufels oder aus anderen sagenhaften oder eher weltlichen Gründen oder aber schlicht durch einen Unfall - sei dahingestellt.

Albertus Magnus
Kölner Persönlichkeiten/Albertus Magnus
Albertus
Kölner Persönlichkeiten/Albertus Magnus
Denkmal vor der
Uni Köln
Stele zu Albertus Magnus in Köln Stele zu Thoma von Aquin in Köln
Zeitgenossen von Albertus:
Thomas von Aquin und Duns Scotus

Albertus Magnus  (* um 1200, † 1280 in Köln) gilt als einer der größten Gelehrten des Mittelalters und Begründer der modernen Wissenschaften. Er war der erste große christliche Aristoteliker (Aristotelismus nennt man das Wissenschaftssystem, das aus dem Gedankengut des griechischen Philosophen Aristoteles entwickelt worden ist.) und der bedeutendste deutsche Philosoph und Theologe des Mittelalters sowie ferner Mediziner und Naturforscher ... also ein Universalgelehrter. "Albertus von Köln" (so sein Namen im Mittelalter) ging als "Albertus der Große" und aufgrund seiner universellen Bildung als "Doctor universalis" in die Geschichte ein.

1223 trat Albertus in den Dominikaner-Orden ein, absolvierte sein Noviziat in Köln, nahm hier sein Theologie-Studium auf und wurde in Köln zum Priester geweiht. Anschließend studierte Albertus an verschiedenen dominikanischen Klosterschulen und lehrte als Professor der Theologie an der Universität Paris.1248 kam Albertus erneut nach Köln. In dem 1221 gegründeten Dominikaner-Kloster "Heilig Kreuz" leitete er das von ihm 1248 als erste Ordenshochschule auf deutschem Boden gegründete "Studium Generale" (= Bezeichnung für die großen Schulen des Mittelalters für die philosophischen und theologischen Fächer nach dem Muster der Pariser Universität). Diese Ordenshochschule war die erste deutsche Hochschule. Ab dem späten 13. Jahrhundert wurde einem Studium Generale nach Lizenzierung durch Papst, Kaiser oder König das Recht zur Verleihung von akademischen Graden zuzugestanden. Aus der Ordenshochschule ist 1388 mit Genehmigung durch Papst Urban VI die von der Stadt Köln gegründete Universität Köln hervorgegangen, eine der ältesten Unis Europas und die erste bürgerliche Universität Deutschlands.

1254 zog Albertus Magnus weiter, kehrte aber dann 1270
endgültig zurück in das Dominikaner-Kloster "Heiliges Kreuz" in Köln. Seine Gebeine ruhen heute in der Krypta der Romanischen Kirche St. Andreas in Köln. Das Kloster und damit das Kölner Studienhaus des Ordens ist 1802 von den Franzosen aufgelöst worden. Sein Denkmal steht vor dem Haupteingang der Kölner Universität. Köln verdankt Albertus die Entwicklung zu einem Zentrum universitärer Bildung und wissenschaftlicher Forschung. Der Förderkreis "Albertus-Magnus-Stiftung" will (Zitat) "einen der größten Söhne der Stadt" künftig stärker in das Bewußtsein Kölns rücken.

Sein bedeutendster Schüler in seiner Hochschule in Köln war von 1248 bis 1252 Thomas von Aquin. Der Italiener Thomas von Aquin (um 1225 - 1274) gilt als einer der größten Philosophen, Theologen und katholischen Kirchenlehrer der Geschichte sowie als Hauptvertreter der Scholastik (=  Methode der wissenschaftlichen Denkweise und Beweisführung der Gelehrten des Mittelalters) und als bedeutendste Denker der katholischen Kirche. 1244 trat er in den Dominikaner-Orden ein. Neben Thomas von Aquin waren weitere international bekannte Personen Schüler des Kölner Generalstudiums.  

Ein weiterer großer Gelehrter in Köln in dieser Zeit war der schottische Theologe und Philosoph Johannes Duns Scotus (* um 1266, † 1308 in Köln). Er lehrte in Cambridge, Oxford, Paris und Köln und ist begraben in der Kölner Minoritenkirche, in der auch Adolf Kolping begraben ist.

< Fotos unten: Stelen zu Albertus Magnus und Thomas von Aquin am früheren Standort des Dominikaner-Klosters (Straße An den Dominikanern in Nähe des Kölner Hbf.)

 

Matthias und Gerhald  Overstolz
Kölner Persönlichkeiten/Overstolzen
Figuren am Rathausturm

Die Overstolzen waren eine wohlhabende einflußreiche und politisch engagierte Patrizierfamile im Mittelalterlichen Köln. Matthias Overstolz war einer der führenden Gegner des weltlichen Machtanspruchs des Kölner Erzbischofs. Er starb 1268 nach der Schlacht der Kölner Bürger an der Ulrepforte gegen die erzbischöflichen Truppen. Sein Sohn Gerhard Overstolz war einer der Anführer (Befehlshaberder Kölner Truppen) bei der berühmten Schlacht bei Worringen 1288, bei der die Kölner Bürger siegreich an der Seite des Herzogs von Brabant und seiner Verbündeten (neben den Kölner Bürgern die Truppen der Grafen von Berg, Mark und Jülich) gegen den Herzog von Luxemburg und seiner Verbündeten (u. a. mit den Truppen des Kölner Erzbischofs/Kurfürsten) kämpften. Der Kölner Fürstbischof verlor nach dieser Niederlage seine weltliche Herrschaft über die Stadt Köln. Gerhard O. starb bei dieser Schlacht ohne Feindeinwirkung
Meister der Heiligen Veronika
Der Meister der Heiligen Veronika, einer der für diese Zeit üblichen Notnamen, war von um 1400 (und vor Stefan Lochner) der bedeutendste Maler der Kölner Malerschule (Altkölner Malerei). Seine Gemälde gehörten zu den Haupwerken des damaligen Stils. Der Notname  bezieht sich auf das Gemälde „Die heilige Veronika mit dem Schweißtuch“  (jetzt wie viele Altkölner Gemälde in der Münchner Alten Pinakothek). Die Maler waren zu jener Zeit Auftragsmaler und verstanden sich als Handwerker. Deshalb sind ihre Namen bis auf wenige Ausnahmen (wie Stefan Lochner) nicht bekannt.

Stefan Lochner
Kölner Persönlichkeiten/Lochner
Figur am Rathausturm

Stefan Lochner (* um 1400, † 1451 in Köln) ist der bekannteste und bedeutendste Maler der renommierten Kölner Malerschule (Altkölner Malerei) in der mittelalterlichen Malerei (Gotik, Früh-Renaissance). Seine Figuren waren zumeist in fließende Gewänder gehüllt. Er lebte und malte nachweisbar ab 1442 in Köln (vermutlich aber schon früher). Er war Ratsherr und malte im Auftrag des Rats den" Altar der Stadtpatrone", jetzt ausgestellt im Kölner Dom. Sein wohl weltweit berühmtestes Gemälde ist "Muttergottes in der Rosenlaube" (die sog. "kölsche Mona Lisa"), daneben "Das Weltgericht" - beide ausgestellt in der Mittelalter-Abteilung des Kölner Wallraf-Richartz-Museum -. Er wohnte und arbeitete in der mittelalterlichen Straße In der Höhle, die mit dem Treppenhaus des Wallraf-Richartz-Museums nachempfunden worden ist.

Bartholomäus Bruyn




Bartholomäus Bruyn der Ältere  (* 1493, † 1555 in Köln) war ein Maler der frühen Renaissance und gehörte mit Stefan Lochner zu den bekanntesten Malern der renommierten Kölner Malerschule (Altkölner Malerei). Er war einer der bedeutendsten deutschen Maler und vor allem einer den bedeutendsten Porträtisten des 16. Jahrhunderts. Urkundlich erwähnt ist er als Auftragsmaler in Köln erstmals 1515; es wird jedoch vermutet, dass er schon früher (ab 1512?) in Köln wirkte. Um 1518 wurde Bruyn Teil eines den Stadtrat beratenden Gremiums. Im Mittelpunkt seiner Spätwerke steht die Porträt-Malerei mit naturgetreuer Charakterisierung der Porträtierten. Zu seinem Spätwerk gehören ferner Altargemälde für Kölner Kirchen mit u. a. dem  Kreuzigungsaltar für St. Andreas. Einige seiner Gemälde sind in der Mittelalter-Abteilung des Kölner Wallraf-Richartz-Museum ausgestellt. Mit dem Tod von Bruyn endete die große mittelalterliche Malerepoche Kölns. Nächster berühmter Kölner Portraitmaler war  in der 2. Hälfte des 19. Jhdt. Wilhelm Leibl.

sortiert nach Geburtsjahr


                                                                                                                     
3. Persönlichkeiten des Neuzeitlichen Köln (ab um 1500)

In der frühen Neuzeit blieben in Köln die mittelalterlichen Strukturen zunächst weitgehendst erhalten, so dass die Persönlichkeiten der frühen Neuzeit
(bis 1794) zum Teil auch dem Mittelalterlichen Köln zugeordnet werden könnten.

