Kölner Wappen     Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt    
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Kölner Stadtgeschichte
mit Kölns geschichtlichen Epochen

Das neuzeitliche Köln  Millionenstadt Köln heute

mit Date
nsammlung zum neuzeitlichen Köln

überarbeitet: Dez. 2015
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Themenseite des privaten Web-Informations-Projekts "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt".  Dieses private Web-Projekt verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen!



Das neuzeitliche heutige Köln - Rheinmetropole Köln in der Neuzeit
Stadtentwicklung - politische Entwicklung  - Stadtbefestigungen - Verkehrskreuz mit Kölner Brücken - Medienmetropole -  Kölnmesse - Autostadt - Geschichtsdaten

0. Vorbemerkungen und Inhalt

Historisch und kulturell umfaßt die Stadtgeschichte Kölns - grob gegliedert - drei EpochenDiese geschichtliche Epochen Kölns werden in den nachfolgend genannten drei Themen-Seiten der Rubrik "Kölner Geschichte" dieses Internetauftritts näher beschrieben:

Römisches Köln
                                                                          
um 19 v. Chr. -  um 455 n. Chr.
ab 50 n. Chr. Status einer  Colonia (Stadt römischen Rechts)
ab um 90 n. Chr.  römischen Provinzhauptstadt
zeitweise Kaiserresidenz
Mittelalterliches Köln um 455 - um 1500

mit mittelalterlichen Strukturen bis in die frühe Neuzeit (1794)

um 460 - 8. Jhdt. Residenzstadt der Franken
953 - 1288 Residenzstadt des Kurfürstentum Köln
ab 1288 de facto und ab 1475 bis 1794 de jure Freie Reichsstadt
Neuzeitliches  Köln - Köln heute
ab um 1500


1794 - 1814 Stadt mit französischer Besatzung
1815 - 1918  preußische Festungsstadt
ab 1918 republikanische Stadt, aktuell größte Stadt in NRW und viertgrößte in der BRD

Inhalt von "Neuzeitliches Köln - Millionenstadt Köln heute" 

1.   Entwicklung Kölns zur Millionenstadt
1.1 Merkmale der Rheinmetropole und Millionenstadt Köln
2.   Politische Entwicklung
3.   Stadtbefestigungen
4.   Verkehrskreuz und Logistikzentrum Köln sowie Kölner Brücken
5.   Stadterweiterungen und Eingemeindungen
6.   Statistische Daten
     
mit Einwohner- und Flächenentwicklung
7.   Beschreibung einiger Merkmale Kölns
7.1 Medienmetropole Köln
7.2 Messe- und Kongress-Stadt Köln
7.3 Autostadt Köln
7.4 Luft- und Raumfahrt-Standort und -Kompetenz-Zentrum Köln
7.5 Kölner Zoo und Kölner Flora
7.6 Kölner "Erfindungen"
D.  Datensammlung: Wichtige Geschichtsdaten zum Neuzeitlichen heutigen Köln

Eines der kölschen Gesetze:
Jede Jeck is anders! oder wie es auf einer Demo gegen Fremdenfeindlichkeit mal entdeckt wurde: Jede Jeck is von woanders!
Diese kölsche Verhaltensregel ist eine Art Bekenntnisse zu Toleranz und Nachsicht dem anderen gegenüber und auch Toleranz gegenüber Fremden (Flüchtlingen).

Infos und Fotos zu den Bauwerken/Denkmälern des Neuzeitlichen Köln siehe auch Themen-Seiten Kölner Bauwerke  und Kölner Denkmäler


1. Entwicklung Kölns zur Millionenstadt

Nach einer glanzvollen Epoche des Römischen Köln und nach einer vor allem im Hoch- und Spätmittelalter glanzvollen Periode des Mittelalterlichen Köln sowie nach dem vorübergehenden wirtschaftlichen Niedergang und Verfall der alten Reichsstadt Ende des 17. und im 18. Jhdt.. erlebte Köln nach der kurzen Periode als französische Stadt (1794 - 1814)  im Zuge der industriellen Revolution einen immensen Aufschwung. Die Rheinmetropole Köln (bis 1919 Cöln geschrieben) entwickelte sich im 19. und 20. Jhdt. zu einer modernen Großstadt und mittels diverser Stadterweiterungen und Eingemeindungen zur Rheinmetropole und Millionenstadt mit vielen Merkmalen mit zum Teil Alleinstellungsmerkmalen. Die Region profitiert dabei wie schon im Mittelalter von der äußerst verkehrsgünstigen und zentralen Lage in Europa.

Die neuzeitliche  Epoche Kölns lässt sich hinsichtlich ihrer politischen Entwicklung  aufteilen in die Perioden
und den Übergang in das heutige
In der langen Geschichte Kölns entwickelte sich der Name der Stadt weiter. Die Römer nannten das um 19. v. Chr. gegründete Oppidum Ubiorum mit der Verleihung des Status einer Stadt römischen Rechts 50 n. Chr.  fortan Colonia Claudia Ara Agrippinensium (abgekürzt: CCAA) und später offenbar nur noch Agrippina. Die nachfolgenden Franken nannten sie wohl schlicht Colonia. Hieraus entwickelten sich im Mittelalter die Bezeichnungen Coellen und Coeln (am Rhein) bzw. lateinisch Colonia Agrippina sowie in der Neuzeit Cöln mit ab 1919 der heutigen Schreibweise Köln (mundartlich: Kölle).

Im 13. Jahrhundert wurden nicht nur der historische Stadtkern sondern auch die vordem davor liegenden Klöster und Stiftskirchen und ihre Umgebung mit der mittelalterlichen Stadtmauer umschlossen. Die Mauer (entlang der heutigen Ringstraße) bildete bis ins 19. Jahrhundert die Grenze des Kölner Stadtgebietes. Danach erfolgte die Erweiterung zur heutigen heutigen Millionenstadt Köln (Ende 2011: ca. 1,014 Mio.). Köln besteht heute aus 9 Stadtbezirken mit jeweils mehreren Stadtteilen (insges. 86):
  • zentraler Stadtbezirk Innenstadt
  • Stadtbezirke ChorweilerNippes, Ehrenfeld, Lindenthal und Rodenkirchen linksrheinisch und Stadtbezirke Mülheim, Kalk und Porz rechtsrheinisch.
Der zentrale Stadtbezirk Innenstadt umfasst mehr als das Gebiet innerhalb der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer. Zum Stadtbezirk Innenstadt gehören die Stadtteile Altstadt/Nord und Altstadt/Süd (also der mittelalterliche Stadtkern zwischen Rhein und den Ringstraßen) und Neustadt/Nord und Neustadt/Süd (zwischen den Ringstraßen und dem Inneren Grüngürtel) linksrheinisch sowie Deutz rechtsrheinisch mit einer Gesamtfläche von 16,4 qkm und ca. 127 000 Einwohner.

Ungeachtet dieser amtlichen Einteilung gibt es in den Kölner Stadtteilen etliche sog. 
"Veedel" (Stadtviertel), die jeweils ein bestimmtes Lebensumfeld darstellen und für das Alltagsleben der Kölner eine große Rolle spielen. Diese für Köln typischen Veedel mit ihren oftmals veedeleigenen Kirchen waren beim Neuaufbau nach dem Kriege bewusst  wieder hergerichtet worden. Kölner leben und erleben ihre Veedel wie kaum in einer anderen Stadt. Solche kölsche Veedel sind u. a. im Stadtteil Altstadt das Eigelsteinveedel, das Friesenveedel, das Severinsveedel ("Vringsveedel"/Kölner Südstadt) und der Rheinauhafen sowie im Stadtteil Neustadt das Agnesveedel, das Belgisches Veedel, das Kwartier Latäng (Studentenviertel) und der Mediapark. Im heutigen Kölner Sprachgebrauch wird übrigens unter "Altstadt" zumeist nicht der politische Stadttteil, sondern das stark touristisch geprägte Vergnügungsviertel in Rheinnähe zwischen Hohenzollernbrücke und Deutzer Brücke (mit Alter Markt, Heumarkt, Martinsviertel und Rheingarten) innerhalb des amtlichen Stadtteils Altstadt verstanden. Weitere lebendige kölsche Veedel sind Nippes (im Kern des Stadtbezirks Nippes), Alt-Ehrenfeld (im Kern des Stadtbezirks Ehrenfeld), Sülz/Klettenberg (im Stadtbezirk Lindenthal) und Mülheim (im Kern des Stadtbezirks Mülheim). Als wochenendliche innerstädtische Feiermeilen haben sich in den letzten Jahren vor allem der Brüsseler Platz, der Agnesplatz, der Rathenauplatz und das Gebiet um den Chlodwigplatz (Südstadt) entwickelt.

Köln wird von seinen Bewohnern und den vielen Besuchern geschätzt wegen der vielfältigen Kultur-Szene mit den zahlreichen zum Teil bedeutenden kulturellen Einrichtungen, als Stadt zum Ausgehen, Feiern und Einkaufen und als bunte multikulturelle Stadt mit überwiegend aufgeschlossenen begeisterungsfähigen Menschen sowie als Stadt mit vielen Veranstaltungen u. a.  in der Kölner Philharmonie, im Kölner Opernhaus und im Kölner Schauspielhaus, im Kölner Stadion und in der riesigen Kölnarena (jetzt leider Lanxess-Arena genannt), in der Musical-Stätte am Dom ("blaues Zelt"), die von Mitte 2012 - 2015 vorübergehend auch Opernhaus-Ersatzspielstätte genutzt worden war und demnächst einen Nachfolger im rechtsrheinischen Köln erhalten soll. Die breitgefächerte Kneipen-Kultur mit zahlreichen Brauhäusern in der Innenstadt und den unzähligen Veedel-Kneipen ist der Treffpunkt der Kölner mit deren ausgeprägten Geselligkeit.

Schon zu römischer Zeit tauschten sich in dem damaligen antiken Handelszentrum die Kulturen aus und mischten sich. Entsprechend dieser langen multikulturellen Tradition leben heute in Köln registrierte Menschen aus ca. 180 Nationen mehr oder weniger friedlich zusammen - soviel wie in keiner anderen vergleichbar großen Stadt Deutschlands -. Viele Besucher und Neukölner bezeichnen Köln als fast mediterrane Stadt. Hierzu passt  das schöne Lied der  Bläck Fööss "Unser Stammbaum".

1.1 Merkmale der neuzeitlichen Rheinmetropole und Millionenstadt Köln

  Wichtigste Merkmale von Köln heute:

Merkmale
Erläuterung zu den Merkmalen der Rheinmetropole Köln

Anhang
Köln, eine historisch bedeutende Stadt mit einer über 2000-jährigen Geschichte (seit um 19 v. Chr.) Einige als Denkmäler erhalteneTeile der Festungsbauwerke aus den geschichtlichen Epochen:

Kultumetropole und Kunststadt Köln


Herauszuheben sind:
  • zahlreiche - zum Teil hochrangige - Museen (mit den großen Drei Wallraf-Richartz-Museum, Museum Ludwig und Römisch-Germanisches Museum) und die Art Cologne, die wichtigsten Kunstmesse in Deutschland von internationaler Bedeutung,
  • viele historische Bauwerke und Denkmäler,
  • eine bunte Musik- und Theater-Szene (mit der Kölner Philharmonie, der Kölner Oper, unzähligen Musikgruppen und einer städtischen und einer breiten privaten Theater-Szene) 
  • das "Kultur-Quartier im Zentrum"  mit den wichtigsten Kölner Museen, dem Weltkulturerbe Kölner Dom, der Philharmonie und den städtischen Bühnen (Opernhaus und Schauspielhaus) sowie mit 5 der 12 Romanischen Kirchen (St. Aposteln, Groß St. Martin, St. Aposteln, St. Cäcilien und St. Maria im Kapitol) in einem Gebiet von ca. 1,4 km Ost < > West und ca. 1,0 km Nord < > Süd in fußläufiger Entfernung in der Kölner Innenstadt
A 1
Medien-Metropole und ein Zentrum der Kreativ- wirtschaft


Merkmale der Medien-Metropole Köln sind:
  • Rundfunk: "Fernseh-Hauptstadt" mit u. a.
    • dem WDR (größte öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt in Deutschland mit den Bereichen Fernsehen und Hörfunk)
    • RTL Television (Mediengruppe RTL, erfolgreichster privater Programmanbieter in Deutschland) und weitere Programmanbieter der Mediengruppe RTL (VOX, Super RTL,  n-tv u. a.)
  • Literatur: Verlag DuMont-Schauberg und etliche große Buchverlage
  • Fernseh- und Filmproduktionen: ca. 60 Studios als wichtigste Medien-Unternehmen und auch als wichtige Arbeitgeber
  • Film: Filmmetropole mit u. a. dem Film-Festival Cologne (26. Festival: 07. - 14.10.2016)
A 2
A 3
Stadt mit bedeutenden profanen und kirchlichen Bauwerken
In Köln befinden sich viele nennenswerte - zum Teile  historische - Bauwerke mit allen voran dem grandiosen Kölner Dom und dem Ensemble der Romanischen Kirchen sowie auch den 8 Rheinbrücken. Eine Stadt der Hochhäuser und Wolkenkratzer ist Köln nicht!


bedeutender Produktions- und Industrie-Standort

- Auto-Stadt
- Chemie-Stadt
Köln ist
  • eine Auto-Stadt und einer der wichtigsten Fahrzeug- und Motorenbau-Standorte Deutschlands
  • eine Chemie-Stadt und einer der größten Chemie-Standorte Europas mit einem regionalen Chemiegürtel um Köln mit ca. 230 Chemie-Unternehmen und 65 000 Beschäftigten in der Region (seit September 2013 auch mit dem Firmensitz des großen Chemiekonzerns Lanxess, einer Abspaltung aus dem Bayer-Konzern)
  • eine Stadt mit einer ausgeprägten Maschinenbau- und Elektrotechnik-Industrie (über 130/110 Unternehmen)

Messe- und Kongress-Stadt Köln
Köln ist ein international bedeutender Messestandort (unter den TOP 3 in Deutschland und den TOP 10 weltweit; Bilanz 2015).


bedeutendes Verkehrskreuz -  das  "Verkehrskreuz des Westens" - Köln ist ein Verkehrskreuz in den deutschen und europäischen Verkehrsströmen auf den Strassen, den Schienen, in der Luft und auf dem Rhein inkl. dem aufstrebenden Flughafen Köln/Bonn "Konrad Adenauer" im rechtsrheinischen Stadtteil Köln-Wahn.

europäisches Logistikzentrum  Köln ist ein  Logistikzentrum mit
  • dem riesigen Container-Umschlagbahnhof (Schiene/Straße) Köln-Eifeltor (mit  380 000 Ladeeinheiten zusammen mit Hamburg-Billwerder - demnächst 400 000 Ladeeinheiten - einer der zwei größten deutschen Umschlagbahnhöfe)
  • dem Rangierbahnhof Köln-Gremberghoven (einer der größten Rangierbahnhöfe in Deutschland)
  • ab 2017 dem neuen zentralen Instandhaltungswerk der Deutschen Bundesbahn für Hochgeschwindigkeitszüge in Köln-Nippes

Handelsmetropole - ein Merkmal also, das schon im frühen Mittelalter begründet worden ist -   Köln ist eine Handelsmetropole mit einer Reihe von klangvollen Namen im Kölner Raum wie u. a. dem Sitz zweier großen Handelsunternehmen (REWE Group AG, die Nr. 10 der weltgrößten Handelsunternehmen, und Galeria Kaufhof GmbH, einer der führenden Warenhausbetreiber Europas und - noch - Teil des Metro-Konzerns) sowie dem Platz 1 in Deutschland bezüglich der Ansiedlung von Institutionen des Handels (des Außenhandels, über 20 des Großhandels und über 25 des Einzelhandels).

Stadt der Wissenschaft (wie schon im Mittelalter) und Forschung
- Hochschul-Stadt

 Köln  ist eine Stadt der Wissenschaft

mit
13 Hochschulen eine der bedeutendsten Hochschul-Städte Deutschlands
  • mit der 1388 gegründete Universität zu Köln, eine der ersten Universitäten im damaligen Reich und die erste von der Bürgerschaft begründete deutsche Uni, die nach ihrer Schließung in der Franzosenzeit Kölns im Jahre 1919 neu gegründete wurde (stets mit den meisten oder zweitmeisten Studierendenzahl Deutschlands)
  • mit der Sporthochschule Köln als bundesweit einzige und weltweit größte Sportuniversität (ca. 5 000 Studierende)
  • mit der Fachhochschule Köln als größte Schule für angewandte Wissenschaften in Deutschland (aktuell im Frühjahr 2014: 22 800 Studierende)
  • mit den folgenden weitere Hochschulen: Hochschule für Musik und Tanz Köln (eine der  größten und traditionsreichsten Musikhochschulen Europas), Kunsthochschule für Medien, Katholische Hochschule NRW, private Rheinische Fachhochschule Köln, Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Cologne Business School, Kölner Studienzentrum der Fachhochschule für Ökonomie und Management, Internationale Filmschule Köln, Kölner Campus der Hochschule Macromedia für Medien und Kommunikation und Hochschule Fresenius Köln
4
Wirtschaftszentrum

Köln ist ein Wirtschaftszentrum mit über 40 Unternehmenszentralen sowie u. a. Sitz von ca. 200 chinesischen Handels- und  Wirtschaftsunternehmen und damit drittgrößtes chinesisches Wirtschaftszentrum Deutschlands.

bedeutendes Zentrum der Kredit-/Versicherungs- Branchen und Versicherungs-Stadt

Köln ist eine Versicherungs-Stadt mit mit um 60 Versicherungs-Unternehmen und nach Anzahl der Beschäftigten auf Platz 2 knapp hinter München und Hauptsitz von mehreren Versicherungs-Unternehmen u. a.  von Axa, DEVK und Generali Deutschland Holding AG (demnächst in München) sowie ab 2020 des Versicherungskonzerns Zurich-Guppe Deutschland am Standort Messe-City Köln in Köln-Deutz .