Kölner der Neuzeit
Hermann von Weinsberg
Kölner Persönlichkeiten/von Weinsberg
Werkstatt Bruyn
 "... Der Ratsherr im Alter von 22 Jahren"

Hermann von Weinsberg (* 1518 in Köln, †  1597 in Köln) war ein Kölner Jurist und Ratsherr. Er ist in Köln vor allem bekannt geworden durch sein "Buch Weinsberg" mit frühen autobiografische Aufzeichnungen, das im Kölner Stadtarchiv eingestellt ist.  Die drei Gedenkbücher Weinsbergs (über 2500 Blatt) sind eine wertvolle Dokumentation der Geschichte Kölns im 16. Jahrhundert. 
Hans von Aachen
Kölner Persönlichkeiten/van Aachen
Selbstbildnis

Hans von Aachen (* 1552 in Köln,  1615 in Prag) war ein Maler der Spät-Renaissance/desManierismus. Sein Name ist vom Geburtsort seines Vaters abgeleitet. Er lebte und arbeitete in Italien, München und Prag - größtenteils als Hofmaler -. 1592 wurde er von Rudolph II, Kaiser des Römisch-deutschen Reiches, zum Kammermaler in Prag ernannt.
Peter Paul Rubens
Kölner Persönlichkeiten/Rubens
Selbstbildnis

Der berühmte flämische Barockmaler Peter Paul Rubens (* 1577 in Siegen- dorthin war seine Familie geflüchtet -, † 1640) verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Köln (1578 - 1589), bevor seine Familie nach dem Tod seines Vaters 1589 nach Antwerpen zurückkehrte. Die Familie wohnte in der damaligen Nobelstrasse Sternengasse im Pfarrsprengel von St. Peter (Pfarrkirche neben dem damaligen Stift St. Cäcilien), die auch seine Taufkirche war und in der sein Vater begraben wurde. In Antwerpen begann er 1591 mit einer Ausbildung als Kunstmaler seine große Malerkarriere. Er hat im Gedenken an seine Kindheit in Köln seiner Kölner Taufkirche St. Peter (wie ebenso seiner Grabeskirche Sint-Jacobs-Kerk in Antwerpen) ein Gemälde geschenkt ("Die Kreuzigung Petri"), das in dieser Kirche (in Nähe Neumarkt direkt neben der Romanischen Kirche St. Cäcilien/Museum Schnütgen gelegen) zu besichtigen ist.

Die Sternengasse liegt in der Nähe der Schildergasse, dem römischen Decumanus Maximus
in der im Mittelalter die Schild- und Wappenmaler tätig waren und in der sich während der Unruhen in den Niederlanden im 16. Jhdt. auch viele Künstler niederließen. Womöglich hat der junge Rubens dort sein Interesse für die Malerei begründet. Auf jeden Fall dürften die kulturrellen Eindrücke der rheinischen Metropole nicht ohne Einfluß geblieben sein.
Nikolaus  Gülich
Kölner Persönlichkeiten/Nikolaus Gülich
Figur am Rathausturm
Kölner Persönlichkeiten/Schandsäule Nikolaus Gülich
Schandsäule
Der Kaufmann Nikolaus Gülich (* 1644, † 1686 in Köln) war in den 1680iger Jahren der Anführer eines Aufstands gegen Misswirtschaft und Korruption der Kölner Stadtführung zu dieser Zeit. Die Aufständischen wandten sich gegen Wahlbetrug und Veruntreuungen des Rats und bekamen dafür viel Zustimmung. Dann aber machte man Gülich und den Aufständischen die gleichen Vorwürfe. Mit Hilfe des Kaisers wurde der Aufstand schließlich 1685 zerschlagen;  Nikolaus Gülich wurde 1686 hingerichtet. Zur Abschreckung wurde auf einem Kölner Platz eine sog. "Schandsäule" mit einem Bronzekopf von ihm errichtet. Sie stand dort von 1686-1797. Auf dem nach ihm benannten Gülich-Platz (später zeitweise Jülich-Platz) (gegenüber dem Farina-Haus am Ort der ersten Parfümfabrik der Welt und
gegen über dem Wallraf-Richartz-Museum) steht heute der sog. Karnevals-Brunnen,  ein origineller Kölner Straßenbrunnen. Der Brunnenrand enthält ein Vers von Johann Wolfgang von Goethe zum  Kölner Karneval.






  Johann Maria Farina
 
Kölner Persönlichkeiten/Farina
Skulptur am Rathausturm

Johann Maria Farina ( * 1685, † 1766 in Köln) gründete 1709 in Köln die erste Parfümfabrik der Welt und war Erfinder des ältesten heute noch produzierten Eau de Cologne, dem Kölnisch Wasser mit dem Luxus-Markennamen  "Johann Maria Farina gegenüber (dem Jülich-Platz)", nicht zu verwechseln mit der wesentlich jüngeren Kölnisch-Wasser-Marke 4711. Nur die Firma Farina darf ihr Eau de Cologne "Original Kölnisch Wasser" nennen.

Das Farina-Haus am Standort der Gründerfabrik steht auch heute noch gegenüber dem damals markennamengebenden G(J)ülich-Platz und heute gegenüber dem Wallraf-Richartz-Museum. Das Farina-Haus beherbergt u. a. ein Duft-Museum.


Ferdinand Franz Wallraf
Kölner Persönlichkeiten/Franz Wallraf
   Johann Anton de Peters
  (
*1725 Köln, † 1796  Köln), 
"Bildnis des Ferdinand Franz Wallraf"
+
Johann Heinrich Richartz

Ferdinand Franz Wallraf (* 1748 in Köln, † 1824 in Köln) war ein bedeutender Kunstsammler in Köln. Er war als Priester und Professor tätig. Von 1793 bis 1796 war er Rektor der Universität Köln. Seit 1823 ist er Ehrenbürger von Köln - der erste überhaupt, damals noch anders genannt -. Im Zusammenhang mit dem Abriss vieler Kirchen (mit vielen Kunstwerken) durch die Franzosen, die 1794 Köln besetzt hatten, begann seine Sammlung von insbesondere Kunstwerken, die mit der Geschichte Kölns verbunden waren. Seine Sammlung enthielt römische Ausgrabungsstücke, mittelalterliche Gemälde, religiöse Kunstwerke, Plastiken und historische Waffen. Er vermachte 1818 seine umfangreiche Kunstsammlung seiner Heimatstadt Köln. Diese Schenkung führte 1827 zur Gründung des Wallraf-Richartz-Museum. Dort ist noch heute der verbliebene Teil seiner  Gemälde-Sammlung ausgestellt. Die Alterrtümer aus der Römerzeit sind in früherer Zeit in das  Römisch-Germanische Museum ausgelagert worden.


Der Kölner Kaufmann Johann Heinrich Richartz (* 1795, † 1861) finanzierte den ersten eigenständigen Bau des 1827 gegründeten Wallraf-Richartz Museums, der am 1. Juli 1861 eröffnetet worden ist. Das WRM ist somit das älteste Kölner Museum und zugleich eines der frühesten bürgerlichen Museen Deutschlands.

Maria Clementine Martin
Maria Clementine Martin (*1775, 1843 in Köln), eine in Brüssel geborene Nonne, hatte bei ihrer Arbeit in einer Klosterapotheke gute Kenntnisse in der Pflanzenheilkunde erworben und verbesserte alte und entwickelte neue Arzneimittel. 1825 reiste sie nach Köln und kümmerte sich dort um den 86-jährigen Domvikar Gumpertz, in dessen Haus sie lebte, und um die Kranken und die Armen. Hier erfand sie den "Klosterfrau-Melissengeist" und gründete 1826 in Nähe des Kölner Doms das Unternehmen „Maria Clementine Martin Klosterfrau“. Sie ist auf dem bekannten Kölner Melaten-Friedhof bestattet.
Sulpiz Boisserée
Kölner Persönlichkeitenr/Boisserée
Gedenktafel Blaubach 14
Sulpiz  Boisserée (* 1783 in Köln, † 1854), ein Kunstsammler und  Historiker, war maßgeblich beteiligt an der Idee und der Planung zum Weiterbau des Kölner Doms im 19. Jhdt.. Schon seit Anfang des Jhdt. verfolgte er die Idee zum Weiterbau des 1248 begonnenen und um 1530 unterbrochenen Baus der gigantischen gotischen Kathedrale. Ein wichtiger Auslöser der Idee des Weiterbaus war, dass 1814 und 1818 in Darmstadt und in Paris Teile des mittelalterlichen Plans der Westfassade wiedergefunden wurden. Sulpiz  Boisserée gelang es, namhafte Persönlichkeiten wie insbes. Johann Wolfgang von Goethe für das Projekt zu interessieren, was schließlich dazu führte, dass das preußische Königreich das Projekt aufgriff und mitfinanzierte. Das neuzeitliche Köln war 1815 auf dem Wiener Kongreß in das preußische Königreich eingegliedert worden.

Sulpiz Boisserée gehörte neben einigen anderen Kölner Persönlichkeiten jener Zeit zu den maßgeblichsten Gründern des Zentral-Dombauverein zu Köln (gegründet 1842), mit dessen großer - vor allem materieller - Hilfe das Bauwerk ab 1842 weitergebaut und 1880 vollendet werden konnte. 62 % der Weiterbau-Kosten wurden über den Dombauverein von den Bürgern getragen.
Georg Simon Ohm
Kölner Persönlichkeiten/Georg Ohm

Georg Simon Ohm (* 1789, † 1854)  war Lehrer und Dozent zunächst in seiner Heimatstadt Erlangen und gelangte 1817 zum jesuitischen Dreikönigs-Gymnasium in Köln. Er war dort bis 1826 Lehrer der Physik und Mathematik. Sein Name ist mit dem "Ohmschen Gesetz", quasi das Grundgesetz der Elektrizität, weltweit bekannt geworden. Diese Formel hat er 1926 in Köln entwickelt. Sein Name ist daher eng mit der Elektrizitätslehre verbunden.


Im Jahre 1826 definierte Georg Simon Ohm an dem Kölner Gymnasium das folgende elektrotechnische Gesetz über die Proportionalität zwischen Strom und Spannung in einem elektrischen Leiter, das "Elektrische Grundgesetz":

"Legt man einen Widerstand R an eine Spannung U und bildet einen geschlossenen Stromkreis, so fließt durch den Widerstand  R  ein bestimmter Strom I" (Ohmsche Gesetz: U = I * R). Der Widerstands wird in Ohm (Ω) gemessen.

Heinrich von Wittgenstein
Johann Heinrich Franz von Wittgenstein (* 1797 in Köln, † 1869 in Köln) war ein wichtiger Kölner Politiker und Unternehmer. Von Wittgenstein war Aufsichtsrats-Vorsitzender der Cöln-Mindener Eisenbahn mit ihrem Bahnhof im rechtsrheinischen Deutz. In seiner Heimatstadt Köln war er erster Präsident des Festkomitees Kölner Karnevals von 1823 e.V. und erster Präsident des Kölner Zentral-Dombauvereins (gegründet 1842), mit dessen großer - vor allem materieller - Hilfe der Kölner Dom ab 1842 weitergebaut und 1880 vollendet werden konnte. 1848 wurde er Kölner Regierungs-Präsident.

Robert Blum
Kölner Persönlichkeiten/Robert Blum

Plakette an Groß St. Martin (Ostseite)

Robert Blum (* 1807 in Köln; † 1848) war ein Visionär, Demokrat und Revolutionär vor und während der deutschen Märzrevolution von 1848. Er war Wortführer der Linken in der Frankfurter Nationalversammlung von 1848 und ein herausragenden Repräsentant der deutschen Demokratiegeschichte. Er nahm während des Oktoberaufstands 1848 auf der Seite der Revolutionäre an der Verteidigung Wiens gegen die kaiserlich-königlichen Truppen teil und wurde danach am 09.11.1848 standrechtlich erschossen. „Erschossen wie Robert Blum“ ist zu einem geflügelten Wort geworden. Eine Erinnerungsplakette hängt im Rheingarten unterhalb von Groß St. Martin.
Adolf Kolping
Kölner Persönlichkeiten/Adolf Kolping

Adolf Kolping (* 1813 in Kerpen bei Köln, † 1865 in Köln) war katholischer Priester und Begründer des Kolpingwerkes. Er schloss 1850 die bestehenden Gesellenvereine zum Rheinischen Gesellenbund zusammen, aus dem das internationale Kolpingwerk hervorgegangen ist, für dessen Verbreitung er sorgte. Zum Zeitpunkt seines Todes gab es weltweit bereits über 400 Gesellenvereine. Er wurde 1991 vom Papst selig gesprochen. Sein Denkmal steht vor der Minoritenkirche in Nähe Dom und WDR, in der er auch begraben ist.

Heute gehören zum katholischen Sozialverband Kolpingwerk Deutschland mit Sitz in Köln ca. 276.000 Mitglieder in über 2700 Kolpingfamilien (= kleinste Organisationseinheit des Kolpingwerkes). Damit ist es der größte Sozialverband  Deutschlands. Alle Kolpingsfamilien in einem Bistum bilden gemeinsam einen Diözesanverband. Das Internationale Kolpingwerk mit Sitz in Köln ist weltweit in über 60 Ländern (mit ca. 5800 Kolpingfamilien und ca. 450000 Mitgliedern) vertreten.

Kölner Persönlichkeiten/Kolping  Text zu Adolf Kolping (Aushang Minoritenkirche)

Jacques Offenbach
Kölner Persönlichkeiten/Offenbach
Jacques (Jakob) Offenbach (* 1819 in Köln, † 1880 in Paris) war ein französischer Komponist und Cellist deutsch-jüdischer Abstammung. 1833 zog er zur Ausbildung nach Paris und wurde 1860 französicher Bürger. Er gilt als Begründer der modernen Operette. Zu seine bekanntesten Werke zählen Orpheus in der Unterwelt und Die schöne Helena. Nach ihm ist der Offenbach-Platz in Köln benannt, an dem das Opernhaus und das Schauspielhaus der Bühnen der Stadt Köln liegen.






Nicolaus August Otto
Kölner Persönlichkeiten/Nikolaus Otto
1862 begann Nicolaus Otto (* 1832, 1891 in Köln) mit der Entwicklung eines Viertakt-Motors, entwickelte diesen Vorläufermotor weiter und baute 1863 in seiner eigenen Werkstatt die erste Gaskraftmaschine. 1864 gründete er mit Eugen Langen die erste Motorenfabrik der Welt, die Gasmotorenfabrik "N. A. Otto und Cie", die 1872 in die Gasmotorenfabrik Deutz AG überging. N. Otto wurde Namenspate für seinen "Otto-Motor". Mit der Erfindung und Entwicklung dieses gasbetriebenen Viertaktmotors durch Nicolaus August Otto (Patentierung 1866) und mit der Verwirklichung des ersten funktionsfähigen Viertaktmotors ab dem Produktionsstart 1876 begann 1877 von Köln-Deutz aus die Motorisierung der Welt und die Entwicklung Kölns zur Autostadt. 

Der Otto-Motor mit seinem Prinzip "Ansaugen, Verdichten, Verbrennen, Ausschieben" hat die Welt revolutioniert wie kaum eine andere technische Erfindung. Erstaunlich ... nach diesem Viertaktprinzip arbeiten auch heute noch weltweit Motoren in ca. 750 Mio. Fahrzeugen.


Max Bruch

Max Christian Friedrich Bruch (* 1838 in Köln, † 1920) war ein Komponist und Dirigent. Eine Plakette am  Richmodisturm in Nähe des Kölner Neumarkts weist auf seine Geburtsstätte hin. Bekannt ist er vor allem wegen seines 1. Violinkonzerts.

August Bebel
Kölner Persönlichkeiten/August Bebel
Ferdinand August Bebel (* 1840 in Köln-Deutz; † 1913 ) war ein Arbeiterführer des 19. Jhdt., sozialistischer Politiker und Mitbegründer der SPD. Er war zunächst 1869 Gründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP), aus der zusammen mit einer anderen Arbeiterpartei später die SPD wurde. Bebel lebte zunächst in ärmlichen Verhältnissen in Köln-Deutz. Nach seinen Gesellenjahren ließ er sich 1860 in Leipzig nieder. Die SDAP gründete er 1869 zusammen mit Wilhelm Liebknecht. 1875 war Bebel maßgeblich an der Vereinigung mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (Ferdinand Lassalle) zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) beteiligt, die 1890 in Sozialdemokratische Partei Deutschland (SPD) umbenannt wurde. Er war ab 1892 einer der beiden Vorsitzenden der SPD. Wilhelm Liebknecht und August Bebel waren die führenden Köpfe der neuen Partei. Bebel, der ursprünglich sozialistischem Gedankengut kritisch gegenüber stand, wurde unter Liebknechts Einfluss zum Marxisten.

Zitat „Sozialdemokratie in Köln“, herausgegeben von Gerhard Brunn, und SPD-UB Köln: "Von Bebel ist folgender Ausspruch auf dem Parteitag der Sozialdemokraten 1893 in Köln überliefert: „Wenn eine Stadt in Deutschland, sofern das überhaupt möglich ist, für sich die Ehre in Anspruch nehmen kann, sich als die Geburtsstätte des Sozialismus zu betrachten, so ist es Köln“"

Freigabe:
Bundesarchiv, Bild 183-14077-0005 / CC-BY-SA

Alexander Schnütgen
Kölner Persönlichkeiten/Alexander Schnütgen
Leopold von Kalckreuth
"Alexander Schnütgen"

Johann Wilhelm Alexander Schnütgen (* 1843,  † 1918) war Theologe und Priester und wurde ein bedeutender Kunstsammler. Zum Priester wurde er 1866 in Köln geweiht. 1867 wurde er Domkapitular in Köln. Seit 1910 ist er Ehrenbürger von Köln.