Zentrum des Dienstleistungs-Gewerbes Köln ist ein Zentrum des Dienstleistungs-Gewerbes mit den schon erwähnten Dienstleistern der Medienmetropole und der Kreativwirtschaft  sowie mit u. a. - noch - dem Sitz der Hauptverwaltung der Deutschen Lufthansa sowie dem Sitz der LH-Tochter Germanwings und seit 2015 Basisstandort der neuen Low-Cost-Flotte der Lufthansa-Tochter „Eurowings“
Zentrum der Informations- und Kommunikations- Technologie

Die Region Köln gehört zu den 4 größten Standorten der Informations- und Kommunikations-Technologie in Deutschland und hat mit der Ansiedlung der NRW-Niederlassung von Microsoft am Rheinau-Hafen im September 2008 eine weitere Aufwertung mit einer großen Sogwirkung erhalten. Mittlerweile haben "rund 11 000 Firmen der IT- und Telekommunikations-Branche ihren Sitz im Hotspot der Republik (Großraum Köln)" (Zitat Express 05.08.2014) (inkl. dem TK-Dienstleister Detecon, einer Tochter der Deutschen Telekom, nach dessen Umzug von Bonn nach Köln).

bedeutendes Luft- und Raumfahrt-Kompetenz- Zentrum
Die Elemente des Luft- und Raumfahrt-Kompetenz-Zentrum Köln sind unter Ziffer 1.2 kurz beschrieben.


Sitz des Metropolitan-Bistums der Kirchenprovinz Köln der katholischen Kirche (wie schon seit dem frühen Mittelalter) Köln ist Metropolitan-Bistum der Kirchenprovinz Köln der katholischen Kirche mit
  • dem Erz-Bistum Köln (1 von 7 deutschen Erzbistümern) 
  • aktuell den Suffragan-Bistümern Aachen, Essen, Limburg, Münster und Trier (Nachkriegs-Erzbischöfe mit dem Kölner Dom als Bischofskirche
Kardinäle zuletzt: Joseph Frings 1942 - 1969,  Kardinal Joseph Höffner 1969 - 1987,  Kardinal Joachim Meisner 1989 - 2014 , aktuell seit 2014  Rainer Maria Kardinal Woelki .
Köln ist  immer noch eine Stadt mit vielen katholischen Kirchen (164; u
m 1500 sollen es mehr als 300 gewesen sein  - in einem mittelalterlichen Reisebericht hieß es: "... soviel wie das  Jahr Tage hat" -)
A 5
Karneval-Metropole
Köln ist seit vielen Jahrzehnten die Stadt des Karnevals, die den Karneval lebt wie kaum eine andere Stadt, und die als Karnevalshochburg Deutschlands und einer der Karnevalshochburgen der Welt gilt. Der Karneval ist natürlich für viele Branchen und die Stadt ein ganz wichtiger Umsatzträger.

Einkaufs-Stadt und Stadt zum Feiern Köln ist eine Einkaufs-Stadt und wird zunehmend eine weltoffene Stadt zum Feiern (und das nicht nur in den närrischen Tagen in der Karnevalshochburg Köln)


Weihnachtsmarkt-Stadt Nr. 1
Seit einigen Jahren entwickelt sich Köln - auch in der Einschätzung der nationalen und internationalen Presse - zunehmend als die klare Nr. 1 der Weihnachtsmarkt-Städte in Deutschland. Express/16.12.2015: "Köln ist die Weihnachtsmarkt-Hauptstadt. Santa Kölle lässt die Konkurrenz Berlin, Hamburg , Nürnberg usw. (bezüglich der Besucherzahlen) weit hinter sich." Die Kölner Weihnachtsmärkte sind natürlich für viele Branchen und die Stadt zum ganz wichtiger Umsatzträger geworden.

Ferner ist die Rheinmetropole Köln heute ...

ein internationales Tourismus-Ziel Köln ist zunehmend ein internationales Tourismus-Ziel und eine der Touristenattraktionen in Deutschland mit starken Zuwachsraten, wodurch der Tourismus einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt geworden ist. Bestätigt wird diese Tendenz u. a. von dem Reise-Portal "trip advisor" gem. einer Statistik von 12.2015. Touristen besuchen primär den Kölner Dom, die Museen, die Romanischen Kirchen, die vielen Brauhäuser, die Altstadt, das 4711-Haus, die Rheinpromenaden links- und rechtrheinisch und vieles mehr und schätzen das kölntypische Flair mit Lebenslust und Feierlaune (nicht nur beim berühmten Kölner Karneval).

eine Sportstadt Köln ist auch eine Sportstadt  mit u. a.
  • dem von den Kölnern "heiß geliebten" großen Fußball-Club 1. FC Köln, seit 1963 - mit einigen kleineren "Auszeiten" - in der 1. Fußball-Bundeliga und dreimal Deutscher Meister
  • dem Kölner EC - die Kölner Haie (Eishockey), seit 1973 ununterbrochen in der Deutschen Eishockey-Liga und achtmal Deutscher Meister
  • den Hockey-Vereinen RW Köln, SW Köln und BW Köln mit vielen Meistertiteln bei den Herren und Damen sowie auf dem Feld und in der Halle
  • dem Sportpark Müngersdorf  mit  dem RheinEnergie-Stadion sowie der riesigen Sport- und Veranstaltungshalle Kölnarena in Köln-Deutz (jetzt leider Lanxess-Arena genannt)
A 6
eine Stadt der Grünanlagen
Köln ist auch ein Stadt der Parks mit u. a. dem Rheinpark in Köln-Deutz, dem inneren und äußeren Grüngürtel und dem Kölner Botanischen Garten sowie vor allem dem 1860 gegründeten Kölner Zoo, dem drittältesten Zoo Deutschlands mit u. a. nach Fachmeinung dem modernsten Elefantenpark Europas

Ein wichtiger Impuls für die Begrünung Kölns waren nach dem 2. Weltkrieg Planungen des damaligen Oberbürgermeisters Konrad Adenauer (Kölner OB 1917 bis 1933), anstelle  der ehemaligen preußischen Festungswälle nunmehr zur friedlichen Nutzung einen Inneren und einen Äußerer Grüngürtel um Köln und im Gebiet der Forts Erholungsanlagen zu erstellen, von denen ab 1922 große Teile auch realisiert worden sind.

Heute sind nur knapp 49 % der Stadtfläche Kölns (insges. 405 ha) bebaut. Ca. 51 % sind Parks/Grünanlagen (11 %), Sportplätze, Friedhöfe, Felder/Wälder und Wasserflächen. Damit hat Köln mehr unbebaute Fläche als alle anderen vergleichbaren Städte und die 3 anderen Millionenstädte Deutschlands (Quelle: KStA 17.04.2012 und 23.04.2016).

eine Stadt mit mehreren großen Plätzen
Größte Plätze:
 die historischen Altstadt-Plätze Heumarkt und Alter Markt mit einer 2000-jährigen Geschichte,
der Neumarkt im Zentrum der Einkaufskaufsmeilen und
daneben der -  leider derzeit arg vernachlässigte - Ebertplatz am Rande der nördlichen Innenstadt sowie der kleine Rudolfplatz  im Westen und der Chlodwigplatz im Süden der Innenstadt, alle 3 gelegen an den ehemaligen römischen Fernstraßen der römischen Epoche Kölns und mit 3 historischen mittelalterlichen Torburgen (Eigelsteintor, Hahnentor und Severinstor)

Ein Stadt der Hochhäuser ist Köln - bewusst und zum Glück (anders als Frankfurt) - nicht. Seit 2007 gilt ein Höhenkonzept, mit dem in der Kölner Innenstadt (Altstadt, Neustadt) vor allem dem Kölner Dom und den Romanischen Kirchen Köln als herausragende Kulturgüter der Sichtschutz gewährleistet werden soll. Zitat des Fördervereins Romanische Kirchen e. V. (aus 2007): "Auf seiner Sitzung vom 15.5.2007 hat der Rat der Stadt Köln mit großer Mehrheit das Höhenkonzept verabschiedet.Die Vorschläge aus dem Kreis der Kölner Bürgerschaft und auch des Fördervereins Romanische Kirchen wurden dabei weitgehend berücksichtigt. ... Generell wiederholt der Förderverein Romanische Kirchen Köln e.V. seine auch bisher schon formulierte Meinung, dass innerhalb des historischen Kernbereichs der linksrheinischen Kölner Innenstadt (Altstadt, Neustadt) bei Neubauten die maximale Gebäudehöhe (d.i. die Firsthöhe einschließlich aller Technik-Aufbauten) von 22,50 m  in Zukunft nicht überschritten werden sollte. Das gilt auch für die Bereiche der Nord-Süd-Fahrt, für die in der aktuellen Verwaltungsvorlage Genehmigungen von Bauhöhen bis zu 35 m vorgesehen werden."

Trotzdem gibt es natürlich auch in Köln einige hohen Häuser. Die 4 höchsten Kölner Bauten nach dem Dom (157,3 m): der Kölnturm im Mediapark am Rand der westlichen Neustadt 148,5 m, das Colonia-Haus in Köln-Riehl 147 m,
das (ehemalige) DW-Sendezentrum (steht zur Zeit leer) 139 m, das Uni-Center
am Rand der westlichen Neustadt 133 m.


Laut einer Studie für das Handelsblatt (Sept. 2009) gehört Köln mit Hamburg, Berlin, München und Frankfurt zu den 5 deutschen Städten mit den besten wirtschaftlichen Entwicklungschancen in den nächsten 5 bis 10 Jahren. Laut einer Studie des renommierten Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Institut (HWWI) ergibt sich in 2015 hinsichtlich Zukunftsaussichten und Entwicklungsperspektiven folgendes Städteranking (Gesamtindex): München, Berlin, Leipzig, Frankfurt am Main, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Hamburg, Bonn und Dresden. Bezüglich der Handels- und Einkaufsmetropole Köln ist zu erwähnen, dass - für Besucher und Kölner gleichermaßen ideal - sich in der Innenstadt/Altstadt

-  eine Einkaufs-Zone mit den bekannten Einkaufsmeilen Hohe Str. (der römischen Straße Cardo Maximus), Schildergasse (der römischen Straße Decumanus Maximus), Breite Str. /Ehrenstr. und Neumarkt, 
-  eine Kultur-Zone mit mehreren Kölner  Museen, mehreren Kirchen (inkl. Dom und einigen der Romanischen Kirchen) und mit der geplanten Via Culturalis und
-  die kölsche Altstadt-Vergnügungs-Zone zwischen Hohe Str. und Rhein (Heumarkt, Alter Markt, Martinsviertel, Rheingarten) mit unzähligen Brauhäusern, Kneipen  und  Restaurants

unmittelbar nebeneinander befinden ... also für jeden etwas. Die großen Altstadt-Plätze Heumarkt und Alter Markt lagen im frührömischen Köln noch im Gebiet eines Rheinnebenarms. Nach dessen Verlandung entstanden dort im Mittelalter große Marktplätze. Heute gehören diese Plätze zur lebhaften Altstadt-Szene und werden auch u. a. für die Kölner Weihnachtsmärkte, den jährlichen Weinmarkt, die jährlichen CSD-Wochenenden und Karnevalsveranstaltungen (11.11. und Weiberfastnacht sowie in der Trasse des Rosenmontagzugs) genutzt. Auch durch diese in Köln mögliche enge örtliche Verknüpfung von touristischer Stadtbesichtigung und Einkaufs-Bummeln lockt die Stadt immer mehr Touristen an.

Im Juli 2015 wurde aber auch ein Negativrekord bekannt: Köln löste in 2014 Stuttgart als Staustadt Nr. 1 ab (Reihenfolge: 1. Köln knapp vor 2. Stuttgart, 3. Karlsruhe, 4. Düsseldorf). Im Jahr 2015 "verlor" Köln diesen "Titel" jedoch wieder an Stuttgart und wurde Zweiter. Die Stadt Köln kritisiert hierzu allerdings (wohl zu Recht), das vom ausführenden Institut die Staus auf dem Kölner Autobahnring,
einer der wichtigsten und am stärksten ausgelasteten Fernstraßen und Verkehrsdrehscheiben  Europas, mitgezählt worden sind, was natürlich nichts mit Staus im Stadtgebiet zu tun hat.

Hinweis:
Die Schildergasse war gemäß Zählungen der Passanten pro Stunde in den letzten Jahren stets unter den ersten Drei in Deutschland und mit wenigen Ausnahme die Einkaufsmeile Nr. 1. So belegte sie z. B. 2007 Platz 1 vor der Kaufingerstraße in München und der Zeil in Frankfurt. 2008 stand die Kölner Schildergasse bei einer Zählung der Passantenfrequenz in 74 europäischen Einkaufsstraßen sogar auf Platz 1 in Europa (mit ca. 17200 Passanten/ Std.) vor der Oxford Street West in London (ca. 16100) und der Mönckebergstraße in Hamburg (ca. 15500). Auch 2011 und 2012 war die Schildergasse bei der Beratungsgsellschaft BNP mit ihrem Sortiments- und Geschäfte-Mix wieder auf Platz 1 in Deutschland. 2013 hingegen führte die Kaufingerstraße München vor der Schildergasse Köln, der Zeil Frankfurt und der Hohe Str. Köln. 2014 lautet die Reihenfolge: 1 Schildergasse Köln, 2. Hohe Str. Köln, 3 Königstraße Stuttgart.
Neuzeitliches Köln/Schildergasse
Schildergasse
Neuzeitliches Köln/Schildergasse
Schildergasse
Neuzeitliches Köln/Hohe Straße
Hohe Straße
Hohe Str. und Schildergassen waren schon im Römischen Köln und im Mittelalterlichen Köln bedeutende Straßen.
       
Heumarkt und Alter Markt
Eng verbunden mit Köln als Handelsmetropole sind die großen mittelalterlichen Plätze zu erwähnen: die historischen Altstadt-Plätze Heumarkt und Alter Markt mit einer 2000-jährigen Geschichte. Diese heutigen - zur lebhaften Altstadt-Szene im neuzeitlichen Köln zählenden - großen Altstadt-Plätze lagen im frührömischen Köln noch im Gebiet eines Rhein-Nebenarms. Nach dessen Verlandung ab vermutlich Mitte des 2. Jhdt. wurde aus diesem Gebiet ein großer Platz, der mit dem Bau der erzbischhöflichen Münze im 10. Jhdt. in zwei Plätze aufgetrennt wurde (mit den späteren Namen Alter Markt und Heumarkt). Dort entstanden Handwerkssiedlungen und ein große Marktplatz.

Von diesen zwei großen Plätzen ist vor allem der Heumarkt zu erwähnen. Eine Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum (10.12.2016 - 14.05.2017) zeigte die Bedeutung dieses riesigen Platzes von der Römerzeit bis heute. Der Heumarkt wurde im Mittelalter ein großer Marktplatz und Handelszentrum. Er war mittelalterliche Hinrichtungsstätte, Ort für Auftritte der mittelalterlichen Kaiser, ein nobles Wohnviertel mit vielen mittelalterlichen Prachtbauten und ab 1580 Standort der Kölner Börse. In der frühen Neuzeit und bis heute wurde der Heumarkt Ort für die unterschiedlichsten Veranstaltungen. Der Heumarkt wird heute u. a. genutzt als einer der großen Kölner Weihnachtsmärkte, als zentraler Veranstaltungsort am CSD-Wochenende, als Weinmarkt im Frühlung, für Karnvalsveranstaltungen am 11. im 11. und zu Weiberfastnacht, für die 1- Mai-Kundgebungen und viele andere politischen Veranstaltungen,  als Treffpunkt bei sonstigen großen Ereignissen in Köln und vieles mehr. Außerdem ist der Heumarkt der Eingang in die Altstadt-Szene mit ihren vielen Gaststätten und Brauhäusern sowie die Einkaufsmeilen. Und der Alter Markt liegt direkt nebenan. Leider ist dieser riesige Heumarkt in seiner südlichen Ecke von den Nazis mit einer Verkehrsachse zerschnitten worden, eine Bausünde, die leider bisher nicht beseitigt worden ist. Heute zerschneidet eine Stadtbahntrasse dort den Platz und nimmt ihm etwas von seiner Größe.

In unmittelbarer Nähe des Alter Markt befindet sich seit der Stadtgründung das politische und kulturelle Zentrum der Stadt. Im römischen Köln befand sich westlich des Platzes (anfangs des vorgenannten Rheinarms) das Praetorium, der Palast und Sitz des Statthalters und politisches Zentrum der Colonia. Im Mittelalter und auch in der Neuzeit steht am Platz des römischen Praetorium das Kölner Rathaus mit dem imposanten Rathausturm. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe des Alter Markt befinden sich die bedeutendsten Museen der Stadt: das Wallraf-Richartz-Museum, das Museum Ludwig, das Römisch-Germanische Museum und (im Bau) das "MiQua. Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln".


Empfehlenswerteste Sehenswürdigkeiten für Kultur- und Erlebnis-Touristen in der modernen Millionenstadt Köln nach Ansicht des Verfassers:
Rheinmetropole Köln/Kulturzentrum Köln
Das Römisch-Germanisches-Museum wird von 2018 bis ca. 2023 umfgangreich saniert (mit allenfalls teilweiser Öffnung der Sammlung).
Die Städtischen Bühnen werden zur Zeit umfangreich saniert (bis vorauss. 2023). Übergangsbetrieb siehe unter Kölner Bühnen.