Sein Interesse an der Kunst erwachte früh mit dem Fund wertvoller Stücke in einer verstaubten Sakristei. Er untersuchte daraufhin zusammen mit Weihbischof Baudri viele Kirchen im Erzbistum Köln und rettete dadurch sehr viele Kunstwerke vor dem Verfall. 1906 stiftete er seine ca. 6.500 Stücke umfassende Kunstsammlung der Stadt Köln, die seit 1910 als "Sammlung Schnütgen" (seit 2001 "Museum Schnütgen") ausgestellt wird. Heute gehören über 13000 Exponate zur Sammlung des Museums. Mit der Fertigstellung des neuen Kulturzentrums am Neumarkt (Rautenstrauch-Jost-Museum und Erweiterung des Museum Schnütgen) können ab 22.10.2010 mehr Exponate aus der Sammlung als bisher gezeigt werden. 
Wilhelm Joest
und
Adele Rautenstrauch
Wilhelm Joest (* 1852 in Köln,1897) begann als 22-Jähriger mit Forschungsreisen durch die ganz Welt und sammelte dabei eine große Zahl völkerkundlicher Gegenstände. Seine Schwester Adele Rautenstrauch (* 1850, 1903) schenkte diese Sammlung 1899 der Stadt Köln. Hieraus ist das 1901 gegründete Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde (seit 2010 mit dem neuen Zusatz "Kulturen der Welt") entstanden. Mit der Fertigstellung des neuen Kulturzentrums am Neumarkt (Rautenstrauch-Jost-Museum und Erweiterung des Museum Schnütgen) können ab 22.10.2010 mehr Exponate aus der Sammlung als bisher gezeigt werden.

Wilhelm Leibl
Kölner Persönlichkeiten/Wilhelm Leibl
Selbstportrait mit 18

Wilhelm Maria Hubertus Leibl (* 1844 in Köln, † 1900) war ein Maler in den Malereiepochen "Realismus" und später "Impressionismus" in der 2. Hälfte des 19. Jhdt.. Leibl trat 1864 in die Akademie der Bildenden Künste München ein. Er kam in freundschaftlichen Kontakt zu Gustave Courbet und der französischen Malerei. In München gründete er 1870 den Leibl-Kreis. Im letzten Jahrzehnt näherte er sich dem Impressionismus, jedoch war er im wesentlichen ein Darsteller der Körperlichkeit und von Portraits.

Wilhelm Marx
Wilhelm Marx (*1863 in Köln, † 1946), ein Politiker der Zentrums-Partei, war 1923/1924 und 1926 bis 1928  Reichskanzler der ersten deutschen Republik. Mit der für heutige Verhältnisse kurzen Amtszeit von insgesamt nur 3 Jahren und 1 Monat war er der am längsten amtierende Kanzler der Weimarer Republik. 1925 kandierte er für die Weimarer Koalition (SPD, DDP und Zentrum)  für das Amt des Reichspräsidenten, verlor jedoch knapp gegen Von Hindenburg.

Hans Böckler
Kölner Persönlichkeiten/Hans Böckler

Hans Böckler (* 1875, † 1951) war ab 1949 der erste Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und lebte nach dem 2. Weltkrieg in Köln. Seit 1951 ist Hans Böckler Ehrenbürger von Köln.

1894 wurde Böckler Mitglied der SPD
und 1918 Sekretär bei der von 1918 bis 1924 bestehenden Zentralarbeitsgemeinschaft der Gewerschaften und Arbeitgeber. Er wechselte als deren erster Bevollmächtigter zur Ortsverwaltung nach Köln, wo er von 1924 bis 1926 Stadtverordneter der SPD war. 1928 wurde er Mitglied des Reichstages, dem er bis 1933 angehörte. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 tauchte Böckler unter. 1945 begann er mit dem Wiederaufbau der Gewerkschaften in der Britischen Zone. Er wurde zu einer zentralen Person beim Wiederaufbau der Gewerkschaftsbewegung nach dem Krieg und 1949 erster Vorsitzender des DGB. Er setzte 1951 die Montan-Mitbestimmung als einen wichtigen Erfolg der Gewerkschaftsbewegung durch. Sein Gedenkstein steht auf dem Friedhof Melaten in Köln.
Konrad Adenauer
Kölner Persönlichkeiten/Konrad Adenauer

Konrad Hermann Josef Adenauer (* 1876 in Köln, † 1967 in Rhöndorf bei Bonn) war von 1917 bis 1933 und 1945 Kölner Oberbürgermeister sowie von 1949 bis 1963 erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und von 1951 bis 1955 zugleich Bundesminister des Auswärtigen. Adenauer prägte in diesen Positionen maßgeblich die politische Ausrichtung der Bundesrepublik nach dem Krieg. In der Weimarer Republik war er Mitglied des Zentrums; von 1950 bis 1966 war er der erste Bundesvorsitzende der CDU. Seit 1951 ist Konrad Adenauer Ehrenbürger von Köln. Sein Denkmal steht vor der Romanischen Kirche St. Aposteln. 


In seiner OB-Zeit war er 1917 der jüngste OB einer deutschen Großstadt. Als nach dem ersten Weltkrieg
die preußischen Festungsringe des 19 Jhdt. geschleift werden mussten, ließ er diese - für damalige Verhältnisse sehr ungewöhnlich -  in  Grüngürtel umwandeln. (Nur wenige Forts und Zwischenwerke blieben mit strategisch unwichtigen Teilen erhalten. In dem äußeren Grüngürtel wurde auch das Müngersdorfer Stadion errichtet und 1923 eröffnet. Während seiner Amtszeit wurde die Kölner Messe gegründet (1922) und 1919 die Universität Köln neu eröffnet. Ferner gelang es ihm, den US-amerikanischen Autohersteller Ford anzuwerben, um in Köln ein komplett neues Werk zu errichten (1931), anstatt die schon bestehenden kleineren Anlagen in Berlin auszubauen. Insbes. hierdurch wurde Köln zur Autostadt. Adenauer gilt als Kölns erfolgreichster Politiker der Neuzeit. Seine Amtszeit wurde 1933 erzwungenermaßen von der NSDAP beendet.


In der Gaststätte Zims am Kölner Heumarkt ("Heimat kölscher Helden") heißt es in einer "Heldenkladde" (Zitat): "Konrad Adenauer Ein Oberbürgermeister mit hohem Anspruch. Ein kölscher Held ist gründlich und genau in dem, was er tut. So wie der langjährige Oberbürgermeister von Köln, die Politikerlegende Konrad Adenauer. Der war alles andere als ein bequemer Vorgesetzter. Nachlässigkeiten seiner Beamten wurden nicht geduldet, Mängel mit pedantisch wirkender Genauigkeit bloßgestellt und gegen Versäumnisse der Dezernenten wurde unerbittlich vorgegangen. Das Gute daran: Was er von anderen erwartete, erwartete er auch von sich selbst – und tat es letztendlich für die Stadt Köln und ihre Bewohner."
 



Fotofreigabe: Bundesarchiv, B 145 Bild-F078072-0004 / Katherine Young / CC-BY-SA

Willi Ostermann
Kölner Persönlichkeiten/Willi Ostermann

Wilhelm „Willi“ Ostermann (* 1876 in Mülheim, heute: Köln-Mülheim, † 1936 in Köln ) war einer der populärsten und erfolgreichsten Kölner Liedermacher und Karnevalsschlager-Komponisten, der über 100 Heimat-,  Rhein- und Weinlieder und Kölsche Kräzjer in Kölsch und auf Hochdeutsch verfasst hat. Er war in Köln und darüberhinaus äußerst populär. Bei seiner Beisetzung am 10. August 1936 versammelten sich Zehntausende von Kölner Bürgern zum Trauerzug vom Neumarkt zum Melaten-Friedhof an der Aachener Straße. In einem der Nachrufe am Grab trug der in Köln ebenfalls populäre Karnevalist Thomas Liessem zum ersten Mal den Refrain des letzten Ostermann-Liedes vor, das nach seinem Tod zu einem seiner bekanntesten typisch kölschen melancholischen Stimmungsliedern wurde:


Wenn ich su an ming Heimat denke
un sin d'r Dom su vör mir ston,
mööch ich direk op Heim an schwenke,
ich mööch zo Foß noh Kölle gon.
Dieses Lied mit dem Titel "Heimweh nach Köln"  wurde weit über den Karneval hinaus zu einer Art Kölner Stadthymne und im 2. Weltkrieg so etwas wie die heimliche Nationalhymne. Weitere seiner bekanntesten Lieder waren u. a. wie "Och wat wor dat fröher schön doch enn Colonia" und "Einmal am Rhein". Ein Denkmal zur Erinnerung an Willi Ostermann steht in der Altstadt (Nähe Heumarkt). 

August Sander
August Sander (* 1876, † 1964 in Köln) war ein deutscher Fotograf. Zitat Wikipedia: "Sander gilt heute als einer der wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Mit seinem Bildatlas Menschen des 20. Jahrhunderts hat er ein „epochemachendes“ Fotoprojekt geschaffen Er ist der Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit zuzuordnen."  Er betrieb zunächst ein Fotoatelier in Linz (Donau). 1910 zog er nach Köln und eröffnete dort ein Fotoatelier in Köln-Lindenthal, Dürener Str.. Nach ihm benannt ist der "August-Sander-Park" im Mediapark-Gelände Kölns. Noch zu seinen Lebzeiten und vor allem seit 1969 postum wird sein Werk weltweit in Ausstellungen gezeigt. In Köln widmet sich die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln/ Mediapark, dem Künstler.

Josef Kardinal Frings
 
Kölner Persönlichkeiten/Kardinal Frings

Joseph Kardinal Frings (* 1887, † 1978 in Köln) war von 1942 bis 1969 Erzbischof in Köln. 1910 war er in Köln zum Priester geweiht worden. Kardinal Frings gehörte als Bischof zu den Teilnehmern des zweiten Vatikanischen Konzils und war Mitglied des zehnköpfigen Konzilspräsidiums. 1967 wurde er Ehrenbürger von Köln. Ein Denkmal von ihm steht an der Straße Unter Goldschmied in Dom-Nähe.


In der Kölner Sprache wurde er mit dem Wort „fringsen“ verewigt. Dies bezieht sich auf eine Silvesterpredigt 1946, in der zu den Plünderungen von Kohlenzügen durch die leidende Nachkriegsbevölkerung ausführte:  „Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten, nicht erlangen kann.“   
Dr. Josef Haubrich
Kölner Persönlichkeiten/Dr. Haubrich
Heinrich Hoerle "Bildnis Dr. Haubrich"

Der Kölner Jurist Dr. Josef Haubrich (* 1889 in Köln, † 1961) war ein Kunstsammler sowie nach dem Krieg zeitweise Mitglied im Kölner Stadtrat (SPD-Fraktion) und Vorsitzer des Kulturausschusses des Rats und zeitweise Vorsitzender des Kölner Kunstvereins. In der Nazi-Zeit, als die Moderne Kunst als "entartet" bekämpft und zum Teil vernichtet wurde, setzte Dr. Haubrich seine Kunstaufkäufe fort und rettete so eine ganze Reihe der in den Museen unerwünschten Gemälde der modernen Malerei. Am 02.05.1946 schenkte er der Stadt Köln seine umfangreiche Sammlung mit Werken der modernen Malerei (vorwiegend Expressionismus, daneben Neue Sachlichkeit), die heute in der eigenen Abteilung "Sammlung Haubrich" im Museum Ludwig gezeigt wird. Die Sammmlung wurde mit dem Haubrich-Fonds bis zum Lebensende Haubrichs weiter ausgebaut. Die für das Museum namengebenden Sammler Peter und Irene Ludwig haben sich später auf das Vorbild von Dr. Haubrich bezogen.
Franz Kremer
Kölner Persönlichkeiten/Franz Kremer

Franz Kremer (* 1905 in Köln, † 1967) war der erste Präsident des 1948 gegründeten 1. FC Köln. Er war als Vorsitzender des Kölner BC von 1901 die treibende Kraft bei der Gründung des "FC" durch Fusion seines Vereins mit der Spielvereinigung Sülz 07 im Jahr 1948. Kremers Ehrgeiz wurde bereits 1948 offenkundig, als er für die Fusion der beiden unterklassigen Vereine mit dem Spruch "Wollen Sie mit mir Deutscher Meister werden?" warb. Mit ihm begann der Aufstieg des 1. FC Köln zum regionalen und später nationalen Spitzenclub, das auch seinem für die damalige Zeit sehr modernen Management zu verdanken war. Die  profihaften Strukturen des Vereins waren Anfang der sechziger Jahre in Deutschland vorbildlich. Die ersten beiden Meisterschaften 1962 und 1964 hat er noch erlebt.

Franz Kremer war einer der maßgeblichen Personen bei der Gründung der Fußball-Bundesliga im Jahre 1963. Heute erinnert der Name des vereinseigenen Franz-Kremer-Stadions am Geißbockheim, dem Clubhaus des FC, an Franz Kremer. Ferner wurde zu seinem 100. Geburtstag  die Straße zum Geißbockheim von Cluballee in Franz-Kremer-Allee umbenannt.

Theo Burauen
Kölner Persönlichkeiten/Theo Burauen

Theo "Döres" Burauen (* 1906 in Köln, 1987 in Köln) war von 1956 bis 1973 Oberbürgermeister von Köln. Seit 1973  ist er Ehrenbürger von Köln.

Nachdem 1956 die SPD mit 46 % die Kommunalwahlen gewonnen hatte, wählte der Stadtrat - mit den Stimmen der SPD und zwei Stimmen der FDP - Theo Burauen als ersten Sozialdemokraten nach dem Krieg zum Kölner Oberbürgermeister. 1964 errang seine Partei mit ihm mit 57,6 % eine deutliche absolute Mehrheit. Seine Amtszeit als OB dauerte insges. 17 Jahre. "Döres" gilt - auch aufgrund seiner Sozialpolitik - als der populärste und volksnäheste Kölner Bürgermeister des 20. Jahrhunderts.
Otto Doppelfeld Otto Doppelfeld (* 1907, † 1979 in Köln) war ein für Köln ungemein wichtiger Archäologe, der mit großer Leidenschaft und Beharrlichkeit nach dem Krieg viele Funde aus der römischen und fränkischen Zeit Kölns vor der Vernichtung retten konnte und damit einen großen Beitrag zur Aufarbeitung der antiken Kölner Geschichte leistete. Er hatte die einmalige Chance erkannt, durch die enorme Zerstörung der Stadt die römische und fränkische Geschichte Kölns zu erforschen. Er begann 1946 mit den Grabungen (zunächst unter dem Dom). Ab 1959 wurde er dann zum Leiter des Römisch-Germanischen- Museums berufen.

Seine bedeutendsten Funde sind: das Dionysos-Mosaik (bereits 1941 entdeckt), die Gräber unter dem Dom, das Praetorium, Reste des Tempels der kapitolinischen Trias unter St. Maria im Kapitol und Teile der römischen Stadtmauer.

Willy  Millowitsch
  Kölner Persönlichkeiten/Willy Millowitsch  
aus Serie "Kunstköpfe am
U-Bahnhof  Appellhofplatz"

Willy Millowitsch (* 1909 in Köln, † 1999 in Köln) entstammt einer Kölner Schauspieler-Dynastie. "Willy" - wie ihn in Köln alle nannten - war ein überaus bekannter und beliebter Volksschauspieler in seinem Millowitsch-Theater (seit 1936 an der Aachener Str. in Nähe Rudolf-Platz am Rande der Kölner Innenstadt gelegen), dessen Leiter Willy von 1940 bis 1996 war. Seit den 1950iger Jahren erreichte er durch die Fernseh-Übertragungen aus seinem Theater sowie durch viele Filme und Rollen in Fernsehspielen bundesweit einen großen Bekanntheitsgrad und war zu jener Zeit einer der bekanntesten deutschen Theaterschauspieler. Er trat auch im mit kölschen Liedern im Karneval auf und verkörperte den typisch kölschen Jung (wie z. B. mit seinem Lied "Ich ben ene kölsche Jung ... ") und war ein  kölsches Original. Seit 1989 ist er Ehrenbürger von Köln. Noch zu Lebzeiten (1992) errichtet die Stadt Köln ein Denkmal für Willy Millowitsch auf dem Eisenmarkt in der Altstadt. Inzwischen ist das Denkmal von dem ruhigen beschaulichen Eisenmarkt an den kleinen Willy-Millowitsch-Platz an der Breite Str. verlegt worden. Es steht dort zwar mitten im prallen Einkaufs-Leben, nach mancher Meinung jedoch dort unwürdig platziert.1994 erhielt er die Willi-Ostermann-Medaille in Gold, die höchste Auszeichnung im Kölner Karneval. Kurz nach seinem Tod wurde ein Platz in der Nähe der Aachener Straße nach ihm benannt.

Die erste deutsche Live-Übertragung einer Theateraufführung im Fernsehen war am 27.01.1953 die Übertragung des Volksstücks "Der Etappenhase" aus dem Millowitsch-Theater in Köln. Seine bekannteste Fernsehrolle war die des Kommissars Klefisch im WDR-Fernsehen (1990 bis 1996).

Hilde Domin
Hilde Domin (* 1909 in Köln, † 2006), geborene Löwenstein, verheiratete Hilde Palm war eine Schriftstellerin und vor allem eine Lyrikerin. 1932 begab sich die Jüdin mit ihrem Ehemann auf Umwegen in's Exil in der Dominikanischen Republik, was zu ihrem Künstlernamen Domin führte. Ab 1961 wohnte sie in Heidelberg. Ihre erste Dichterlesung fand 1961 in Köln statt. An ihrem Geburtshaus in der  Riehler Straße in Köln ist heute eine Plakette angebracht.