In Köln wird viel gebaut. Die aktuell größten und wichtigsten Baumaßnahmen sind (Stand: 4. Quartal 2016):
Nachtrag zum Rheinboulevard:
Mit dem geplanten stadtarchitektonisch bedeutenden Rheinboulevard am rechtsrheinischen Kölner Rheinufer soll der zentrale Teil des rechtsrheinischen Rheinufers neu gestaltet werden. Der erste Teil zwischen Hohenzollernbrücke und Deutzer Brücke mit einer 500 m langen Freitreppe ist Anfang 2017 fertiggestellt worden. Die große Freitreppe direkt am Wasser und gegenüber dem berühmten Kölner Altstadt-Panorama, einem der schönsten europäischen Panoramen, ist bereits seit Juli 2015 provisorisch freigegeben worden. Besuchern Kölns sei folgender attrative Spaziergang empfohlen (ca. 2,5 km): Start: Heumarkt (in der linksrheinischen Altstadt) - Deutzer Brücke - rechtsrheinischer Rheinboulevard mit grandiosem Panoramablick (empfohlen auch in der Dämmernung und abends) - Hohenzollerbrücke - Dom/Museen -  neugestaltete Dom-Ostseite - Ziel: Alter Markt/Heumarkt  (in der linksrheinischen Altstadt)

Altstadt-Impressionen:

Neuzeitliches Köln/Heumarkt Neuzeitliches Köln/Heumarkt Neuzeitliches Köln/Heumarkt Neuzeitliches Köln/Heumarkt Neuzeitliches Köln/Heumarkt Neuzeitliches Köln/Heumarkt
Köln/Heumarkt (mit Reiter-Denkmal
INeuzeitliches Köln/Alter Markt
Neuzeitliches Köln/Alter Markt Neuzeitliches Köln/Alter Markt
Altstadt Köln/Kastellsgäßchen am Heumarkt
Neuzeitliches Köln/Neumarkt
Neuzeitliches Köln/Neumarkt
Köln/Alter Markt (mit Rathausturm
Kastellsgäßchen (zw. Heumarkt u. Alter Markt)
Köln/Neumarkt (mit St. Aposteln
Die beiden großen Altstadtplätze Alter Markt und Heumarkt lagen in der frühen Phase des Römischen Köln im Gebiet eines Nebenarms des Rheins und eines Hafen (Alter Markt) und waren im Mittelalterlichen Köln u. a. große Marktplätze.
An der Westseite des Neumarkts (östlich von St. Aposteln) verlief die römische Stadtmauer.
Neuzeitliches Köln/Altstadt
Bürgerhaus St. Peter
(Haus Zims)/Heumarkt
Neuzeitliches Köln/Altstadt
Heumarkt/Ecke Salzgasse
Neuzeitliches Köln/Altstadtgasse
"Walfisch" in der Salzgasse
Neuzeitliches Köln/Altstadtgasse
"Walfisch" mit Groß St. Martin
Neuzeitliches Köln/Rheingarten
Rheingarten
Neuzeitliches Köln/Altstadtgasse
Altstadtgasse/Rheingarten

Ein wichtiges Projekt zur Weiterentwicklung der Stadt ist im Zuge der Regionale 2010 in Arbeit, das Projekt "Stadtentwicklung beiderseits des Rheins".  Zitat hierzu aus dem Internetauftritt  der Regionale 2010:

Die Kölner Innenstadtentwicklung steht im Spannungsfeld von „Bewahrung“ und „Aufbruch“. „Bewahrung“ steht für die Pflege des historischen Erbes vor allem in der linksrheinischen Innenstadt, „Aufbruch“ demgegenüber für die dynamische Stadtentwicklung im Rechtsrheinischen. Hier haben sich in den letzten Jahren alte Industriestandorte zu modernen Arbeits- und Wohnstandorten entwickelt. Das Gesamtprojekt "Stadtentwicklung beiderseits des Rheins Köln" thematisiert und beinhaltet diese Facetten der Kölner Stadtentwicklung. Ausgangspunkt und verbindendes Element beider Stadthälften ist dabei der Rhein.

Linksrheinisch steht das Modul "Archäologische Zone" im Bereich des Rathausplatzes für das historische Erbe von Stadt und Region. Unter Einbindung des unter dem Spanischen Bau gelegenen Praetoriums, dem Palast des Statthalters der Provinz Niedergermanien zur Römerzeit, entsteht im Bereich des Rathausplatzes ein großes unterirdisches archäologisches Museum, das Einblicke in 2000 Jahre Stadtgeschichte anhand von Originalfunden am Originalschauplatz bietet. Rechtsrheinisch wird der dynamische Stadtentwicklungsprozess thematisiert und u.a. baulich durch die Umgestaltung des Ottoplatzes am Bahnhof Deutz zu einem neuen repräsentativen Stadteingang deutlich. Im Rahmen der so genannten Rechtsrheinischen Perspektiven werden die Veränderungen der vergangenen 10 Jahre und die künftige Stadtentwicklung im Entwicklungsgebiet rund um den Bahnhof Deutz in den Jahren 2010 und 2011 in einem Symposium und Workshop bewertet und für die Zukunft skizziert sowie im Frühjahr 2011 durch eine Ausstellung dokumentiert. Museum in der Archäologischen Zone im Bau!

Als verbindendes drittes Projektmodul wird das innerstädtische rechtsrheinische Ufer zwischen den Poller Wiesen im Süden und dem Eingang zum Rheinpark und Tanzbrunnen im Norden als so genannter Rheinboulevard neugestaltet. Zentrales Element ist dabei eine großzügige Rheintreppe zwischen Hohenzollern- und Deutzer Brücke. Durch den Rheinboulevard wird vis-à-vis der Kölner Altstadt eine neue Aufenthaltsqualität am Rhein für Stadt und Region geschaffen.
Rheinboulevard-Abschnitt zwischen Hohenzollern- und Deutzer Brücke mit der Rheintreppe Anfang 2017 fertiggestellt!
Kölner Museen/Archäologische Zone + Jüdisches Museum
Archäologische Zone/Aushang der Stadt Köln am Bauplatz
(am Rathauplatz gegenüber WRM)

Kölner Panorama/Deutz mit Freitreppe am Rhein
Rhein-Boulevard mit der großen Freitreppe am Rheinufer
Kölner Panorama/Deutz mit Freitreppe am Rhein

Bei diesen vielen positiven Merkmalen der Stadt soll aber nicht verschwiegen werden, dass in Köln auch so manches zu bemängeln ist. Einige beklagenswerte Beispiele:
Die Kölner Bürger sollten diese und ähnliche Mängel auf Dauer nicht hinnehmen!

2. Politische Entwicklung

2.1 Frühe Neuzeit in Köln um 1500 - 1794
(Köln als Stadt zwischen Mittelalter und Neuzeit mit Herrschaft der Bürger)

In der frühen Neuzeit nach 1500 blieben in Köln die 
mittelalterlichen Strukturen weitgehendst erhalten. Der Grund hierfür könnte sein, dass die nie eingenommene und wohl uneinnehmbare große Stadtmauer die Kölner einerseits abgesichert hat, andererseits aber auch vor neueren Entwicklungen abgeschottet haben könnte. Ein weiterer Grund könnte der vorübergehende wirtschaftliche Niedergang und Verfall der Reichsstadt  Ende 17. und im 18. Jhdt. sein. Der Abschied vom Mittelalter dauerte im "heiligen Köln" jedenfalls länger als anderswo und war im Grunde genommen erst 1794 mit Einzug der Franzosen zu Ende.  Siehe hierzu unter "Das Mittelalterliche Köln".

2.2 Köln zur Franzosenzeit 1794 - 1814

1794 wurde die Stadt Köln ohne Gegenwehr von den französischen Truppen Napoleons eingenommen und verlor damit ihren formal seit 1475 im mittelalterlichen Köln geltenden Status als Freie Reichsstadt, wobei zu beachten ist, dass die heutigen rechtsrheinischen Gebiete Kölns noch nicht zur Stadt gehörten, sondern erst ab 1888 mit den neuzeitlichen Stadterweiterungen eingemeindet wurden. Die Franzosen besetzten nach dem sog. 1. Koalitionskrieg 1797 das gesamte linksrheinische Gebiet des Rheinlandes. Das Mittelalter war nun auch in Köln endgültig beendet. Der Verbundbrief von 1396, die mittelalterliche Kölner Stadtverfassung, wurde 1796 - also nach 400 Jahren - durch die französische Munizipalverfassung abgelöst. Die 1388 gegründete Universität Köln wurde 1798 geschlossen  (und erst 1919 wieder eröffnet). 1801 wurde nach einem Verzicht des deutschen Kaisers (Frieden von Lunéville am 09.02.1801 nach der Niederlage gegen Frankreich/Napoleon) das Rheinland (mit Köln, Aachen, Bonn und Mainz) und damit auch die vormalige Freie Reichsstadt Köln in den französischen Staatenverbund überführt. Köln wurde eine französische Stadt ("La ville de Cologne") und die Kölner wurden französische Staatsbürger.

Das Erzbistum Köln und das Kurfürstentum Köln wurden aufgelöst. Köln war ab 1801 kein Bischofssitz mehr. Der linksrheinische Teil des Kurfürstentums Köln wurde 1801 in ein französisches Department eingegliedert. 1802 wurde die französiche Verfassung übernommen. Der rechtsrheinische Teil des Kurfürstentums wurde 1803 mittels eines letzten Gesetzes des Römisch-deutschen Kaiserreiches als Gebietsausgleich an zwei Herzogtümer und eine Grafschaft verteilt. Den berühmten Kölner Domschatz (mit u. a. dem Schrein der Heiligen Drei Könige) konnte der verjagte Erzbischof noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Viele Schätze  aus den Kirchen hingegen (darunter viele Gemälde) sind für Köln verloren gegangen. Verkaufte Gemälde vor allem der berühmten mittelalterlichen Kölner Malerschule (Altkölner Malerei) findet man zwar auch noch in großer Zahl in der Mittelalterabteilung des Wallraf-Richartz-Museum, aber eben auch z. B. in der Alten Pinakothek in München und im Städel-Museum in Frankfurt (mit Hinweisen auf die Kölner Kirchen, aus denen sie stammen). Das Kaiserreich endete 1806 mit dem Rücktritt des Kaisers Franz II..

Die Rheinländer haben die Besatzer wohl überwiegend wohlwollend empfangen, die ja die Errungenschaften der französischen Revolution (1789 - 1799/1804) mitbrachten (Umsetzung der Menschenrechte/"Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit"). Die Franzosen veranlassten einige bedeutende Änderungen der Struktur und des täglichen Lebens im Rheinland und in Köln. Der Adel und die feudalen Machtstrukturen wurden abgeschafft. Ebenso entfiel der mittelalterliche Zunftzwang, bei dem nur die in den 22 Gaffeln organisierten selbständigen Kaufleute und Handwerker (in der Regel auch nur männliche!) wahlberechtigte "Vollbürger" im Sinne des Verbundbriefs waren. Die Gaffeln wurden abgeschafft. Die Rechts- und Wirtschaftssysteme sowie die staatliche Verwaltung wurden modernisiert. Von Beginn an wurde eine Organisation nach französischem Vorbild inklusive der Einführung des Code Civil (Code Napoléon) von 1804 (französisches bürgerliches Recht) mit der Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz, einer unabhängigen Justiz und dem allgemeinem Wahlrecht übernommen. Das zuletzt wirre Münzsystem wurde durch den Francs ersetzt. Die Kölner Wirtschaft blühte nach dem wirtschaftliche Niedergang Ende 17. und im 18. Jhdt. wieder auf. Zweimal besuchte Napoleon während der Franzosenzeit  Köln (1804 und 1811).

Ferner
wurde die Glaubensfreiheit, die es vordem in Köln für Protestanten und Juden nicht gab, eingeführt. Mit der Säkularisation in 1802 (= Aufhebung kirchlicher Organisationen und Verstaatlichung des kirchliches Besitzes) wurden alle katholische Klöster und Stifte aufgehoben und deren Besitztümer in Staatseigentum überführt und größtenteils verkauft. Die zu Klöstern/Stiften gehörenden Pfarrkirchen wurden ab 1802 im Zuge der Säkularisation durch die Franzosen ebenfalls aufgehoben und abgerissen (außer Pfarrkirche St. Peter neben St. Cäcilien), wobei ein Teil der Zerstörungen erst in der nachfolgenden preußischen Zeit erfolgte. Die architektonisch wertvolleren vormaligen Kloster-/Stiftskirchen (und damit 11 der heutigen 12 großen Romanischen Kirchen) wurden in Pfarrkirchen umgewandelt. Eine der Änderungen in der Franzosenzeit war die 1804 mittels Napoléons "Décret sur les sépultures" verordnete Aufhebung der Bestattung der Toten in ihren Pfarrgebieten auf kirchlichen Friedhöfen. Dies führte 1810 zur Einrichtung des heute wegen seiner vielen Grabdenkmäler berühmten städtischen Zentralfriedhofs Melaten auf dem Gelände des mittelalterlichen Leprosenasyls außerhalb des damaligen Stadtgebiets (an der Aachener Str. im heutigen Stadtteil Köln-Braunsfeld). Daneben gab es einige weitere Neuerungen - aus heutigem Verständnis Selbstverständlichkeiten - wie Einführung einer Müllabfuhr, staatliche Trauungen und Einführung des Scheidungsrechts, Einführung neuer Maßeinheiten wie Meter, Liter und Kilogramm, aber auch die Wehrpflicht für die französische Armee.

Im Januar 1814 zogen die Preußen in Köln ein. Die Franzosenherrschaft war beendet. Viele Änderungen dieser kurzen Epoche waren von den Kölner angenommen worden und wurden in die Preußenzeit hinein "gerettet". Und einige der Vokabeln aus dieser Zeit sind noch heute im kölschen Dialekt enthalten (wie "e Malörche" = kölsch für - nicht abwertend - ein uneheliches Kind).

2.3 Preußisches Köln 1815 - 1918

Nach der Auflösung des "Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation" (1806) wurde das Rheinland und damit auch Köln (in Preußen bis 1919 noch offiziell Cöln geschrieben) auf dem Wiener Kongress (1815) dem Königreich Preußen, dem Herrschaftsgebiet der Hohenzollern-Dynastie, zugeteilt. Köln gehörte damit ab 30. April 1815 zunächst zu der preußischen Provinz Jülich-Kleve-Burg (Hauptstadt Köln), dann ab 1822 mit der Zusammenlegung der Provinzen Jülich-Kleve-Burg und Niederrhein und zu der größeren Rheinprovinz mit dem Oberpräsidium (als quasi Hauptstadt) Koblenz und den Regierungsbezirken Aachen, Düsseldorf, Koblenz, Köln und Trier. Damit gehörte das Kerngebiet des früheren Kurfürstentums Köln nun zu Preußen. Preußischer König zum Zeitpunkt der Eingliederung des Rheinlandes in das Königreich Preußen war Friedrich Wilhelm III, dessen Denkmal am Kölner Heumarkt steht. Preußen gehörte bis 1866 zum Deutschen Bund, einem lockeren Zusammenschluss von Einzelstaaten in Nachfolge des vorherigen Reiches (mit 17 sog. Kurien, u. a. Königreich Preußen, Kaisertum Österreich und Königreich Bayern), und ab 1871 zum neuen Deutschen Kaiserreich (1871 - 1918).

In der Rheinprovinz und damit auch in Köln wurden die preußischen Gesetze eingeführt. Der Code Civil von 1804 (französisches bürgerliches Recht) mit der Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz blieb allerdings als "Rheinisches Recht" bis zur Einführung des Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) am 01.01.1900 erhalten. Köln wurde von den Preußen zur stärksten Festungsstadt im Reich ausgebaut und war neben Berlin wichtigste - wenn auch in der Hauptstadt wohl nicht beliebte - Stadt Preußens. Auch in Köln war bei der Eingliederung der vormaligen Freien Reichsstadt in das Königreich Preußen der Jubel eher verhalten. Die aus ihrer Tradition her eher bürgerlich-freiheitlich und liberal geprägten Rheinländer konnten mit dem konservativen preußischen Adel und den hierhin geschickten "altpreußischen" Beamten wenig anfangen. Auch wurde bemängelt, dass wichtige Positionen überwiegend mit preußischen Beamten und kaum mit einheimischen Rheinländern besetzt wurden. Auch andere Entscheidungen der Preußen provozierte die Kölner, wie z. B. dass nicht die mit Abstand größte Stadt Köln, sondern Koblenz Residenz des Oberpräsidenten wurde.

In der Ausstellung des Kölnischen Stadtmuseums "Achtung Preussen! Köln 1815–2015" in 2015 wurde das Verhältnis Kölner/Rheinländer zu Berliner/Preußen treffend wie folgt kommentiert:

Monarchie und Militär treffen auf "Biotop für Bekloppte" (satirische Bezeichnung für Köln von Jürgen Becker):
 Köln   >> Frohsinn, katholisch, liberal, bequem
Berlin >> Disziplin, patriotisch, konservativ, gehorsam

1821 wurde das Erzbistum Köln - nun als rein kirchliche Organisation und nicht mehr in der vormaligen kirchlich-weltlichen Doppelfunktion - neu
gegründet. Mit dem Sitz des bedeutenden Erzbistum Köln war die "unfreiwillig" preußisch gewordene Rheinmetropole nicht nur eine wichtiger Gegenpol zur Hauptstadt Berlin, sondern auch Zentrum der deutschen katholischen Kirche. Der evangelisch geprägte preußische Staat benachteiligte zumindest anfangs die Katholiken, obwohl im Rheinland die ganz überwiegende Mehrheit der Bürger katholisch war.

Nach 1815 setzte ein Aufschwung mit der Bebauung bisheriger Freiflächen ein. Nach dem - aus heutiger Sicht kulturell höchst bedauerlichen - Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer 1881 begann 1883 die Erweiterung der Stadt mit der Bebauung der sog. Neustadt außerhalb der Ringstraße (= Trasse der ehemaligen Stadtmauer), die ab Ende des 19. Jhdt. mit Eingemeindungen umliegender Stadt- und Land-Gemeinden bis 1975 fortgesetzt wurde
(Eingemeindungen insges. 1883, 1888, 1910, 1914, 1922, 1975). Mit der Bebauung der Neustadt begann die erste baumäßige Wachstumsphase der neuzeitlichen Stadt. Insgesamt war in dieser Epoche Köln eine aufstrebende lebhafte Stadt, aber auch eine Stadt mit vielen strukturellen und sozialen Problemen insbes. mit der fortschreitenden Industrialisierung.

Ein ganz wichtiges Ereignis für Köln war der Weiterbau des Kölner Doms ab 1842. Dies führte nicht nur zu positiven Auswirkungen auf das Bauwesen und das Handwerk, sondern war für Köln auch ein hochemotionales Ereignis. Ferner stärkte es den Bürgersinn, weil die Bürger über den 1842 gegründeten
 
Zentral-Dombau-Verein zu Köln über 60 % der Baukosten beisteuerten. Auch vom preußischen Staat wurde der Weiterbau des Doms maßgeblich gefördert und mitfinanziert. Ein wichtiger Auslöser des Weiterbaus war, dass 1814 und 1818 in Darmstadt und in Paris Teile des mittelalterlichen Plans der Westfassade wiedergefunden wurden.  Der Grundstein für den Weiterbau wurde am 04.09.1842 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV gelegt. Die Einweihung des fertiggestellten Kölner Doms wurde am 15.10.1880 als nationales Ereignis Deutschlands vom deutschen Kaiser Wilhelm I vollzogen. Der Kölner Dom (Baubeginn 1248, Bauunterbrechung um 1530, Weiterbau ab 1842, Fertigstellung 1880) ist ein Bauwerk, dessen Weiterbau und Fertigstellung für Köln und darüberhinaus von äußerst großer Bedeutung war und ist. Dies wird auch mit der Festrede bei der Grundsteinlegung zum Weiterbau 1842 verdeutlicht:

Schluss-Satz aus der denkwürdigen Rede des preußischen Königs Friedrich-Wilhelm IV zur Grundsteinlegung für den Weiterbau des Doms (Zitat aus einer im Stadtmuseum (Ausstellung in 2011 "Der kolossale Geselle") gezeigten Urkunde): "... Meine Herren von Köln! Ihre Stadt ist durch dieses Bauwerk hoch bevorrechtigt vor allen Städten Deutschlands und sie selbst hat dies auf das würdigste erkannt. Heute gebührt ihr dies Selbstlob. Rufen sie mit Mir und unter diesem Ruf will ich die Hammerschläge auf den Grundstein thun, rufen sie mit Mir das tausendjährige Lob der Stadt: Alaaf Köln."

Als neuzeitliches Kölner Ereignis ist die Revolution von 1848/1849 zu erwähnen, in der Köln mit seinen damaligen Bürgern Karl Marx
und Friedrich Engels eines der revolutionären Zentren war. Karl Marx übernahm am 15.10.1842 die Redaktion der oppositionellen "Rheinischen Zeitung" und wurde 1848 Herausgeber der "Neuen Rheinischen Zeitung" mit  einer radikalen oppositionellen Ausrichtung. Einer der führenden Köpfe der Linken im damaligen Paulskirchen-Parlament war der gebürtiger Kölner Robert Blum (1807 - 1848/Ermordung!). Als soziale Errungenschaft ist der von Adolf Kolping 1849 in Köln gegründete katholische Sozialverband "Kolpingwerk" zu nennen - damals zunächst  zur Unterstützung arbeitsloser und verarmter Handwerksgesellen gegründet - . Ein weiteres Kölner Ereignis dieser Epoche war der erste Kölner Rosenmontagszug 1823. Nachdem die Franzosen nach ihrer Besetzung des Rheinlandes jedes närrische Treiben unterbunden hatten, wurde im Jahr 1823 der Kölner Karneval reformiert und erhielt seine heutige Form u. a. mit der Gründung des "Festordnenden Komitees" - heute "Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823" - . In Köln fand 1823 der erste organisierte Karnevalsumzug Deutschlands statt, heute der größte Zug Deutschlands und wohl der Welt. Der Karneval wurde auch dazu benutzt, Probleme mit dem preußischen Staat und dessen Adel zu thematisieren und zu diskutieren.

Ein erstes dunkles Kapitel für Deutschland und Köln war der 1. Weltkrieg 1914 - 1918. Mit der deutschen Niederlage endeten auch das deutsche Kaiserreich und das Königreich Preußen. 

2.4 Republikanisches Köln ab 1918

2.4.1 1918 bis 1945


Am 09.11.1918 wurde die erste deutsche Republik ("Weimarer Republik") gegründet. Köln gehörte zum Freistaat Preußen als Nachfolger des Königreichs Preußen (Hauptstadt Berlin). Mit dem Waffenstillstandsabkommen vom 11.11.1918  wurden die linksrheinischen deutschen Gebiete und ein 50 km breiter rechtsrheinischer Streifen zur entmilitarisierten Zone erklärt. Das linksrheinische Gebiet wurde ferner durch alliierte Truppen besetzt - verbunden mit umfangreichen Reparationsverpflichtungen -.  Das Rheinland um Köln war von den Briten besetztdie aus der besetzten Kölner Zone  am 31.01.1926 abzogen. 1936 zogen unter Brechnung des Abkommens von 1918 die Nazi-Truppen im Rheinland ein. 1919 wurde die 1798 von den Franzosen geschlossene Kölner Universität neu gegründet.  Die  Weimarer Republik – und damit auch Köln - litt bis 1923  unter einer Inflation mit dem Höhepunkt 1922/1923. 1923 wurde mit einer Währungsreform die Rentenmark  eingeführt.  Auch unter der Weltwirtschaftskrise ab Herbst 1929 bis 1930 und der Banken- und Finanzkrise 1931 in Deutschland litt die Stadt.  

Am 28. 09.1917 wurde
Konrad Adenauer (Deutsche Zentrumspartei ) zum Kölner Oberbürgermeister gewählt. In dessen Amtszeit von 1917 bis zu seiner Absetzung durch die Nazis 1933 fallen unter anderem:
Die Jahre nach 1920 waren geprägt durch die baumäßige Weiterentwicklung der Stadt zur Großstadt. Nach 1888, 1910 und 1914 - also noch im preußischen Köln -  folgte 1922 eine weitere der 1883 begonnenen Stadterweiterungen, die 1975 abgeschlossen wurde.

Die Weimarer Republik verfiel Ende der 1920iger Jahre. Das führte am 30.01.1933 zu der Machtübernahme durch die NSDAP und zur dunkelsten Epoche Deutschlands: der Nazi-Diktatur und  zum 2. Weltkrieg 1939 - 1945.  Bei der letzten nach der Machtübernahme noch halbwegs freien Reichstagswahl am 05.03.1933, bei der die NSDAP im Reich 43,9 % der Stimmen erhielt (nach 33,1 % im Nov. 1932), gehörte der Wahlkreis 20 Köln/Aachen zu den 3 Wahlkreisen mit dem geringsten NSDAP-Anteil (30 - 35%). Bei der folgenden Kölner Kommunalwahl am 12.03.1933 kam aber auch in Köln die NSDAP auf nunmehr 39,5 %. Obwohl die Nazis hiermit noch keine absolute Mehrheit hatten, übernahmen sie am 13.03.1933 illegal die Macht  in Köln und setzten den Oberbürgermeister Konrad Adenauer ab. Mit dem Ermächtigungsgesetz vom 23.03.1933, dem außer den Sozialdemokraten und den vorher schon verhafteten Kommunisten alle Reichstag-Parteien zustimmten, schaffte sich die Demokratie selbst ab. Auch in Köln begann eine schlimme Zeit. Obwohl Köln ausweislich der letzten freien Reichswahl-Ergebnisse keine NSDAP-Hochburg war, kann die lange Zeit gepflegte Geschichte der Nazi-Ferne der Kölner nach neueren Erkenntnissen leider so nicht aufrechterhalten werden. Auch der offizielle Karneval hat in dieser Zeit eine weniger rühmliche Rolle gespielt als oftmals betont. Ferner spielte die Stadt leider - wenn auch in diesem Fall ungewollt - eine Rolle bei der sich anbahnenden Katastrophe mit der Nazi-Diktatur und dem 2. Weltkrieg. Am 04.01.1933 kam es zu einem Treffen Adolf Hitlers mit dem früheren Reichskanzler Von Papen in dem Haus des Bankiers Von Schröder in Köln-Lindenthal, bei dem ein Zusammengehen von Nazis und konservativ-nationalen Kräften verabredet worden ist. Dieses Treffen wird zumeist als "Geburtsstunde des Dritten Reichs" angesehen.

Ein trauriger Rekord Kölns ist, dass die Stadt im 2. Weltkrieg zwischen 1940 und März 1945 262-mal von alliierten Bombern (mit über 1,5 Mio. Bombenabwürfen) angegriffen worden ist - wegen ihrer strategischen Wichtigkeit so oft wie keine andere Stadt  in Deutschland - und in der Nacht 30./31.05.1942 auch den ersten flächendeckenden Großangriff auf eine deutsche Großstadt (der berüchtigte "1000-Bomber-Angriff") zu erleiden hatte. Der schlimmste Bomberangriff erfolgte am 28./29.06.1943 ("Peter- und Paul-Angriff"), bei dem von über 600 britischen Bombern rund 840 Tonnen Sprengstoff abgeworfen wurden und bei dem fast die gesamte Innenstadt zerstört worden ist. Nach dem 262. und letzten Großangriff der Alliierten am 02.03.1945 zur Vorbereitung der Einnahme Kölns war die Stadt fast völlig zerstört (die linksrheinische Innenstadt zu ca. 90%). Am 06.03.1945 wurde das linksrheinische Köln schließlich von den amerikanischen Truppen besetzt und von den Nazis befreit. Am 14.04.1945 war mit der Einnahme auch des rechtsrheinischen Köln durch die US-Truppen der von den Nazis ausgelöste 2. Weltkrieg in Köln beendet. Zwei Monate später endete mit der Kapitulation am 08.05.1945 der Krieg auch im damaligen Reich. Köln hatte mit rund 70% Gebäudeschäden den höchsten Zerstörungsgrad aller deutschen Großstädte. Von den fast 800 000 Einwohnern Kölns vor dem Krieg waren nur noch ca. 40 000 (im linksrheinischen Teil) bis insges. knapp 100 000 übriggeblieben. Alle Brücken über den Rhein waren zerstört. Der Dom wurde von über 70 Bomben getroffen, doch er blieb stehen. Aber die alte Römerstadt hätte das alles beinahe nicht überlebt!

2.4.2 Nachkriegszeit ab 1945

Deutschland wurde nach dem verlorenen Krieg von den alliierten Siegermächten besetzt. Zunächst übernahm die die US-Militärregierung das Ober-Kommando über Köln. Nach ca. 100 Tagen ging im Juni 1945 das Kommando an die Briten über. Köln gehörte fortan mit dem Norden der preußischen Rheinprovinz zur Britischen Besatzungszone.
Sitz der britischen Militärregierung (Militärgouverneur) war Bad Oeynhausen mit weiteren Stützpunkten (u. a. einer in Düsseldorf). In der britschen Zone standen in Teilbereichen dieser Besatzungszone auch andere Besatzungstruppen (wie z. B. in Köln die Belgier). Durch den hohen Verlust an Einwohnern und dem großen Zerstörungsgrad verlor Köln, das vormalige Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Preußen, vorübergehend an Bedeutung. Das war wohl der Grund, dass die britische Besatzungsmacht Düsseldorf statt Köln zu einem ihren Machtzentren auserkor, obwohl im Herbst 1945 nach scharenweiser Rückkehr der Kölner in ihre zerstörte Stadt schon wieder ca. 360 000 Einwohner geschätzt wurden. Folglich wurde später Düsseldorf Hauptstadt des neuen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Der Freistaat Preußen wurde 1947 aufgelöst.

Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 gehört Köln zum Bundesland Nordrhein-Westfalen (Hautstadt Düsseldorf) und ist die größte Stadt dieses Bundeslandes und die viertgrößte Stadt der Bundesreblik. Von 1949 bis zur Verlagerung des Regierungssitzes nach Berlin 1999 war die die Kölner Nachbarstadt Bonn Bundeshauptstadt. Mit der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn hält Köln viele enge Beziehungen (gemeinsamer Flughafen, gemeinsame Linien im öffentlichen Nahverkehr - Stadtbahn-Linien 16 + 18 - u. v. m.).  

Die Nachkriegszeit war geprägt von einer umfangreichen Neuaufbau- und Ausbauphase.  Wichtige politische Ereignisse in Köln nach 1945 waren unter anderem:

Neuzeitliches Köln/De Gaulle-Besuch
De Gaulle-Besuch
Neuzeitliches Köln/Kennedy-Besuch
Kennedy-Besuch
Historisches  Neuzeitliches Köln/Franzosenzeit in Köln
Erinnerung an die Kölner Franzosenzeit:  
  zweisprachige Straßenschilder (gefunden am Friedhof Melaten)
Kölner Wappen/Franzosenzeit (um 1811)
Kölner Franzosenzeit: Wappen um 1811
gemeinfrei/Quelle: Carl Dietmar: Die Chronik Kölns
Kölner Wappen/Preußenzeit (um 1900)
Kölner Preußenzeit: Wappen um 1900
Freigabe:
David Liuzzo
Zeppelin in Köln (1909)
1909/Ankunft Zeppelin in Köln
Quelle: Werner Müller 
(Historisches Luftfahrtarchiv)
Historischer Flughafen Butzweilerhof in Köln
2004/Einweihung des restaurierten Eingangs 
zum historischen Flughafen Butzweilerhof



 3. Stadtbefestigungen

Köln war im Laufe seiner 2000-jährigen Geschichte ab dem 1. Jhdt. nach Chr. bis Anfang des 20. Jhdt. stets eine Festungsstadt.  Nach
folgten im 19 Jahrhundert
(s. auch Skizzen unten), womit Köln zur stärksten Festung im Westen des preußischen Königsreichs ausgebaut worden ist. Militärisch bewähren mussten sich die Kölner Festungsringe zum Glück nie. Die große mittelalterliche Stadtmauer wurde 1881 im Zuge der ersten Stadterweiterung leider bis auf einige Reste abgerissen ... aus heutiger Sicht ein ungeheurer Kulturfrevel, weil dadurch ein bedeutendes Baudenkmal (größte mittelalterliche Festungsanlage nördlich der Alpen), das heute sicher zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen würde,  verloren gegangen ist.

Zunächst wurden von den Preußen um 1820 die Vorfeldeinrichtungen vor der damals noch vorhandenen mittelalterlichen Stadtmauer militärisch modernisiert. Im Zuge der militärischen Entwicklungen wurde sodann von den Preußen von 1816 bis 1863 ein "Innerer Festigungsring" errichtet:
- linksrheinisch bis um 1846 ca. 600 m vor der Stadtmauer
ein Ring mit 11 Forts (I - XI) und Lünetten und  danach
-
rechtsrheinisch um die damals noch selbstständige Stadt Deutz ein Ring mit 3 Forts und Lünetten.
Dieser Ring wurde linksrheinisch ab 1882 mit einer inneren Stadtumwallung ergänzt, die aber ab um 1907 wieder aufgegeben wurde.

Aufgrund der waffentechnischen Entwicklung reichte dieser Innere Festungsring bald nicht mehr aus. So wurde nach dem Krieg 1870/71 von 1873 bis 1880 der "Äußeren Festungsring", eine neue die Stadt links- und rechtsrheinisch umkreisenden Gürtelfestung, errichtet (Länge: ca. 42 km, Durchmesser ca. 16 km; Entfernung vom Dom: linkssrheinisch zwischen ca. 5,2 und 7,4 km - im Durchschnitt über 6 km - ). Dieser Ring löste den inneren Ring als Verteidigungsanlage ab und wurde ab 1887 verstärkt. Zu dem äußeren Vollring um die Festung Köln gehörten 12 große Forts (I - XII) (Einzelwerke 220*160m) mit 23 zugeordneten kleineren Zwischenwerken und mehreren Zwischenfeldbauten (insges. ca. 180 Festungsbauwerke). Er sollte ebenso wie die früheren Stadtmauern die Stadt vor feindlichen Angriffen schützen. Infos über die Festung Köln sind u. a. auf den Internet-Seiten Festungsstadt Cöln, AG Festung Köln, CRIFA zu erhalten. Das Zwischenwerk VIII B in Köln-Rodenkirchen kann jeden ersten Samstag im Monat ab 12 Uhr besichtigt werden.

Der heutige rechtsrheinische Stadtteil Köln-Deutz, bis 1888 selbstständige Stadt Deutz, war im 19. Jahrhundert als Brückenkopf Teil der Kölner Festung. Eine Umwallung umschloss die Stadt Deutz. 

Der linksrheinische Teil des Inneren Festungsrings verlief im Gebiet des heutigen Inneren Grüngürtels und umfasste den heutigen zentralen Stadtbezirk Innenstadt
- mit dem Gebiet innerhalb der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer (
also dem mittelalterlichen Stadtkern zwischen Rhein und den Ringstraßen mit den heutigen Stadtteilen Altstadt/Nord und Altstadt/Süd) und
- mit dem Gebiet zwischen den Ringstraßen und dem Inneren Grüngürtel (also die heutigen Stadtteile Neustadt/Nord und Neustadt/Süd = 1. Stadterweiterung).
Der linksrheinische Teil des Äußeren Festungsrings verlief im Gebiet des heutigen Äußeren Grüngürtels.