Heinz Kühn
Kölner Persönlichkeiten/Heinz Kühn

Heinz Kühn (* 1912 in Köln, † 1992 in Köln) war ein Politiker der SPD und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (1966 - 1978) in einer SPD/FDP-Koalition. Von 1953 bis 1963 war Heinz Kühn Mitglied des Deutschen Bundestages. Zeitweise war er auch Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und der Versammlung der Westeuropäischen Union, wo er jeweils von 1959 bis 1963 die Sozialistische Fraktion leitete. 1962 kehrte Kühn als Fraktionsvorsitzender der SPD in den nordrhein-westfälischen Landtag zurück, dem er bis 1978 angehörte. Ebenfalls 1962 wurde er Landesvorsitzen- der der SPD in Nordrhein-Westfalen.



Fotofreigabe: Bundesarchiv, B 145 Bild-F023752-0007 / Patzek, Renate / CC-BY-SA

Heinrich Böll
Kölner Persönlichkeiten/Heinrich Böll

Geburtshaus Heinrich Böll in Köln Geburtshaus Heinrich Böll in Köln
        Geburtshaus in der Kölner Südstadt

Heinrich Böll (* 1917 in der Kölner Südstadt, † 1985 ) war einer der prominentesten deutschen Nachkriegs-Schriftsteller. 1972 erhielt er den  Nobelpreis für Literatur. Seit 1982 ist er Ehrenbürger von Köln. Weitere Auszeichnungen: 1951 Literaturpreis der „Gruppe 47“ für Die Schwarzen Schafe, 1967 Georg-Büchner-Preis für das schriftstellerisches Gesamtwerk, 1970 Präsident des PEN-Clubs Deutschland und 1971 des internationalen PEN-Clubs, 1974 Carl-von-Ossietzky-Medaille, Professorentitel des Landes Nordrhein-Westfalen.

1972 kurz nach Erscheinen seines Romans "Gruppenbild mit Dame" warb er in einem Essay für den Spiegel unter dem Titel "Will Ulrike Meinhof Gnade oder freies Geleit?" für einen menschlichen Umgang mit den Terroristen der RAF und griff  in diesem Zusammenhang scharf die Berichterstattung der Springer-Presse an. Von konservativen Kreisen wurde er seitdem als „geistiger Sympathisant“ des Terrorismus beschimpft. 1974 erschien sein wohl bekanntestes Werk "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" als Beitrag zur Gewaltdebatte und kritische Auseinandersetzung mit der Springer-Presse in den 70-iger Jahren. Danach beschäftigte er sich zunehmend mit politischen Problemen in Deutschland und der Welt, unterstützte die Friedensbewegung  und setzte sich auch kritisch mit der katholischen Kirche auseinander, aus der er 1976 austrat.

Seit 1985 jährlich bzw. seit 1993 alle 2 Jahre wird von der Stadt Köln der Heinrich-Böll-Preis verliehen, ein Literaturpreis, mit dem die Köln einem ihrer größten Söhne gedenkt. Die Auszeichnung ehrt jeweils ein literarisches Lebenswerk. Erster Preisträger war Hans Magnus Enzensberger.


Fotofreigabe Portrait: Bundesarchiv, B 145 Bild-F062164-0004 / Hoffmann, Harald / CC-BY-SA
John van Nes Ziegler
Kölner Persönlichkeiten/van Nes Ziegler

John van Nes Ziegler (* 1921 in Köln, 2006 in Köln) engagierte sich über Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Ämtern und Funktionen (u. a. als Landtagspräsident) für seine Heimatstadt. Von 1973 bis 1980 war der vormalige SPD-Fraktionsvorsitzende im Kölner Stadtrat Oberbürgermeister von Köln. Seit 1991 ist er Ehrenbürger von Köln.

Van Nes Zieglerwar maßgebend am Wiederaufbau nach dem Krieg und dem folgenden Strukturwandel in Köln beteiligt. Auch das größte städtebauliche Projekt der Nachkriegszeit in Köln hat van Nes Ziegler angestoßen: die Vollendung des Zentrums durch die Neugestaltung des Bereichs zwischen Dom, Hauptbahnhof und Altstadt mit dem Museum Ludwig, der Philharmonie, dem Rheingarten, der Sanierung des Viertels um Groß St. Martin und dem Rheinufertunnel. Durch den Tunnel verwirklichte sich der alte Kölner Traum vom direkten Zugang von der Altstadt zum Rhein. Auch die Kulturpolitik der Stadt hat van Nes Ziegler über zwölf Jahre als Vorsitzender des Kulturausschusses mitgestaltet.
  Hans Imhoff
  Kölner Persönlichkeiten/Hans Imhoff

Hans Imhoff (* 1922 in Köln, †  2007 in Köln)  gründete 1949 seine erste Schokoladen- und Pralinen-Fabrik an der Mosel. 1972 erwarb er die renommierte Schokoladenfabrik Stollwerck in Köln, die inzwischen leider verkauft worden und von Köln abgezogen ist. Er gründete 1993 in Köln das Schokoladen-Museum. Seit 2002 ist er Ehrenbürger von Köln.


Die Firma Stollwerck war 1893 von Franz Stollwerck gegründet worden; sie wurde von seinen Söhnen bis 1902 zu einer weltweit operierenden AG ausgebaut. Nach dem Krieg  geriet die Firma in große Schwierigkeiten, die erst mit der Übernahme durch Franz Imhoff behoben werden konnten. Imhoff machte die Firma in 30 Jahren zu einem der größten Schokoladen-Hersteller der Welt (inkl. der Übernahme einiger prominenter Marken). 2002 verkaufte Imhoff den Konzern an den weltgrößten Kakao- und Schokoladenhersteller Barry Callebaut. Dieser nahm Stollwerck kurze Zeit später von der Börse und schloß das traditionsreiche Werk in Köln. 2011 wurde die Firma weiterverkauft. Am Stammsitz Köln blieb nur ein Teil der Verwaltung erhalten.

Peter und Irene Ludwig

Prof. Dr. Peter Ludwig (* 1925, † 1996) und Prof. Dr. Irene Ludwig (* 1927, † 2010) waren Unternehmer in Aachen (in der Schokoladen-Branche) und  bedeutende Kunst-Sammler und -Mäzene ... - für Köln diesbezüglich von sehr großer Bedeutung! -.  Peter L. ist seit 1975 Ehrenbürger und Irene L. seit 1995 Ehrenbürgerin von Köln.

1957 begann die Zusammenarbeit mit Kölner Museen, aus der das renommierte städtische Museum Ludwig mit sehr vielen Schenkungen des Sammler-Ehepaars Peter und Irene Ludwig  hervorgegangen ist (gegründet 1976, seit 1986 in einem attraktiven Neubau direkt am Dom untergebracht). Dieses Museum widmet sich der Kunst des 20./21. Jhdt.. Köln hat in kultureller Hinsicht dem Ehepaar Ludwig sehr viel zu verdanken.

Das Museum Ludwig (ML) wurde 1976 im Zusammenhang mit der Schenkung von ca. 350 Werken moderner Kunst (Russische Avantgarde und Pop Art) durch das Sammlerehepaar Ludwig an die Stadt Köln gegründet.1994 und 2001 folgten zwei weitere umfangreiche Schenkungen des Ehepaar Ludwigs mit Werken Picassos, womit jetzt die komplette Picasso-Sammlung der Ludwigs im Bestand des ML ist (mit über 800 Werken die drittgrößte Picasso-Sammlung der Welt). Nach dem Tode von Irene Ludwig erhielten 2011 die Museen Ludwig und Schnütgen aus derem Nachlass weitere sehr umfangreiche und wertvolle Schenkungen (insges. über 500 Kunstwerke).

Trude Herr
Kölner Persönlichkeiten/Trude Herr

Trude Herr (* 1927 in Köln, † 16. März 1991 in Frankreich) war eine Kölner Schauspielerin, Schlagersängerin und Sängerin Kölscher "Krätzjer" sowie zeitweise Leiterin ihres eigenen Theaters in der Kölner Südstadt. Seit den 1950iger Jahren trat sie im Kölner Karneval auf. Mit dem Film-Schlager "Ich will keine Schokolade" gelang ihr 1960 der bundesweite Durchbruch. Sie spielte in über 30 Filmen mit und hatte viele Auftritte im Fernsehen. 1977 eröffnete sie in der Kölner Südstadt ihr "Theater im Vringsveedel" und baute eine volksnahe Alternative zum etablierteren Millowitsch-Theater auf. Ohne ihr leider verweigerten städtischen Zuschüsse stand das Theater finanziell leider auf schwachen Füßen. Deshalb und auch wegen zunehmender Gesundheitsprobleme musste das Theater 1986 leider geschlossen werden. Bevor sie danach Köln in Richtung Südsee verließ, nahm sie mit Wolfgang Niedecken (BAP) und Tommy Engel (Bläck Fööss) ihr unvergessenens Lied "Niemals geht man so ganz" auf, das Platz 5 in den deutschen Charts erreichte.
Dieter Wellershoff
Dieter Wellershoff (* 1925) ist ein  ein bedeutender deutschsprachiger Schriftsteller der Gegenwart, dessen Werk Romane, Erzählungen, Drehbücher und Hörspiele und auch literaturtheoretische Themen umfasst.