Nach dem ersten Weltkrieg mussten die Festungsbauwerke gemäß Vorgabe der Alliierten abgerissen werden (ab 1920). So blieben nur noch wenige Forts und Zwischenwerke mit strategisch unwichtigen Teilen erhalten (siehe unter Kölner Denkmäler). Nach Planungen des damaligen Oberbürgermeisters Konrad Adenauer (Kölner OB 1917 bis 1933) sollten anstelle der ehemaligen Festungswälle nunmehr zur friedlichen Nutzung ein Innerer und ein Äußerer Grüngürtel um Köln und im Gebiet der Forts Erholungsanlagen erstellt werden, von denen ab 1922 große Teile auch realisiert worden sind. Der linksrheinische Innere Grüngürtel verläuft vom Rhein bei Köln-Riehl im Norden bis zur Luxemburger Straße im Südwesten  (ca. 7 km).  Der links- und rechtsrheinisch verlaufende Äußere Grüngürtel hat eine Länge von ca. 46 km (vor allem im rechtsrheinischen Teil allerdings noch unvollständig, eine Auffüllung der Lücken ist in Vorbereitung). In Westen dieses Äußeren Grüngürtels ließ der freizeit- und sportbewußte OB eine damals richtungsweisende große Sportanlage - das Müngersdorfer Stadion - errichten (siehe Sportstadt Köln). Die dank Adenauer erhalten gebliebenen Forts verrotten leider überwiegend vor sich hin. Wenigstens einige Organisationen/Vereine kümmern sich darum - hoffentlich mit Erfolg -. In manch anderen Städten werden die Forts als Denkmäler gepflegt und sind zum Teil sinnvollen - oftmals kulturellen - Nutzungen zugeführt worden. Warum nicht in Köln?

Die preußischen Festungsringe hatten ebenso wie die vorhergehenden römischen und mittelalterlichen Festungsringe (Stadtmauern) auf die Struktur der späteren Stadtentwicklung großen Einfluss. Es wurden große Gebiete vor den Festungsbauwerken aus militärischen Gründen freigehalten und konnten in der jüngeren Vergangenheit dann bebaut werden (wie z. B. zunächst mit dem Güterbahnhof und anschließend dem Mediapark in der nördlichen Kölner Innenstadt, dem Komplex Gericht/Arbeitsamt im Westen und dem Komplex Kölnarena/Technisches Rathaus im rechtsrheinischen Stadtteil Deutz) und mit den vorerwähnten beiden Grüngürteln genutzt werden. Auch der lrh. Eisenbahnring mit der Zufahrt zum Hbf. wurde entlang der Trasse des inneren Festungsrings gebaut.

Um die Erforschung und den Erhalt der Festungsringe aller Epochen als historische Baudenkmäler aus der 2000-jährigen Geschichte des befestigten Kölns kümmert sich der neue Verein Fortis Colonia (Motto: "2000 Jahre wehrhaftes Köln").
Die Überbleibsel der Forts der Festungsringe werden größtenteils völlig vernachlässigt und nicht angemessen gepflegt. Sie werden den Kölner Bürgern und den vielen Besuchern der Stadt nicht angemessen oder gar nicht präsentiert. Siehe hierzu Mängelliste Kölner Denkmäler .

2000 Jahre Kölner Festungen/römische Mauer
2000 Jahre Kölner Festungen/mittelalterliche Mauer
mittelalterliche Stadtmauer Köln
(Ziffern siehe Kölner Denkmäler)
2000 Jahre Kölner Festungen/Festung Köln 19. Jhdt.
innerer Festungsring Köln (blau)
(rot = römische Stadt,
gelb und grün mittelalterliche Erweiterungen 1106 und 1180)

Freigabe: Urheber: D. Herdemerten - -Hannibal21
2000 Jahre Kölner Festungen/Festung Köln 19. Jhdt.
innerer Festungsring Köln

2000 Jahre Kölner Festungen/Festung Köln 19. Jhdt.
Festung Köln (19. Jhdt.)






(folgt)




innerer Festungsring Köln/
 Forts IV (im heutigen Volksgarten/Südstadt)

Festung Köln/innerer Festungsring (Forts X)
innerer Festungsring Köln/
 Forts X




Festung Köln/Äußerer Festungsring Köln (Forts VI)
äußerer Festungsring Köln/
Forts VI (Deckstein)
Festung Köln/Äußerer Festungsring Köln (Zwischenwerk IVB/Clubheim 1. FC Köln)
äußerer Festungsring Köln/
Zwischenwerk VI B (heute: Clubheim 1. FC Kökn)
Festung Köln/äußerer Festungsring (ZwW VIII B)
äußerer Festungsring Köln/
Zwischenwerk VIII B

Weitere Informationen siehe unter Kölner Denkmäler.

4. Verkehrskreuz und Logistikzentrum Köln sowie Kölner Brücken

4.1 Verkehrskreuz/Logistikzentrum

Köln war schon im frühen Mittelalter durch die Lage am Rhein mit dem damaligen Waren-Umschlagplatz zwischen Niederrhein und Oberrhein (und dem damit verbundenen Stapelrecht) und mit dem schon in der Römerzeit entstandenen römischen Straßennetz ein bedeutendes Verkehrskreuz. Auch heute liegt die Rheinmetropole mit ihrer geografische Lage mitten in der der EU im Schnittpunkt wichtiger Straßen und Eisenbahnstrecken und verfügt damit über eine herausragende Verkehrs-Infrastruktur. Der Großraum Köln und die Stadt wird als Verkehrskreuz und Logistikzentrum für Messen und Kongressveranstalter, für die Ansiedlung von Branchen und Firmen, für den Zuzug von Bürgern und auch für - zusammen mit dem Status einer Kulturmetropole und dem Ruf einer lebendigen lebenslustigen Stadt - Touristen immer attraktiver. Als zwangsläufiger Nachteil darf nicht verschwiegen werden, dass die Verkehrskreuze auf Straße und Schiene durch die immer mehr zunehmende Mobilität oftmals an die Grenze ihrer Aufnahmekapazität gelangen mit z. B. Staus in dem Autobahnring.

Köln ist das "Verkehrskreuz des Westens" und ein Logistikzentrum von europäischem Rang mit  folgenden wichtigsten Merkmalen:

Kölner Autobahnring
Kölner Autobahnring
Freigabe: Qualle

Der Kölner Ring mit 6 Autobahn-Kreuzen und 1 Autobahn-Dreieck ist ca. 52 km lang (davon 46 km auf Kölner Stadtgebiet). Den Ring bilden Abschnitte der Autobahnen A 1, A 3 und A 4. An diesen Kölner Ring sind 11 Autobahnabschnitte angeschlossen: die Autobahnen A 1,  A 3,  A 4, A 57, A 59, A 555 und A 559. Der Kölner Ring insgesamt ist mit täglich 360 000 Fahrzeugen einer der wichtigsten und am stärksten ausgelasteten Fernstraßen und Verkehrsdrehscheiben Europas. Laut einer Zählung in 2015 ist der rechtsrheinische Abschnitt Köln-Ost - Köln-Heumar der A3 des Kölner Rings der am stärksten befahrene Autobahnabschnitt in Deutschland (171200 Fahrzeuge täglich; Quelle KStA 31.01.2017).

Die heutige Autobahn 555 Köln - Bonn war mit ihrer damals 20 km langen Strecke bei ihrer Eröffnung 1932 durch den damaligen Kölner OB Konrad Adenauer die erste Autobahn
("kreuzungsfreie Kraftfahrstraße") zwischen 2 Städten Deutschlands und in Europa. Der erste Abschnitt des Kölner Rings ist 1936 freigeben worden (Strecke von Köln-Mülheim bis zum heutigem Kreuz Hilden bei Düsseldorf).
Kölner Hauptbahnhof Der Bahnknoten Köln (mit dem Hauptbahnhof Köln, dem Bahnhof Köln-Messe/Deutz und der dazwischen liegenden Hohenzollernbrücke über den Rhein) ist einer der wichtigsten Verkehrsdrehscheiben im
Schienenverkehr Deutschlands und Europas.
Dieser Bahnhof war 1894 als Nachfolger des Central-Personenbahnhofs von 1859  eingeweiht worden und steht als eines der Kölner Denkmäler direkt hinter der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke und direkt am Kölner Dom.

Dieser
am Kölner Dom gelegene Kölner Hbf. ist ein Eisenbahnkreuz mit täglich ca. 1220 Zügen und ca. 280 000 Reisenden (= jährlich ca. 100 Mio. ein-/aussteigende Fahrgäste) und einer der meistbefahrenen Eisenbahnknotenpunkte Europas. Vom bzw. zum linksrheinischen Kölner Hbf. verlaufen Fernstrecken beidseitig des Rheins in alle Richtungen. Der Bahnhof wird von einer großen Anzahl innerdeutscher ICE/IC-Linien, den ICE International Frankfurt - Brüssel und Frankfurt - Amsterdam sowie etlichen Regionalzügen, Regionalbahnen und S-Bahnen der Deutschen Bahn AG und einiger anderen Anbietern angefahren. Ferner ist der Kölner Hbf. ein wichtiger Start- und Zielort im Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahngesellschaft Thalys International mit von Köln aus den Zielen Brüssel (mit Anbindung an die Eurostar-Strecke Brüssel - London) und Paris. Seit 2002 verläuft zwischen Köln und Frankfurt die ICE 3-Hochgeschwindigkeits-Strecke für Tempo 300 der DB. Damit ist der internationale Groß-Flughafen Frankfurt in ca. einer Stunde zu erreichen.

Der Kölner Hbf. wird zunehmend durch den messenahen rechtsrheinischen Bahnhof Köln-Messe/Deutz als zweiter Kölner ICE-Bahnhof ergänzt. Zu erwähnen ist auch das  Kölner S-Bahn-Netz als eines der meistgenutzten S-Bahnnetze Deutschlands (aktuell Platz 5), dessen Nutzung demnächst durch weitere Bahnsteige und Gleise im Kölner Hbf. und im Bf. Messe/Deutz verbessert werden soll.

Zentrale Bauwerke des Hauptbahnhofs sind die große denkmalgeschützte Bahnsteighalle, ein von 1984 bis 1987 völlig sanierter imposanter Bau aus der sog. Gründerzeit mit der 1990 fertiggestellter neuen  Bahnsteigsüberdachung und mit der neugestalteten modernen Bahnhofshalle. In der Halle befinden sich auch die sog. "Colonaden" mit attraktiven Verkaufs- und Gastronomie-Einrichtungen auf 20000 qm vermieteter Fläche.
Container-Bahnhof
Köln-Eifeltor
Köln-Eifeltor ist eine europäische Logistik-Drehscheibe für den sogenannten kombinierten Verkehr (Transport mit verschiedenen Verkehrsträgern - auf Schiene + Straße -) mit einem eigenen Autobahnanschluss an den Kölner Autobahnring und zusammen mit Hamburg-Billwerder einer der zwei größten Güter-Umschlagbahnhöfe Deutschlands.
Rangierbahnhof Köln-Gremberghoven Köln-Gremberghoven ist eine der größten Rangier-Anlagen  in Deutschland (31 + 32 Rangiersysteme), ergänzt um den Rangierbahnhof Köln-Kalk (24)  (Zahlenquelle: Wikipedia).
Köln Bonn Airport *


























* Quelle: u. a. Köln Bonn Airport (für weitere Informationen siehe oben verlinkte Internet- Adresse)
Der Flughafen Köln/Bonn "Konrad Adenauer" im rechtsrheinischen Stadtteil Köln-Wahn wird seit 1957 als ziviler Flughafen kommerziell genutzt und ist nach den beiden großen Drehkreuzen Frankfurt und München einer der größeren internationalen Flughäfen in Deutschland (Ende 2016: bei den Passagierzahlen Platz 6, bei den Frachtzahlen Platz 3) mit folgenden Merkmalen:
  • Köln/Bonn liegt unmittelbar an einer an den Kölner Autobahn-Ring angeschlossenen Autobahn und ist damit ideal mit dem Pkw anzufahren und bietet zudem lage- und preismäßig günstige Parkmöglichkeiten an.
  • Der Flughafen betreibt 1 Interkontinental-Lande-/Startbahn (mit 3815 m die zweitlängste Bahn in Deutschland) und 2 weitere Start-/Landebahnen sowie 2 Terminals (Terminal 1 mit den Flugsteigen B und C und seit 2000 das neuere Terminal 2 mit dem Flugsteig D).
  • Seit 13.06.2004 verfügt der Flughafen Köln/Bonn über einen eigenen Flughafen-Bahnhof und ist damit aus Köln und dem gesamten Einzugsgebiet mittels S-Bahn, RE- und ICE-Zügen bequem erreichbar. Der Flughafen ist damit auch über die vorerwähnte ICE 3-Hochgeschwindigkeits-Strecke Köln - Frankfurt mit einer  Fahrzeit  von knapp 1 Stunde mit dem interkontinentalen Großflughafen Frankfurt verbunden. 
  • Im Herbst 2002 bot Köln/Bonn als einer der zwei ersten Flughäfen (kurz nach Frankfurt-Hahn mit der irischen Gesellschaft Ryanair) ein damals neues Produkt an, die sog. Günstigpreis- ("Low-Cost"-) Flieger, mit zunächst 2 nach dem Produktstart sehr schnell stark expandierenden deutschen Marken Germanwings und Hapag Lloyd Express (letztere stellte 2010 den Flugbetrieb ein). Später folgten weitere Anbieter. Seit 2014 ist Köln/Bonn auch eine der Basen von Ryanair, des irischen Großanbieters dieser Gattung. Der Köln Bonn Airport ist ein großes Drehkreuz dieser Produktform in Deutschland.
  • Die Lufthansa-Tochter "Germanwings" hat ihren Sitz sowie ihren Heimatflughafen und Hauptstandort in Köln. Mit der Neustrukturierung der Lufthansa ab Juli 2013 nahm die Bedeutung von Germanwings und damit des Köln Bonn Airports erheblich zu, da Germanwings alle innerdeutschen und innereuropäischen Strecken (mit Ausnahme der Flüge von/nach Frankfurt und München) von der Lufthansa übernahm. Darüberhinaus baute die Lufthansa ihre Billigsparte mit der Lufthansa-Tochter „Eurowings“weiter aus. Basisstandort der neuen Low-Cost-Flotte der Eurowings ist nach einer Entscheidung am 02.12.2014 der Flughafen Köln/Bonn. Eurowings bietet ab 01.11.2015 Langstrecken-Billigflüge an. Damit stärkt der Flughafen Köln/Bonn seine Position in diesem Segment weiter.
  • Köln/Bonn ist Luftfracht-Drehkreuz des US-Paket-Konzern UPS für ganz Europa (seit 1986!) sowie seit Oktober 2010 Drehkreuz des weltweit größten Express-Frachtunternehmens FedEx für Zentral- und Osteuropa.
  • Meldung 10.2014: "Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat den Köln Bonn Airport, Heimatflughafen von Germanwings, am Dienstag zur neuen Basis ernannt. Darunter verstehen die Iren Flughäfen, an denen sie eigene Flugzeuge fest stationieren." Im Zusammenhang mit der vorgenannten Aufwertung und der Ansiedlung der LH-Töchter Germanwings und Eurowings wurde damit die Drehkreuzfunktion weiter gestärkt.
  • Köln/Bonn war mit knapp 40 Fluggesellschaften und ca. 125 Zielen in rund 30 Staaten - darunter große internationale Drekkreuze - im vorangegangenen Jahrzehnt (bis 2008 mit 10,3 Mio. Passagieren) der am stärksten wachsende Flughafen in Deutschland und lag 2009 trotz leicht rückläufiger Tendenz bei den Passagieren im Gesamt-Verkehrsaufkommen weiterhin an 4. Stelle der deutschen Verkehrs-Flughäfen (bei den Passagierzahlen Platz 6, im Frachtaufkommen Platz 2). Rang 2010: Passagiere 6. Stelle, Fracht 3. Stelle knapp hinter Leipzig; Rang 2013: bei Passagieren in einem schwieriger gewordenen Umfeld leicht rückläufige Zahlen und Platz 7, im Frachtverkehr mit weiter zunehmenden Zahlen Platz 3.
  • Aktuell steigen die Passagierzahlen wieder an:
    • 2015/Pasagiere: 10,3 Mio. Passagiere = Platz 7 knapp hinter Stuttgart. Die 10 Mio.-Grenze ist im Dezember 2015 erreicht worden.
    • 2015/Fracht: 758 000 Tonnen = Platz 3 (hinter Frankfurt und Leipzig)
    • 2015/Passagiere + Fracht Platz 5
    • Sommerfluplan 2016/Zitat Flughafenchef Michael Garvens: "Von Wahn aus in die Ferne: 26 Airlines, 124 Ziele in 41 Ländern - das umfasst der neue Sommerflugplan am Flughafen Köln/Bonn,  ... . Insgesamt gibt es 26 neue Destinationen im Angebot. Wir erwarten in den nächsten Monaten erneut ein deutliches Passagierplus. Wenn alles normal läuft, wird der Sommer 2016 alle Rekorde brechen.“
    • Bilanz 2016:
      • 11,9 Mio. Fluggäste (= + 15 %) und Platz 6 der deutschen Passagier-Flughäfen. Köln/Bonn war 2016 der Flughafen mit dem stärksten Wachstum bei den Passagieren in Deutschland.  Hauptwachstumsträger waren Eurowings und Ryanair.
      • 786 000 Tonnen Fracht (= +4 % und Allzeithoch des Flughafens) und Platz 3 der deutschen Fracht-Flughäfen.
    • Erwartung 2017:  12,2 Mio. Fluggäste
  • Neben dem seit 1957 nutzbaren zivilen Teil des Flughafens gibt es noch den militärischen Teil mit dem Großstandort der Luftwaffe, zu dem u. a. das Kommando Luftwaffe mit dem Inspekteur der Luftwaffe an der Spitze und die 1957 gegründeten Flugbereitschaft des Bundesministeriums für Verteidigung gehört. Die Flugbereitschaft ist für Transportflugzeuge (mit den sog. weißen und grauen Flotten) auch nach der Verlagerung der Hauptstadt von Bonn nach Berlin weiterhin in Köln-Wahn stationiert. Diese Flugbereitschaft wird u. a. genutzt vom  Bundespräsidenten, vom Bundeskanzler/in, vom Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, von den Bundesministern. 
  • Vorsitzender der Geschäftsführung: Michael Garvens
  • Gesellschafter *: Bundesdesrepublik Deutschland 30,94 %, Land Nordrhein-Westfalen 30,94 %, Stadt Köln 31,12 %,  Stadt Bonn 6,06 %,  Rhein-Sieg-Kreis 0,59 %, Rheinisch Bergischer Kreis 0,35 %
Kölner Häfen
(Binnenhäfen am Rhein)
Köln, gelegen am Rhein als der verkehrsreichsten Wasserstraße der Welt, ist mit einer Güterumladung von insges. um 15 Mio Tonnen pro Jahr zuzüglich Umschlag von 500 000 Standard-Containern (Daten laut Häfen und Güteverkehr Köln AG) nach Duisburg zweitgrößter deutscher Binnenhafen-Standort. Zu dem Binnenhafen-Standort Köln gehören die 3 großen Güterumschlag-Häfen Niehl I (flächenmäßig größter Kölner Hafen), Niehl II (sog. "Ölhafen", heute insbes. für die Umladung von Autos der Ford-Werke) und Godorf (umsatzstärkster Kölner Hafen insbes. für Öl- und Chemiefracht) sowie der kleinere rechtsrheinischen Deutzer Hafen.  Der innerstädtische Rheinau-Hafen und der rechtsrheinische Mülheimer Hafen werden nicht mehr als Umschlaghäfen genutzt.  Der Deutzer Industrie-Hafen wird um 2020 ebenfalls aufgegeben. Dort wird ein großes ein neues Stadtviertel – direkt am Rhein und in Sichtweite des Doms gelegen - erstellt. Die Nutzung für Flussfahrt-Schiffe soll erhalten bleiben.
Bis 2017 wird das Logistikzentrum Köln mit einem einem neuen Instandhaltungswerk der Deutschen Bundesbahn in Köln-Nippes für bundesweit eingesetzte Hochgeschwindigkeitszüge weiter ausgebaut. Ab 2017 werden alle Baureihen der DB-Hochgeschwindigkeitszüge (ICE inkl. geplante ICx) in Köln-Nippes gewartet. Am Container-Terminal Nord der Hafen- und Güterverkehr Köln AG (HGK) ist 2011 mit dem Bau eines weiteren Güterverkehr-Drehkreuzes zur Ergänzung von Köln-Eifeltor begonnen worden.

Bahnhöfe
 

1
Kölner Hauptbahnhof

2
Bahnhof Köln-Messe/ Deutz

 
Kölner Hauptbahnhof/Eingang Domseite Kölner Hauptbahnhof/Eingang Domseite
1
(Eingang Domseite)
Kölner Hauptbahnhof
1
Bahnhof Koeln-Messe/Deutz
2
Flughafen Köln/Bonn
  Flughafen Köln - Bonn (Anfahrt)
Köln Bonn Airport
Flughafen Köln - Bonn
Flughafen Köln - Bonn
Flughafen Köln - Bonn
Kranhäuser
am Rheinau-Hafen
Kölner Kranhäuser Kölner Kranhäuser und Schokoladenmuseum
                                     Kranhäuser           Einfahrt Rheinau-Hafen

Kölner Kranhäuser und Schokoladen-Museum
Schokoladen- und Olympia-Museum 
Alter Kran und Kranhäuser im Kölner Hafenviertel
alter Kran im Hafenviertel
Hafenviertel (Rheinau-Hafen)
Kölner Verkehrsbetriebe (KVB)
Kölner Verkehrsbetriebe/Stadtbahnwagen
heutiger Stadtbahnwagen
(öffentliche Haltestelle Köln-Thielenbruch)
Kölner Verkehrsbetriebe/historisches "Finchen"
"Finchen" *
(hier auf  öffentlichem Gleis in Köln-Thielenbruch)
 *
Das im Volksmund "Finchen" genannte Fahrzeug der früheren Köln-Frechen- Benzelrather Eisenbahn, einer sog. Vorortsbahn (Linie F), stammt aus einer Fahrzeugserie mit Baujahr 1911. Das Fahrziel Frechen, eine Kölner Nachbarstadt, fährt heute die KVB-Linie 7 an. Das historische Finchen wird zu besonderen Anlässen gelegentlich noch im KVB-Netz betrieben, steht ansonsen im sehr empfehlenswerten Straßenbahn-Museum in Köln Thielenbruch.
 
Zur Geschichte Kölns als Verkehrskreuz gehört der erste Flughafen Kölns, der ehemalige Flughafen Butzweilerhof, der auf Initiative des damaligen OB Konrad Adenauer von einer vormaligen militärischen Fliegerstation (Aufbau ab 1912) ab 1926 zu einem großen zivilen Flughafen ausgebaut worden wurde. Er hat in 2016 also sein 90-jähriges Jubiläum. Damit wurde der Flughafen Butzweiler Hof an das internationale Streckennetz der Lufthansa angebunden. Berlin - Köln - Paris war die erste Flugverbindung mit Einbindung des Kölner Flughafens. Er entwickelte sich in den 1930-iger Jahren zum "Luftkreuz des  Westens" und nach Berlin-Tempelhof zum zweitgrößten Flughafen Deutschlands. Die noch erhaltene Empfangshalle wurde 1936 in Betrieb genommen. Mit dem Krieg endete die große Bedeutung des Flughafens, der bis 1980 noch für Sportflugzeuge genutzt wurde. Der kommerzielle Luftverkehr der Region Köln/Bonn wird seit 1957 auf dem vorher nur militärisch genutzten in Flughafen in Köln-Wahn abgewickelt. Heute beherbergen die denkmalgeschützten Teile des Butzweilerhofs ein Flughafen-Museum der Stiftung Butzweilerhof mit einer Daueraustellung zur Geschichte der Kölner  Luftfahrt.

Ein noch früheres viel beachtetes Luftfahrtereignis für Köln war 1909 die Überführung des Luftschiffes LZ 5 (Z II) mit Graf Zeppelin, dem Pionier der Luftfahrt, nach Köln in die Luftschiffhalle des Reichsluftschiffhafen Cöln-Bickendorf (in Nähe des späteren Flughafens Butzweilerhof)
mit einem Rundflug über Köln.

Zur Geschichte Kölns als Verkehrskreuz gehört auch, dass hier am 06.08.1932 vom damaligen OB Konrad Adenauer die erste deutsche Autobahn, die "Kraftwagenstrasse Köln - Bonn" (heute: BAB 555),  eingeweiht worden ist.

KVB
Den innerstädtischen Anschluss Kölns an den regionalen und überregionalen Personenverkehr mit Flugzeug und Zügen und natürlich insbesondere der innerstädtische Schienenverkehr der Millionenstadt obliegt den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) mit einem umfangreichen Netz mit Stadtbahnen (zum Teil als U-Bahn) und Bussen. Die Geschichte der Kölner Straßenbahn begann 1877 mit der ersten Pferdebahn (zunächst privat, ab 1900 städtisch). Es folgten 1901 die erste elektrische Straßenbahn und 1925 die ersten Omnibusse. Die erste unterirdischeTeilstrecke der Stadtbahn wurde 1968 in der Kölner Innenstadt in Betrieb genommen. Die KVB gehört zum  Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS). Die KVB betreibt gemeinsam mit den Bonner Verkehrsbetrieben (SWB) zwei Linien zwischen Köln und Bonn (16 und 18), die von Fahrzeugen beider Betriebe befahren werden.

Ein tragischer Tag in der Geschichte des U-Bahn-Baus war der 03.03.2009. Aus noch nicht geklärtem Grund stürzte im Umfeld eine Gleiswechsel-Bauwerks an der Severinsstraße das danebenstehende Gebäudes des Historischen Archivs der Stadt Köln ein. Neben den Personen- und Sachschäden hat dieses Unglück noch nicht übersehbaren Folgen für das umfangreiche Archivgut, dem "Gedächnis der Stadt". Die komplette Fertigstellung der U-Bahn-Strecke Dom/Hbf. - Rodenkirchen verzögert sich dadurch bis ca. 2023 (Inbetriebnahme erster Teilstrecken: Dom/Hbf. - Heumarkt  Dez. 2013, Severinsstraße - Rodenkirchen 13.12.2015).

4.2 Brücken

Mit der Neuzeit begann auch der Bau von zahlreichen Brücken über den Rhein. 1822 wurde die erste Schiffsbrücke, die Deutzer Schiffsbrücke, mit Schleusen für die Durchfahrt von Schiffen in Betrieb genommen. Bald darauf folgte - als erste befestigte Brücke nach der römischen Brücke von um 310 (Abrisss vermutlich im 9. Jhdt.) - die Dombrücke am Ort der heutigen Hohenzollernbrücke. Deren Bau war durch den zunehmenden Eisenbahnverkehr ausgelöst worden. Sie wude 1859 eingeweiht. Die Brücke bestand aus einer zweigleisigen Eisenbahnbrücke und einer Straßenbrücke und wurde von den Kölner wegen ihrer Gitterträgerkonstruktion "Muusfall" (Mausefalle) genannt. Dass die Gleise über die Dombrücke genau auf den Chor des Doms zuliefen und kurz vor dem Dom zum neuen - ebenfalls 1859 eingeweihten - "Central-Personenbahnhof" abbogen, soll vom damaligen preußischen König Friedrich Wilhelm IV zur Würdigung des Doms als nationales Denkmal veranlasst worden sein. Diese Trassenführung ist für die an gleicher Stelle nachfolgende Hohenzollernbrücke (1911) erhalten geblieben.

Vor dem Bau dieses ersten Kölner zentralen Bahnhofs endeten in Köln 5 Eisenbahnlinien konkurrierender Gesellschaften an dezentralen Bahnhöfen (davon einer - der Bahnhof der Cöln-Mindener-Eisenbahngesellschaft - rechtsrheinisch). Der Central-Personenbahnhof war eine Kombination von Kopf- und Durchgangs-Bahnhof. Die rechtsrheinischen - am Deutzer Rheinufer gelegenen - Bahnhöfe der Cöln-Mindener-Eisenbahn (ab 1847) und später der Bergisch-Märkischen- Eisenbahn (ab 1882) blieben noch bis zur Realisierung des heutigen Deutzer Bahnhofs (1913) in Betrieb. Mit der weiteren Zunahme des Eisenbahnverkehrs und nach Verstaatlichung der Eisenbahnen durch die Preußen in 1880 wurde der Central-Personenbahnhof 1894 an gleicher Stelle durch einen neuen Bahnhof (nunmehr ein reiner Durchgangs-Bahnhof), den heutigen Hauptbahnhof, abgelöst. In diesem Eisenbahn-Verkehrskreuz kreuzen sich heute die deutschen und europäischen Nord-Süd- und Ost-West-Eisenbahnlinien. Die heutige Hohenzollernbrücke wurde dadurch zur meistbefahrenen Eisenbahnbrücke Europas und wohl auch der Welt.

Die Großstadt Köln liegt - anders als die anderen Rheinstädte - nicht am Rhein (auch wenn es oft "Köln am Rhein" heißt), sondern sozusagen im Rhein; der Rhein fließt mitten durch die Stadt. Umso wichtiger sind die Brücken! Der vorgenannten ersten Schiffsbrücke für den Straßenverkehr folgte 1888 die Mülheimer Schiffsbrücke. Der ersten befestigten Rheinbrücke für den Eisenbahnverkehr, der Dombrücke (1859), folgte 1910 die Südbrücke als Eisenbahnbrücke für den Güterverkehr. Die erste eigenständige befestigte Straßenbrücke war die 1915 fertiggestellte Deutzer Hängebrücke. Vervollständigt wurde das Kölner Brückenensemble 1966 mit der vorerst letzten Brücke, der Zoobrücke. Damit verbinden insges. 8 Rheinbrücken das linksrheinische Köln und das rechtsrheinische Köln (die "Schäl Sick"),  ein - auch im Maßstab vergleichbarer Brückenstädte in der Welt - bedeutendes Ensemble mit verschiedenen Brückentypen, von denen die meisten ein stilmäßiges Unikat darstellen. Der Rhein ist in Köln ca. 360 m breit; dadurch haben die  Brücken für Stadtbrücken eine ungewöhnliche Länge mit Spannweiten von (zum Teil weit) über 400 m.

Die 8 Kölner Brücken von Norden nach Süden:
Brückenname
Funktion  Bauart/
Spannweiten *
Inbetrieb-
nahme
Anmerkungen
Leverkusener
 Autobahnbrücke 
Autobahnbrücke im Zuge der  A 1
(mit 2 Gehwegen) 
Schrägseil-Brücke
687 m
1965
Die Brücke (zwischen Köln-Merkenich und Leverkusen) gehört zum nördlichen Teil des Kölner Autobahnringes.
Mülheimer Brücke
städtische Straßenbrücke mit
Stadtbahntrasse
Kabel-Hängebrücke
683 m

Neubau:
1929
 

1951
Die Brücke wurde im  Zusammenhang mit  der Eingemeindung von Mülheim (1914) gebaut und  war die erste Brücke mit der Brückenfarbe "Kölner Grün".
Zoobrücke städtische Straßenbrücke Stahlkasten-Trägerbrücke
597 m
1966
Die Brücke war ursprünglich geplant als Teil einer ehedem geplanten Stadtautobahn mit rrh. Ende am BAB-Kreuz Köln-Ost. 1975 angebaut an Nord-Süd-Fahrt.
Hohenzollernbrücke 2 Eisenbahnbrücken (mit  4 Gleisen)  +
1 Straßenbrücke



Fachwerk-Bogenbrücke
409 m



1911




Die Brücke ersetzte an gleicher Stelle die Dombrücke ("Mussfall") von 1859, der ersten festen Kölner Brücke nach der Römerzeit. Die Dombrücke war von den Preußen als Symbol für die nationale Einheit auf die Mittelachse des in der Preußenzeit weitergebauten Kölner Domes gerichtet worden. Sie war eine kombinierte Brücke für Züge, Straßenverkehr und Straßenbahn. Die Hohenzollernbrücke wurde kurz vor dem Kriegssende am 06.03.1945 von der Waffen-SS  gesprengt.
Wiederaufbau nach dem Krieg:
1 Eisenbahnbrücke mit  2 Gleisen
und 1 Fußweg
Wiederaufbau:
nach Krieg
1948
zunächst provisorisch
Erweiterungen:
1 Eisenbahnbrücke mit  2  Gleisen
1 Eisenbahnbrücke mit  2  Gleisen
(damit jetzt insges. 6 Gleise und
2 Fußwege)

Wiederaufbau:


1959
1989


Erweiterung für S-Bahn-Netz
Deutzer Brücke
städtische Straßenbrücke mit
Stadtbahntrasse
Ketten-Hängebrücke

1915


früher: "Deutzer Hängebrücke"/"Hindenburgbrücke".
Die Brücke verbindet den lrh. Kern der Kölner Innenstadt und den zentralen rrh. Stadtteil Deutz mit der Messe. Sie liegt in der Nähe der Trasse der historischen
 von um 310.
Neubau:
Stahlkasten-Brücke
1948
Erweiterung:
Spannbeton-Brücke
437 m
1980
Severinsbrücke
städtische Straßenbrücke mit Stadtbahntrasse
Schrägseil-Brücke
691 m
1959
Die Brücke gehört zum Verlauf der B 55.
Südbrücke Eisenbahnbrücke
(mit 2 Gehwegen)
Fachwerk-Bogenbrücke
536 m
1910

Die Brücke wurde für den Güterverkehr gebaut.


Wiederaufbau:

Neubau:
1946

1950
behelfsmäßiger Wiederaufbau
Rodenkirchener
Brücke
Autobahnbrücke im Zuge der  A 4
(mit 2 Gehwegen)
Kabel-Hängebrücke
567 m

Neubau:
Erweiterung:
1941


1954
1994
Die Brücke mit 6 Fahrspuren gehört zum südlichen Teil des Kölner Autobahnringes.


Neubau mit erhaltenen Teilen
Zwillingsbau zur 1. Neubaustufe
* technische Daten lt. Angaben des Amtes für Brücken- und Stadtbahnbau

Im weiteren Sinne zur Kölner Brückenfamile gehören 2 kleine Drehbrücken, die Drehbrücke über die Einfahrt zum linksrheinischen Rheinau-Hafen von 1898 und die Drehbrücke über die Einfahrt zum rechtsrheinischen Deutzer Hafen von 1907.  In dem 2008 erstellten "Masterplan Köln - Innenstadt -" ist für den zentralen "Stadtraum Rhein" u. a. der Bau von 2 Fußgänger-Rheinbrücken im Norden und Süden im Zuge der linksrheinischen Ringstraße vorgeschlagen worden ... ein toller Gedanke für dieses herausragende innerstädtische Erlebnisgebiet und eine Abrundung des Kölner Brückenensembles. Ob was daraus wird?