Seit 1981 lebt er als freier Schriftsteller in Köln. Wellershoff nahm ab 1960 an Tagungen der Gruppe 47 teil. 1965 initiierte er einen „neuen Realismus“ mit der daraus entstandenen Gruppierung unter dem Namen „Kölner Schule“. Wellershoff erhielt zahlreiche Berufungen an in- und ausländische Hochschulen und erhielt neben vielen anderen Auszeichnungen 1988 den Heinrich-Böll-Preis.

Alfred Neven DuMont

Alfred Neven DuMont (* 1927 in Köln, 2015 in Köln) war ein Kölner Verleger, der den Verlag DuMont Schauberg 1956 von seinem Vater übernommen hatte. 1964 gründete er als Alternative zu dem erzkonservativen Boulevardblatt "Bild" des Springer-Verlags die rheinische Boulevardzeitung "Express", wodurch die Bildzeitung in Köln nie die Bedeutung bekommen hat wie andernorts. Er war seit 1967 alleiniger Herausgeber von Kölner Stadtanzeiger und Express und seit 1991 Herausgeber der Mitteldeutschen Rundschau. Seit 1999 gehört auch die Kölnische Rundschau zu seinem Verlag. Seit 2006 hat der Verlag zudem die Mehrheit an der Frankfurter Rundschau.

Seit 2001 ist Alfred Neven DuMont Ehrenbürger von  Köln. Sein Großvater mütterlicherseits ist der Maler Franz von Lenbach.

Hans Schäfer

Hans Schäfer - "De Knoll" (= Dickkopf) - (* 1927 in Köln) ist zusammen mit Wolfgang Overath der prominenteste Fußball-Spieler der Geschichte des 1. FC Köln. Er spielte in der Anfangs - und ruhmreichen Zeiten des Vereins (1948 bis 1965) im damals noch üblichen System lange als Linksaußen-Stürmer und später als Spielmacher. Er absolvierte für den FC 507 Pflichtspiele und erzielte dabei 304 Tore.1964 wurde er mit dem FC erster Deutscher Meister der neuen Fußball-Bundesliga, nachdem er zuvor mit dem  FC 1962 seine erste Deutsche Meisterschaft in dem damals noch üblichen Finale gegen den 1.FC Nürnberg gewonnen hatte. 1960, 1963 und 1965 wurde er mit seime Club Deutscher Vizemeister.

Von 1952 bis 1962 absolvierte er insgesamt 39 Spiele in der Nationalmannschaft und erzielte dabei 15 Tore. Schäfer war der erste deutsche Spieler, der an drei Fußballweltmeisterschaften teilnahm (1954, 1958 und 1962 ). Höhepunkt seiner Karriere war der Weltmeistertitel mit der Deutschen Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz, wo er vier Tore schoß und die Vorlage zum legendären und entscheidenden 3.Tor im Endspiel gegen Ungarn (3:2) durch Helmut Rahn gab. 1963 wurde Hans Schäfer zum Fußballer des Jahres gewählt. Von den FC-Fans wurde Hans Schäfer Anfang 2008 zum 60-jährigen FC-Jubiläum in das  "Traum-Team aus 60 Jahren 1. FC Köln" gewählt (s. FC-Seite unter Ziffer 2.4).

Gerhard Richter
Kölner Persönlichkeiten/Gerhard Richter



Fotofreigabe (Urheber): User Hps-poll on de.wikipedia

Der Maler Gerhard Richter (* 1932), einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart, lebt und arbeitet seit 1983 in der Kultur- und Kunststadt Köln. Der in Dresden geborene Gerhard Richter gehört zu den weltweit bedeutendsten und zugleich populärsten zeitgenössischen Künstlern. Sein Werk hat einen nicht zu überschätzenden Einfluss auf eine jüngere Künstlergeneration. Er erhielt für seine Arbeit zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. Eines seiner bekannteren Werke hängt im Kölner Museum Ludwig: "Ema - Akt auf  einer Treppe". Seine abstrakten Gemälde wurden 2009 in einer viel beachteten Ausstellung im Museum Ludwig  gezeigt.


Gerhard Richter wirkt zurückhaltend und seriös, Kult um seine Person kennt er nicht. Schon 1966 formulierte er seine bis heute zutreffende Selbsteinschätzung: "Ich bin durchschnittlich gesund, durchschnittlich groß, durchschnittlich hübsch. Ich erwähne das, weil man so aussehen muss, um gute Bilder malen zu können." Und um gute Bilder geht es ihm auch heute noch. Aus  Anlass seines 70. Geburtstages 2002 veranstaltete das Museum of Modern Art in New York die Retrospektive "Gerhard Richter - 40 Years of Painting", eine der größten, die das
renommierte Museum je einem zeitgenössischen Künstler gewidmet hat. 188 Gemälde aus allen Schaffensphasen Richters waren bei der Schau zu sehen, die danach noch in Chicago, San Francisco und Washington gezeigt wurde - eine besondere Ehrung für den Künstler -. 2007 führte der renommierte Künstler einen ganz besonderen Auftrag aus Er gestaltete für den Kölner Dom und für seine Heimatstadt das neue Südquerhausfenster (Einweihung: 25.08.2007). Auf einer Gesamtfläche von über 100 Quadratmetern ist ein riesiges Glasgemälde  aus kleinen Farbquadraten mit Antikgläsern in 72 Farben entstanden.

Seit April 2007 ist Gerhard Richter Ehrenbürger von Köln.

Anmerkung: In einer Rangfolge des Kunstkompasses der weltweit bedeutendsten lebenden Künstler ergab sich z. B. in 2010 folgende Rangfolge: 1. Gerhard Richter (Köln),  2. Bruce Naumann (USA), 3. Sigmar Polke (Köln). Rangfolge 2015: 1.Gerhard Richter (Köln),  2. Bruce Naumann (USA),  3. Rosemarie Trockel (Köln). Der Kunstkompass ist ein in Deutschland jährlich ermitteltes Ranking der weltweit wichtigsten und gefragtesten zeitgenössischen Künstler der Gegenwart.

Norbert Burger




Norbert Burger (* 1932 in Köln, 2012 in Köln) war von 1980 bis 1999 Oberbürgermeister der Stadt Köln. Er war Mitglied der SPD. In seine OB-Zeit fällt u. a. der G8-Gipfel der Staats- und Regierungs-Chefs der wichtigsten Wirtschaftsstaaten der Welt 1999 in Köln. Alle Kölner erinnern sich aus dem Freizeit-Programm dieser Tagung noch an das legendäre Essen über dem Dionysos-Mosaik im Römisch-Germanischen Museum und an die Besuche des US-Präsidenten Clinton in Kölner Altstadt-Kneipen. Burger war der letzte Kölner Oberbürgermeister, der noch vom Rat der Stadt Köln und  nicht von den Kölner Bürgerinnen und Bürger direkt gewählt worden ist, und auch der letzte OB Kölns, der nicht zugleich Oberstadtdirektors war.

Wolfgang Overath
   Wolgang Overath (1. FC Köln)/WM 1974
Wolfgang Overath (links) (1. FC Köln)
und Gerd Müller (Bayern München)
(WM-Finale 1974)

Fotofreigabe (Autor): NL-HaNA, ANEFO / neg. stroken, 1945-1989, 2.24.01.05, item number 927-3080
Wolfgang Overath (* 1943) war von 1962 bis 1977 Fußball-Spieler des 1. FC Köln und spielte von 1963 bis 1974 in der deutschen Nationalmannschaft. Von Juni 2004 bis November 2011 war er Präsident des 1. FC Köln. Er ist zusammen mit Hans Schäfer der prominenteste Spieler der FC-Geschichte. Er war deren legendäre "Nr. 10" und damit "Spielmacher" im damaligen System. Mit der deutschen Nationalelf wurde Overath 1974 Weltmeister - sein größter sportlicher Erfolg - und mit dem 1. FC Köln deutscher Fußballmeister 1964. Zwischen 1963 und 1974 spielte er 81mal in der Nationalmannschaft und erzielte 17 Tore. Er gehörte mit Frans Beckenbauer und Günter Netzer zur goldenen Spielmacher-Generation. Overath nahm an drei Weltmeisterschaften teil: 1966 in England wurde er mit der deutschen Elf Vizeweltmeister (Endspiel-Niederlage gegen England mit 2:4), 1970 in Mexiko Dritter hinter Brasilien und Italien und 1974 Weltmeister (Endspiel-Sieg gegen die Niederlande mit 2:1). Vor allem von der WM 1970 ist er als Weltklasse-Mittelfeldregisseur in Erinnerung. 2008 wurde ihm das  Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Von den FC-Fans wurde Wolfgang Overath Anfang 2008 zum 60-jährigen FC-Jubiläum in das  "Traum-Team aus 60 Jahren 1. FC Köln" gewählt (s. FC-Seite unter 2.4).