  Kölner Brücken



Leverkusener Autobahnbrücke







  Mülheimer Brücke   Kölner Brücken/Mülheimer Brücke



Zoobrücke
(mit Seilbahn)
Kölner Brücken/Zoobrücke Kölner Brücken/Zoobrücke



Hohenzollernbrücke
*

Kölner Brücken/Hohenzollernbrücke Kölner Brücken/Hohenzollernbrücke Kölner Brücken/Hohenzollernbrücke Kölner Brücken/Hohenzollernbrücke
Kölner Brücken/Hohenzollernbrücke Kölner Brücken/Hohenzollernbrücke Kölner Brücken/Hohenzollernbrücke Kölner Brücken/Hohenzollernbrücke Kölner Brücken/Hohenzollernbrücke
   Deutzer Brücke  Kölner Brücken/Deutzer Brücke Kölner Brücken/Deutzer Brücke Kölner Brücken/Deutzer Brücke Kölner Brücken/Deutzer Brücke Kölner Brücken/Deutzer Brücke
Severinsbrücke Kölner Brücken/Severinsbrücke Kölner Brücken/Severinsbrücke Kölner Brücken/Severinsbrücke Kölner Brücken/Severinsbrücke Kölner Brücken/Severinsbrücke
   Südbrücke       Kölner Brücken/Südbrücke Kölner Brücken/Südbrücke Kölner Brücken/Südbrücke
Kölner Brücken/Südbrücke
Kölner Brücken/Südbrücke
Rodenkirchener Brücke Kölner Brücken/Rodenkirchener Brückee Kölner Brücken/Rodenkirchener Brücke Kölner Brücken/Rodenkirchener Brücke Kölner Brücken/Rodenkirchener Brücke
Kölner Brücken/Rodenkirchener Brücke

Drehbrücke Rheinau-Hafen 
Kölner Brücken/Drehbrücke Rheinau-Hafen Kölner Brücken/Drehbrücke Rheinau-Hafen
Köln/Drehbrücke Rheinau-Hafen




Drehbrücke Deutzer Hafen

(Köln-Poll)

Kölner Brücken/Drehbrücke Deutzer Hafen




   
 * Der Name der Kölner Hohenzollern-Brücke bezieht sich auf das preußische Königshaus Hohenzollern. Reiterstatuen der vier bedeutendsten Herrscher dieses Hauses stehen beidseitig der Brücke und an beiden Rhein-Ufern. Sie erinnern an Preußenherrschaft in der Rheinprovinz und damit im Neuzeitlichen Köln nach der Franzosenherrschaft.

5. Stadterweiterungen und Eingemeindungen

Kernstadt des heutigen Köln ist die Altstadt. Dies ist das Gebiet innerhalb der "Ringe", dem Straßenzug entlang der Trasse der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer der mittelalterliche Stadt, wobei hier "Altstadt" als Stadteil-Name gemeint ist (Stadtteile Altstadt/Nord und Altstadt/Süd im Stadtbezirk Innenstadt). Im heutigen Kölner Sprachgebrauch wird unter "Altstadt" zumeist das Vergnügungsviertel mit Alter Markt, Heumarkt, Martinsviertel und Rheingarten innerhalb des amtlichen Stadtteils Altstadt verstanden. 1881 wurde die Stadtmauer abgerissen und danach die Stadt um die sog. "Neustadt" bis an die Trasse des ehemaligen inneren preußischen Festungsrings erweitert (= 1. neuzeitliche Stadterweiterung 1883). Später kamen dann die Eingemeindungen der heutigen Vororte  -  ehedem selbständige Stadt- und Landgemeinden um den Stadtkern - hinzu  (weitere Stadterweiterungen 1888, 1910, 1914, 1922, 1975). Deshalb sagen auch viele Kölner z. B. im Stadteil Köln-Sülz oftmals "Ich fahre in die Stadt"; gemeint ist die Innenstadt.). Bei der ersten Stadterweiterung mit Eingemeindungen 1888 wurden linksrheinisch die Gemeinden  Ehrenfeld, Longerich, Nippes, Müngersdorf, Kriel und Teile von Efferen und Rondorf sowie rechtsrheinisch Deutz und Poll eingemeindet. Damit wuchs Köln erstmals auf die rechte Rheinseite. Mit der Gebietsreform von 1975 und den damit verbundenen Erweiterungen - mit insbes. der Eingemeindung der Gemeinden Weiden-Lövenich, Porz und Rodenkirchen sowie zunächst Wesseling - wurde Köln vierte Millionenstadt Deutschlands.

Aktuell hat das neuzeitliche Köln eine Stadtgrenze von etwa 130 km Länge. Größte Entfernungen: Nord - Süd 28,1 km und Ost - West 27,6 km,  Länge des Rheinufers: lrh. 40,0 km und rrh. 27,3 km.
Mit der 1. Stadterweiterung 1883 und den folgenden diversen Eingemeindungen - zuletzt 1975 (mit einer gerichtlich veranlassten Korrektur 1976) - wuchs die Einwohnerzahl Kölns auf heute über 1,0 Mio. (Ende 2011: ca. 1,014 Mio.) auf einer Fläche von 40518 ha (ca. 405 qkm) mit 9 Stadtbezirken und 86 Stadtteilen. Damit ist Köln einwohnermäßig die viertgrößte Stadt Deutschlands (nach Berlin, Hamburg und München), größte Stadt in Nordrhein-Westfalen (2. Düsseldorf mit ca. 593 000, 3. Dortmund mit ca. 572 000) und flächenmäßig die drittgrößte Stadt Deutschlands (nach Berlin und Hamburg). Im Regierungsbezirk Köln (mit u. a. Aachen im Westen, Bonn im Süden und dem Oberbergischen Kreis im Osten) wohnen ca. 4,3 Mio. Menschen (2013).


Neuzeitliches Köln/Deutsches Reich 1871
Deutsches Reich
in preußischer Phase Kölns/1871 - 1918
Köln/mittelalterliche Stadterweiterungen
Stadtentwicklung Köln/
frühzeitige Stadterweiterungen
Neuzeitliches Köln/Stadterweiterungen
Stadtentwicklung Köln/
Stadterweiterungen und Eingemeindungen im 19. und  20. Jhdt

6. Statistische Daten

Köln existiert seit um 19 v. Chr. als befestigte Siedlung und ab 50 n. Chr. (= Bezugsjahr für die 2000-Jahr-Feier Kölns!) mit den Stadtrechten einer Colonia (Stadt römischen Rechts). Andere Städte römischen Ursprungs feiern übrigens ihr Jubiläum in Bezug auf ihre Gründung (wie 1984 das 16 v. Chr. gegründete Trier); bei gleicher - eigentlich richtigen - Vorgehensweise hätte Köln schon 1981 dieses Jubiläum begehen sollen.

Die Gründer Kölns sind
Oftmals wird wegen Beteiligung an der Verleihung des Rangs einer Colonia auch Agrippina als Stadtgründerin genannt.

Einwohner- und Fächenentwicklung Kölns (Ew. gerundet) im Neuzeitlichen Köln ab Ende des Mittelalters

Epoche
Jahr
Einwohner
Fläche (ha)
Anmerkung

mittelalterliches Köln

1500
um 40 000 401*  < * seit der 3. mittelalterlichen Stadterweiterung 1180
neuzeitliches Köln

mit noch mittelalterlichen  Strukturen bis um 1794
1670 37 000
1794 44 500 770 mit Grenzen nach der französischen Besetzung
1816 49 300 1815 Eingliederung Kölns in Preußen
1860 117 700
1883 150 200 1006 nach der 1. Stadterweiterung
1888 261 400 11133 nach der 2. Stadterweiterung
1910 516 500 11741
nach der 3. Stadterweiterung
1914 635 700 19726
nach der 4. Stadterweiterung
1922 674 700 25125 nach der 5. Stadterweiterung
1939 768 300

1960
803 600

1976 981 000 40518 nach der 1976 korrigierten 6. Stadterweiterung von 1975 **
1991
1 000 800 inkl. Zweitwohnsitz
2010 1 006 900 1 027 500 inkl. Zweitwohnsitz
2011 1 013 700
laut Volkszählung/Stand 31.12.2011 (Erstwohnsitz)
2014
1 044 900/1 053 500 Hauptwohnsitz/insgesamt ***
Gesamtentwicklung unter Kölner Stadtgeschichte

**   Die Gemeinde Wesseling wurde nach einer erfolgreichen Klage 1976 wieder aus Köln ausgegliedert.
***
laut Datei "Einwohnerentwicklung 2014" der Stadt Köln
 
Quelle: Fläche und Einwohner amtlichen Zahlen (Statistisches Jahrbuch 2012 der Stadt Köln bzw. Zensus 2011 - Einwohner ab Ende des Mittelalters! -.  Hinweis:  Alle Einwohnerzahlen - auch aus amtlichen Quellen - vor dem späten Mittelalter (vor 15. Jhdt.) sind als grobe Schätzungen anzusehen. Genauer sind hingegen die Flächenangaben.

Nicht untypisch für diese feierfreudige Stadt ist, dass sie nicht nur zwei Gründungsdaten hat, die selbst von Experten oft vermengt und verwechselt werden, sondern auch dreimal Millionenstadt wurde.

Eng mit der über 2000-jährigen Geschichte Kölns verbunden sind die Stadtbefestigungen der geschichtlichen Epochen. Köln war im Laufe seiner Geschichte ab dem 1. Jhdt. nach Chr. bis Anfang des  20. Jhdt. stets eine Festungsstadt mit

Politische Zugehörigkeiten Kölns in seiner über 2000-jährigen Geschichte im Überblick    24 Partnerstädte Kölns (Stand: 01.2016/Quelle: Stadt Köln)
Barcelona (Spanien), Berlin-Neukölln, Berlin-Treptow, Bethlehem (Palästina), Cluj Napoca (Klausenburg) (Rumänien), Corinto/El Realejo (Nicaragua), Cork (Irland), Esch-sur-Alzette (Luxemburg), Indianapolis (USA), Istanbul (Türkei), Katowice (Kattowitz) (Polen), Kyoto (Japan), Lille (Frankreich), Liverpool (Großbritannien), Liége/Luik (Lüttich) (Belgien), Bejiing (Peking) (China; 2012: 25-jähriges Jubiläum), Rio de Janeiro (Brasilien; seit Sept. 2011), Rotterdam (Niederlande), Tel Aviv-Yafo (Israel), Thessaloniki (Griechenland), Tunis (Tunesien), Turin (Italien), Turku (Finnland), Wolgograd (Russland) 

Besonders enge Beziehungen bestehen zu 5 (von den insges. 24) Städten in den Gründungsstaaten der Europäischen Union:  Esch-sur-Alzette in Luxemburg, Lille in Frankreich, Lüttich in Belgien, Rotterdam in den Niederlanden und Turin in Italien.

Köln/Wappen
Kölner Partnerstadt Barcelona
Kölner Partnerstadt Berlin-Neukölln
Kölner Partnerstadt Berlin-Treptow
Kölner Partnerstadt Bethlehem
-
-
Kölner Partnerstadt Cork (Irland) Kölner Partnerstadt Esch (Luxemburg)
Kölner Partnerstadt Indianapolis (USA)
Kölner Partnerstadt Istanbul (Türkei)
Kölner Partnerstadt Kattowitz (Polen)
Kölner Partnerstadt Kyoto (Japan)
Barcelona
(Spanien)

Berlin-Neukölln Berlin-Treptow Bethlehem
(Palästina)
Klausenburg (Rumänien)
Corinto/El Realejo (Nicaragua)
Cork
(Irland)
Esch-sur-Alzette (Luxemburg) Indianapolis (Flagge)
(USA)
Istanbul
(Türkei)
Kattowitz
(Polen)

Kyoto
(Japan)
Kölner Partnerstadt Lille (Frankreich)
Kölner Partnerstadt Liverpool (Großbritannien)
Kölner Partnerstadt Lüttich (Niederlande)
Kölner Partnerstadt Peking (Wappen China)
Kölner Partnerstadt Rio de Janeiro (Brasilien)
Kölner Partnerstadt Rottterdam (Niederlande)
Kölner Partnerstadt Tel Aviv (Israel)
Kölner Partnerstadt Thessaloniki (Griechenland)
Kölner Partnerstadt Tunis (Wappen Tunesien)
Kölner Partnerstadt Turin (Italien) Kölner Partnerstadt Turku (Finnland)
Kölner Partnerstadt Wolgograd (Russland)
Lille
(Frankreich)
Liverpool (Großbritannien) Lüttich
(Belgien)
Peking (Wappen China)
(China)
Rio de Janeiro (Brasilien) Rotterdam (Flagge) (Niederlande) Tel Aviv-Jaffa
(Israel)
Thessaloniki (Siegel) (Griechenland) Tunis (Wappen Tunesien)
(Tunesien)
Turin
(Italien)
Turku
 (Finnland)
Wolgograd
 (Russland) 
Köln
24 Partnerstädte Kölns
Wappen/Flaggen. Quelle: zumeist Wikipedia


7. Beschreibung einiger Merkmale Kölns


7.1 Medienmetropole Köln

Schon seit der Vorkriegszeit sind in Köln der Westdeutsche Rundfunk (WDR) - heute die größte öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt der ARD und zweitgrößte Rundfunkanstalt Europas (hinter der BBC) - und eine ausgeprägte Druckindustrie angesiedelt. Mit seinem Umzug von Luxemburg nach Köln kam 1988 der - hinsichtlich des Marktanteils - längstens größte deutsche private Programmanbieter RTL hinzu. Damit begann der weitere Aufstieg Kölns zu einer der deutschen Medienmetropolen - und vor allem zur deutschen Fernsehstadt Nr. 1 ("TV-Haupststadt"). Programm-Anbieter und Medien-Standorte der Medienmetropole Köln:  
          Fernsehen

         Hörfunk

Zu den Kunden von Endemol Deutschland gehören nach eigener Ausssage u. a. ARD, ZDF, RTL, SAT.1, Pro7, VOX, Kabel 1, RTL II, WDR, MDR, Ki.Ka., ZDFneo und ORF. Zu den Kunden von Brainpool gehören nach eigener Aussage u. a. ProSieben, SAT.1, RTL und Das Erste.
       
Seit 2010 befinden sich somit im Kölner Zentrum 2 deutsche Mediengrößen sozusagen Auge in Auge gegenüber: 
a)  WDR als größte öffentlich-rechtliche ARD-Rundfunkanstalt linksrheinisch direkt am Dom und Hbf.
b)  RTL als quotenstärkster privater Programmanbieter rechtsrheinisch in den historischen Messehallen am Rhein-Ufer gegenüber dem Dom.

 
Köln ist heute einer der wichtigsten Fernseh- und Film-Standorte Deutschlands (zusammen mit Hamburg, München und Berlin). "Ein Drittel des deutschen Fernsehprogramms entsteht in Köln. Dafür verantwortlich: namhafte Produktionsfirmen und Dienstleister sowie zahlreiche Freiberufler. ... TV auf der Höhe der Zeit. Köln ist unter anderem Heimat des WDR und der Mediengruppe RTL Deutschland – und damit der bedeutendste deutsche Fernsehstandort. Auf die veränderten Sehgewohnheiten reagieren Kölns Kreative mit vielen neuen Angeboten. ... Von Köln auf die Leinwand.Ganz großes Kino? Das gibt es in Köln. Zahlreiche namhafte Produktionsfirmen decken vom Kinderfilm bis zur Doku alle Genres ab, trumpfen bei Preisverleihungen auf und holen auch Weltstars an den Rhein. " (Zitate aus http://www.medienstadt.koeln/branchen/produktion). 2016 findet in Köln zum 26. Mal  das "Film Festival Cologne" statt (früher "Cologne Conference" genannt). Hinweis des Veranstalters: "Vom 07.10. bis zum 14.10.2016 zeigt das 26. Film Festival Cologne wieder die weltweit wichtigsten Trends und herausragenden Arbeiten in den Festivalreihen Top Ten, Look, Kino, Showcase und Made in NRW. Auch dieses Mal präsentieren Top-Akteure des internationalen Film- und Fernseh-Business als Referenten der Lectures Themen und Trends." 2017 fand das Festival zum zweiten Mal unter dem neuen Titel "Film Festival Cologne" vom 29.09. - 06.10.2017 statt und zeigte (Zitat) "wieder die weltweit wichtigsten Trends und herauragenden Arbeiten".

Die zahlreichen Produktionsfirmen
mit ca. 60 Studios für Fernseh- und Filmproduktionen erstellen in Köln und im Nachbarort H und zeigtürth ca. 2000 Stunden Fernseh-Programm pro Jahr (ohne die hausinternen Produktionen der Kölner Programmanbieter). Damit steht Köln mit der Zahl der Fernsehproduktionen pro Jahr bundesweit mit Abstand an der Spitze. Hier werden die meisten der erfolgreichen Formate der deutschen Fernseh-Landschaft produziert. Daneben werden in Köln auch hochwertige Kino- und Ferseh-Filme erstellt (in 2010: 45). Mit dem Coloneum betreibt die Firma MMC in Köln-Ossendorf das größte und modernste Film- und Fernseh-Studiogelände Europas (mit - zusammen mit den MMC-Studios in Hürth - 32 Studios, davon zwei für die Produktion von großen Kinofilmen und eins für große TV-Publikumsveranstaltungen geeignet). Und Köln baut im Gegensatz zu Anderen auch in schwierigen Zeiten seine Stellung noch aus. Zitat im Kölner Stadtanzeiger: "Köln ist und bleibt die deutsche Fernseh-Hauptstadt."  Zitat von Bruce Paisner, Präsident der International Academy of Television Arts & Sciences (eine Organisation der globalen Sender mit Mitgliedern aus ca. 70 Ländern und über 400 Unternehmen) im KStA (18.06.2012): " ... Jeder, der in diesem Business arbeitet, weiß, dass Köln das Hauptquartier des deutschen Fernsehens ist." Eine interressante Aussage von Michael Souvignier der Produnktionsfirma Zeitsprung (seit 1985 in Köln)/Zitat KStA 23.03.2016): "Ich liebe Köln als Standort. Ich hätte mir vorstellen, können nach Berlin zu gehen. ... Aber Köln hat den WDR, RTL, Vox und ist auch mit den MMC-Studios ein attraktiver Ort. Ich mag die Kölner Mentalität, dieses Herzlich, Direkte. ... Köln ist der interessanteste Fernsehplatz in Deutschland."