FC-Bilanz: FC-Spieler 1962 - 1977 (Mannschaftskapitän 1968 - 1978). 542 Pflichtspiele für den FC mit 119 Toren.

Größte Erfolge mit dem "FC" und der National-Mannschaft:
Weltmeister (1974)
Vize-Weltmeister (1966) und WM-Dritter (1970)
Nationalspieler 1963 - 1974 (81 Spiele)
Deutscher Meister (1964)
Deutscher Vize-Meister (1965, 1973)
DFB-Pokal-Sieger (1968, 1977)

Wolfgang Niedecken
Kölner Persönlichkeiten/Wolfgang Niedecken

Wolfgang Niedecken (* 1951 in Köln) ist ein Kölner Sänger, Musiker und bildender Künstler. Er gründete Ende der 1970er Jahre die Kölsch-Rock-Band BAP, die wohl bedeutendste Band der Kölner Musik-Szene, mit der er schon bald auch über die Grenzen Kölns hinaus bekannt wurde. Er ist bis heute Sänger und Frontmann der Gruppe und das einzig verbliebene Bandmitglied der Gründerzeit. Vor seiner Karriere als Musiker studierte er von 1970 bis 1976 in Köln Kunst und ist bis heute aktiver Künstler, der die meisten BAP-Plattencover gestaltete und auch viele eigene Ausstellungen präsentiert. Aber Wolfgang Niedecken zeigt auch immer wieder großes politisches und gesellschaftliches Engagement. So war er z. B. 1992 einer der Initiatoren des Kölner „Arsch huh“-Konzerts gegen Rassismus und Fremdenhass, im Jahre 2002 engagierte er sich für eine Fortsetzung der rot-grünen Regierungsarbeit und in den Jahren 2004 und 2005 war er Botschafter der Hilfsaktion „Gemeinsam für Afrika“.


Fotofreigabe (Urheber): HagenU

Bläck Fööss
Kölner Persönlichkeiten/Bläckfööss





Freigabe (Urheber):
Joeopitz aus der deutschsprachigen Wikipedia
Spätestesten mit ihrem 40-jährigen Bühnen-Jubiläum in 2010 gehört die Kösch-Rockgruppe Bläck Fööss zu den historischen Kölner Persönlichkeiten. Die Gruppe ist 1970 aus einer Rockband hervorgegangen und hat den Kölner Karneval maßgeblich verändert, ja revolutioniert. Während bis dahin bei Sitzungen im musikalischen Teil im wesentlichen Krätzjer-Sänger wie vor dem Weltkrieg vor allem Willi Ostermann (s. oben)  sowie in der Nachkriegszeit Karl Berbuir, Jupp Schmitz und viele andere auftraten, tauchte mit den Bläck Fööss eine Rockband im Karneval und in den Sitzungen auf. Sehr schnell war die Band bei den Jecken stark gefragt; nur der offizielle und damals noch sehr konservative Karneval war vor allem ob des äußeren Erscheinungsbildes mit langen Haaren, Jeans und - in Anlehnung an den Namen - anfangs mit nackten Füßen zunächst äußerst reserviert. Heute gehören die "Fööss"zu den Höhepunkten jeder Sitzung und sind ein fester Bestandteil der bunten Kölner Musik-Szene. Die Gruppe hat unzählige Lieder - die meisten in kölscher Mundart - geschaffen, von denen viele treffend die kölsche Seele und das kölsche Leben beschreiben. Diese Leedcher kennt mittlerweile jeder in Köln und jeder singt sie vor allem an den Karnevalstagen in den Kneipen mit. Die Band und ihre Lieder gehören längst zum kölschen Kulturgut.

Gründungsmitglieder: "Tommy" Engel (der damalige Frontsänger, der leider 1994 ausgestiegen ist), "Joko" Jaenisch, "Bömmel" Lückerath, Hartmut Prieß, Peter Schütten, "Erry" Stocklasa.
Aktuelle Zusammensetzung (2015): Karl Friedrich „Kafi“ Biermann (ab 2017: Mirko Bäumer), Ralph „Gus“ Gusovius, Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath, Hartmut Reinhold Priess, Franz Peter Schütten, Ernst „Erry“ Josef Stoklosa  und Andreas Wegener.
 
Die 10 besten Leedcher der Bläck Fööss (nach subjektiver Auswahl des Autors): Drink doch eine met, Du bess die Stadt, En unserem Veedel, Es gibt ein Leben nach dem Tod, Et Spanien-Leed, Kaffeebud, Kölle du uns Stadt am Rhing, Mer losse d'r Dom en Kölle, Ming eetste Fründin, Rut & Wiess.

Den Bläck Fööss, der "Mutter aller kölschen Bands", folgten sehr schnell heute ebenfalls sehr prominente Gruppen wie - neben vielen anderen - Höhner, Paveier und De Räuber, die mit den "Fööss" das sog. kölschen Kleebblatt bilden und mit zur bunten Kölner Musik-Szene zählen. Deren besten Lieder gehören ebenso zum kölschen Liedgut wie diejenigen der "Fööss".

Persönlichkeiten sortiert nach Geburtsjahr

Ehrenbürger/innen der Stadt Köln
 (Stand: 01.11.2016)


















Quelle: http://www.koelnwiki.de/
18. Dezember 1856 //Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim (1797-1859) für seine Verdienste um den Dombau

26. Dezember 1859 //Ernst Moritz Arndt (1769-1860) als hervorragender Dichter und Patriot

1. April 1875 //Otto Fürst von Bismarck (1815-1898) als Reichsgründer

9. Juni 1879 //Helmuth Graf von Moltke (1800-1891), als Reichsgründer

25. April 1895 //Dr. Heinrich von Stephan (1831-1897) für die Entwicklung Kölns als Verkehrsknotenpunkt

20. Mai 1895 //Dr. Gustav von Mevissen (1815-1899) für seine weitsichtige Politik für Handel und Wirtschaft in Köln
 
August Reichensperger (1808-1895) für seine Verdienste um den Dombau

12. Juli 1905 //Friedrich Wilhelm von Becker (1835-1924) seine Verdienste zur Entwicklung Kölns zu einer modernen Großstadt

26. Oktober 1910 //Prof. Dr. Alexander Schnütgen (1843-1918) als Forscher und Förderer der Kunst

4. Januar 1951 //Konrad Adenauer (1876-1967) für seine zahlreichen Projekte zum Wohl der Stadt Köln  

 
4. Januar 1951 // Dr. h. c. Hans Böckler (1875-1951) für seien Einsatz für die Gewerkschaften und als Kölner Abgeordneter
 
26. August 1959 //Prof. Dr. Theodor Heuss (1884-1963) für den demokratischen Neubeginn
22. Juni 1967 //Josef Kardinal Frings (1887-1978) für seinen Einsatz für die Kölner Bevölkerung in den Nachkriegsjahren
sowie das Engagement für die Wiederherstellung und Restaurierung des Domes

14. Januar 1974 //Dr. h. c. Theo Burauen (1906-1987), für sein Verständnis, seinen Humor und seine überparteiliche
Toleranz

14. Oktober 1975 //Professor Dr. h. c. Peter Ludwig (1925-1996) für seine Verdienste um Köln als Kunststadt

29. April 1983 // Prof. Heinrich Böll (1917-1985)
 
17. März 1989 // Willy Millowitsch (1909-1999) als wandelndes Wahrzeichen Kölns

21. Mai 1991 //John van Nes Ziegler (1921-2006)

21. Februar 1995 // Prof. Dr. h. c. Irene Ludwig (1927-2010) für ihre Verdienste um die Kunst, Kultur und Wissenschaft in der Stadt

24. November 1999 //Dr. h. c. Norbert Burger (1932-2012)

4. November 2001 //Konsul Dr. h. c. Hans Imhoff (1922-2007)

4. November 2001 //Professor Alfred Neven DuMont (* 1927)

16. April 2007 //Prof. Dr. h. c. Gerhard Richter (* 1932)



Hinweise:

Aufgeführt sind in der vorstehenden Zusammenstellung diejenigen bedeutenden historischen Persönlichkeiten der Kölner Geschichte, die in Köln geboren sind und/oder einen wichtigen Bezug zu Köln aufweisen (ausgewählt nach  persönlicher Wertung des Autors)!
In der frühen Neuzeit blieben in Köln die mittelalterlichen Strukturen zunächst weitgehendst erhalten (bis 1794), so dass die Persönlichkeiten der frühen Neuzeit zum Teil auch dem Mittelalterlichen Köln zugeordnet werden könnten. 1794 begann die Kölner Franzosenzeit (bis 1814); das Mittelalter war endgültig vorbei.
Am historischen Rathausturm, dem bedeutendsten gotischen Profan-Bauwerk Kölns, sind Skulpturen von 124 Persönlickeiten der 2000-jährigen Geschichte Kölns  aufgestellt.




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GL_Köln/12.04.2016

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