Der Aufstieg zur Medienstadt begann aber eigentlich schon 1928 mit der ersten internationalen Presseausstellung - der "Pressa" - (heute würde man Medienausstellung sagen), zugleich das erste Großereignis für die neue Kölner Messe. Aus dieser Tradition heraus ist heute Köln auch als Pressestadt bedeutend. In Köln haben der über 200 Jahre alte Verlag DuMont-Schauberg (das viertgrößte Zeitungshaus in D) sowie große Buchverlage wie Kiepenheuer und Witsch ihren Sitz. Die in dem gen. Verlag erscheinende und heute auflagenstärkste Tageszeitung Kölns - der "Kölner Stadtanzeiger" - wurde erstmals 1876, zunächst als Ableger der schon seit 1802 erscheinenden renommierten überregionalen "Kölnischen Zeitung",  herausgegeben.

Westdeutscher Rundfunk
"17  Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen und - per Kabel oder via  Satellit - viele weitere Millionen Hörer und Zuschauer können die fünf  Radioprogramme und das umfassende Fernsehangebot des Westdeutschen Rundfunks mit Sitz in Köln in ganz  Deutschland empfangen, über Satellit  in ganz Europa. Der
WDR ist für alle da, für Mehrheiten ebenso wie für Minderheiten. Das ist sein  Programmauftrag als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen.

Modernste Ausrüstungen und technische Einrichtungen sind für die Qualität der WDR-Programme unentbehrlich, zum Beispiel in den Radio- und Fernsehstudios, die mit ihren Kapazitäten zu den leistungsfähigsten Produktionsstätten Deutschlands zählen. Auch bei technischen Innovationen spielt der WDR oft eine Vorreiterrolle. So verfügte er als erster Sender 1994 über ein komplettes digitales Hörfunkstudio. Zum  Jahresende 1999 wurde mit dem Studio 3 das letzte der vier Wort- und  Hörspielstudios mit digitaler Produktionstechnik ausgestattet. In den letzten Jahrzehnten hat sich der WDR zu einem bedeutenden Kultur- und stabilen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Mit Sensibilität und Weitblick,  mit modernem Management und effizienter Organisation, nicht zuletzt mit  immer wieder neuen Ideen hat er den Ruf Kölns als Medienmetropole  maßgeblich begründet und geprägt.

Die Rundfunkanstalt WDR mit Sitz in Köln ist Mitglied der ARD und deren größte Rundfunkanstalt. Er ist zugleich einer der größten Sendeanstalten Europas. Vorläufer war nach dem Krieg der NWDR, der 1956 in NDR und WDR aufgeteilt worden ist."  (Quelle: WDR 04.2001)

Der WDR ist 1924 gegründet worden. Nach dem Weltkrieg wurde zunächst 1948 der NWDR neu gegründet (mit den Funkhäusern Hamburg und Köln). 1956 wurde diese Anstalt in die neuen Rundfunkanstalten WDR und NDR aufgeteilt. Am 01.01.1956 begann die Programmaustrahlung (zunächst nur des Hörfunks) des WDR. Der WDR  produziert heute fünf Radio-Programme und das sog. Funkhaus Europa sowie ein Viertel des ARD-TV-Programms "Das Erste" und das WDR-Fernsehen ("3. Programm"). Er beschäftigt ca. 4500 Mitarbeiter und über 15000 freie Mitarbeiter.

  
Neuzeitliches Köln/WDR Köln
WDR-Fassade am Dom


Dort stand die Wurstbude des Kölner WDR-Tatorts wirklich: im Biergarten in Nähe des Schokoladen- Museums/südl. Altstadt - inzwischen dort abgebaut -.

Jetzt gelegentlicher Einsatz anderswo
(hier beim Hafenfest 2014).

Wurstbude aus dem Kölner Tatort des WDR.
Im Tatort steht sie am rechtsrheinischen Rheinufer mit Domblick.

RTL
RTL Television mit Sitz in Köln ist der erfolgreichste der privaten Fernseh-Programmanbieter Deutschlands. RTL Television ist eine hundertprozentige Tochter der luxemburgischen RTL Group, die zum Medienkonzern Bertelsmann gehört. Das 1984 als RTL plus gegründete Fernseh-Unternehmen war in der Statistik der Marktanteile immer im Spitzenbereich und besonders erfolgreich in Altersgruppe der 14- bis 49-jährigen. So sicherte sich RTL 2002 zum zehnten Mal in Folge die Spitzenposition in dieser Zielgruppe und errang - zusammen mit der öffentlich-rechtlichen ARD -  die Marktführerschaft beim Gesamtpublikum. Inzwischen allerdings ist die Spitzenposition zumindest  beim Gesamtpublikum verloren gegangen. Eine Auswahl der Quotenergebnisse:

Die Marktanteile im "Jubiläumsjahr 2002" (alle/14-49jährige):

ARD/Das Erste: 14,6/9,9%,
RTL: 14,4/17,4%, ZDF: 14,1/8,8%,  ARD/alle Dritten: 12,9/7,9%.  Der kontinuierliche Erfolg insbes. bei den jungen Zuschauern hat RTL auch zum Marktführer auf dem deutschen TV-Werbemarkt gemacht.

Marktanteile 2009/
alle Zuschauer ab 3 Jahre: 
1. ARD/Das Erste12,7%,  2. ZDF 12,5% und RTL 12,5%                      

Marktanteile 2010/alle Zuschauer ab 3 Jahre (laut Media Control): 
1. RTL 13,6 %,   2. ARD/Das Erste 13,2%,   3. ZDF 12,7%

Marktanteile 2012:
Meldung unter http://unterhaltung.t-online.de/einschaltquoten-2012 am 30.12.2012: "Herbe Niederlage für RTL: Der Kölner Privatsender muss 2012 seine Marktführerschaft an das ZDF abgeben. Der Mainzer Kanal war in diesem Jahr der meistgesehene Fernsehsender. Nach Marktanteilen gemessen kam das ZDF auf 12,6 Prozent, die ARD erreichte mit dem "Ersten" genauso wie RTL 12,3 Prozent. Im Vorjahr hatte RTL noch mit 14,1 Prozent gewonnen - vor der ARD (12,4 Prozent) und dem ZDF (12,1 Prozent) -."

Marktanteile 2014/alle Zuschauer ab 3 Jahre:
1. ZDF 13,3%, 2. ARD/Das Erste 12,5 %, 3. ARD/Dritte 12,4 %, 4. RTL 10,3%, 5. Sat 1 8,1 %


Neuzeitliches Köln/RTL
alter RTL-Standort Weiden (bis 2010)
Neuzeitliches Köln/RTL
  neuer Standort Messehallen
Neuzeitliches Köln/RTL
  neuer Standort Messehallen

Am neuen Standort in Köln-Deutz (in den historischen Messehallen) sind die Programmanbieter der RTL-Sendefamlie vereint untergebracht: RTL, VOX, Super-RTL, N-TV. Lediglich RTL 2 hat seinen Sitz bei München.


7.2 Messe- und Kongress-Stadt Köln     

Neuzeitliches Köln/Kölner Messe Neuzeitliches Köln/Kölner Messe Neuzeitliches Köln/Kölner Messe
Südeingang
Neuzeitliches Köln/Kölner Messe Neuzeitliches Köln/Kölner Messe
Osteingang 
Köln ist ein international bedeutender Messestandort (wirtschaftlich unter den TOP 3 in Deutschland und den TOP 10 weltweit; Bilanz 2015). Die "kölnmesse" besitzt eines der größten und leistungsfähigsten Messegelände der Welt (flächenmäßig hinter Hannover und Frankfurt Nr. 3 in Deutschland und Nr. 6 weltweit).

Die Geschichte Kölns als Messestadt begann schon 1259, als die Stadt als großer mittelalterlicher Handelsplatz mit dem
Stapelrecht auch das Recht erhielt, pro Jahr zwei Messen zu veranstalten. 1922 wurde dann vom Rat der Stadt Köln entschieden, Köln zum Messestandort zu machen, und die Messegesellschaft wurde gegründet. Heute ist die "koelnmesse" eine der größten Messeveranstalter weltweit mit Weltleitmessen für über 25 Branchen und einer der größten Messe-Veranstalter Deutschlands. In den 11 Messehallen finden pro Jahr ca. 80 internationale Fach-Messen, Ausstellungen und sonstige Veranstaltungen und im Congess-Centrum Koelnmesse viele der insgesamt 2000 Kölner Kongresse statt. An den Messen beteiligen sich bis zu 48 000 ausstellende Unternehmen aus über 120 Staaten. Zitat der Kölner Messe: "Die Messehallen der Koelnmesse liegen zentral in der Kölner City, mitten im größten Wirtschaftsraum Europas und sind von 180 Millionen Europäern in nur einer Flugstunde erreichbar."

Die Messen bedienen die  Branchen
- Ernährung
- Haus, Garten und Freizeit

- Gesundheit, Lifestyle und Objekt
- Kommunikation, Kunst und Mode

- Wohnen, Einrichten und Textil
- IT, Technologie und Umwelt

mit u. a. folgenden Messen:
- anuga (Ernährungswirtschaft),
Eisenwaren-Messe,
- gamescom (eine der weltweit wichtigsten und gemessen nach Ausstellungsfläche (über 200 000 qm) und Besucheranzahl die weltweit größte Messe für interaktive Computer- und Video-Spiele (2017 mit 350 000 Besuchern aus 106 Ländern
 
und  910 Ausstellern aus 54 Ländern = wieder Rekordzahlen),
- Intermot (Motorrad- und Fahrradmesse),
- imm cologne (Einrichtungsmesse),
- InterKarneval,
ism (Süßwaren-Messe),
- Orgatec (Fachmesse für Office und Objekt),
- photo
kina (Imaging und MediaVision) - ab 2019 jährlich -,
- spoga (Gartenmesse)

- ART Cologne (Kunstmarkt/moderne Kunst) und die
Kunstmesse
Cologne Fine Art & Antiques.

Dazu kommen um 30 Messen weltweit. Zahlen 2015 (KStA 07.07.2016): "76 Messen in Köln und 22 Messen im Ausland mit Ausstellern aus 123 Ländern und Besuchern aus 205 Staaten."

Im Zusammenhang mit dem Umzug von RTL in die alten Messehallen am Rhein hat die Messe kräftig umgebaut (mit 4 neuen modernen Nord-Hallen unter Wegfall der alten Rheinhallen); sie betreibt damit jetzt  die vorerwähnten insges. 11 Hallen. Sie hat  mit 284 000 qm Hallenfläche und mehr als 100 000 m² Außenfläche das sechsgrößte Ausstellungsgelände der Welt.  Im übrigen hat die Kölner Messe einen großen Standortvorteil mit

also eine ausgezeichnete Verkehrsinfrastruktur wie kein anderes europäisches Messegelände.

2010 war die Messe-Tochter "kölnmesse international" verantwortlich für die Umsetzung des deutschen Beitrags (im deutschen Pavillon) auf der internationalen Weltaustellung (Expo) im chinesischen Schanghai. Für die Expo in Dubai 2020 wird der deutsche Pavillon ebenfalls von der Kölner Messe gebaut und betrieben. Die Kölner Messe war bisher außerdem für die Expos in Vancouver (Kanada), Sevilla, Lissabon und Aichi (Japan) zum Zuge gekommen.

Köln hat sich auch immer mehr zu einer Kongress-Stadt entwickelt mit insbes. den großen Kongress-Orten Messe und Gürzenich sowie bei den Aktionärs-Hauptversammlungen von u. a. Telekom und früher Deutsche Post und Postbank in der riesigen Kölnarena. Zitat KölnKongress: "Die mehr als 2.000 Veranstaltungen, die allein in den 10 Locations von KölnKongress jährlich stattfinden, ziehen mehr als 1 Million Besucher an. .... Köln, Verkehrsknotenpunkt mit hervorragender Infrastruktur, mit leistungsfähigem öffentlichem Nahverkehr und schnellen Wegen: Der Autobahnring für die Ankunft aus allen Himmelsrichtungen, der Hauptbahnhof mit 1.200 Zugbewegungen täglich und zwei internationale Airports – Köln/Bonn und Düsseldorf  sowie die direkte ICE-Anbindung an den Flughafen Frankfurt/Main."

Eines der größten und bedeutendsten Kongress-Ereignisse im Nachkriegs-Köln war der "Kölner Juni-Gipfel 1999" mit dem EU-Gipfel-Treffen des Europäischen Rates (03. - 04.06.1999) und danach dem Weltwirtschaftsgipfel der Staats- und Regierungs-Chef der
G-8-Staaten (18. - 20.06.1999)  (u. a. mit Bill Clinton/USA, Boris Jelzin/Russland und Gerhard Schröder/Deutschland als Gastgeber). Die politischen Ergebnissen mögen inzwischen verblasst sein, den Kölnern in guter Erinnerung geblieben sind die lockere Atmosphäre (vor allem im Vergleich zum nächsten G8-Gipfel in Deutschland, dem "Barrikaden-Gipfel" in Heiligendamm 2007) sowie besonders das Festessen der G-8-Teilnehmer über dem Dionysos-Mosaik im Römisch-Germanischen-Museum und die ungezwungenen Besuche des US-Präsidenten Bill Clinton in Kölner Altstadt-Kneipen.

       Kölner Gipfel 1999
  
   Gedenkplakette am Gürzenich


7.3 Autostadt Köln
1862 begann Nicolaus Otto (* 1832, 1891 in Köln) mit der Entwicklung eines Viertakt-Motors, entwickelte diesen Vorläufermotor weiter und baute 1863 in seiner eigenen Werkstatt die erste Gaskraftmaschine. 1864 gründete er mit Eugen Langen die erste Motorenfabrik der Welt, die Gasmotorenfabrik "N. A. Otto und Cie", die 1872 in die Gasmotorenfabrik Deutz AG überging. Nicolaus Otto wurde Namenspate für seinen "Otto-Motor". Die Leitung der Werkstätten als Technischer Direktor wurde einem gewissen Gottlieb Daimler übertragen (1872 bis 1882), der seinen Kompagnon Wilhelm Maybach mitbrachte. Unter der Leitung Daimlers wurde der Otto-Motor zur Serienreife entwickelt. Mit der Erfindung und Entwicklung dieses gasbetriebenen Viertaktmotors durch Nicolaus August Otto (Patentierung 1866) und mit der Verwirklichung des ersten funktionsfähigen Viertaktmotors ab dem Produktionsstart 1876 begann 1877 von Köln-Deutz aus die Motorisierung der Welt und die Entwicklung Kölns zur Autostadt. Von 1907 bis 1909 war übrigens Ettore Bugatti als Entwickler in Deutz tätig. Die Deutz AG zählt auch heute noch zu den größten Arbeitgebern in Köln. Weltweit nutzen 1,4 Mio. Fahrzeuge Motoren aus dem Kölner Werk.

Der Otto-Motor mit seinem Prinzip "Ansaugen, Verdichten, Verbrennen, Ausschieben" hat die Welt revolutioniert wie kaum eine andere technische Erfindung. Erstaunlich ... nach diesem Viertaktprinzip arbeiten auch heute noch weltweit Motoren in ca. 750 Mio. Fahrzeugen.

Gemäß dieser Tradition mit einer weltverändernden Erfindung ist Köln heute eine der führenden Auto- und Motorenbau-Städte. In der Domstadt ist neben der vorgenannten Deutz AG vor allem im nördlichen Stadtteil Köln-Niehl der weltweit fünftgrößte Autohersteller Ford mit dem Sitz und Stammwerk Köln der Ford-Werke GmbH sowie der Ford-Zentrale Europa ("Ford of Europe")  angesiedelt. Im Stammwerk in Köln-Niehl befinden sich eine Pkw-Produktionsstätte und ein zentrales Ersatzteillager für Europa. Im übrigen ist Ford mit Abstand der größte Arbeitgeber der Stadt (aktuell über 17 300 Mitarbeiter/innen).  Der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer hatte 1929 die Ansiedlung des Werkes in Köln erreicht. 1930 verlegte Ford den Sitz des Unternehmens von Berlin nach Köln, schloss 1931 sein Berliner Werk und nahm am 04. Mai 1931 die Produktion am neuen Standort in Köln-Niehl auf.

Etwas früher - am 15.02.1927 - gründete der Autohersteller Citroën seinen Kölner Standort, die "Citroën-Automobil AG Köln-Poll". Im Werk in Köln-Poll begann im gleichen Jahr Autoproduktion dieser Firma, die aber 1935 wieder eingestellt werden musste. Heute betreibt Citroën seine  Deutschlandzentrale "CITROËN Deutschland GmbH" in Köln-Porz/Gremberghoven.

Neben dem Ford-Werk in Köln-Niehl haben mehrere europäische oder deutsche Vertriebszentralen großer ausländischer Automobil-Hersteller ihren Sitz im Raum Köln:

Angesichts dieser Ballung hat sich im Großraum Köln eine große Zahl von Dienstleistern und Zulieferern um das Auto etabliert. Und Toyota hatte sich 1999 Köln ausgesucht, um von hier aus in die Formel-1-Rennen einzusteigen. Ab 2002 nahmen die ersten in Deutschland entwickelten und an dem Kölner Standort produzierten Formel-1-Rennwagen an den WM-Rennen teil -  2005 bis 2007 mit dem prominenten Fahrer Ralf Schumacher -.  2010 ist Toyota jedoch aus dem Formel-1-Zirkus wieder ausgeschieden!

In dem industriegeschichtlich bedeutsamen Gebiet zwischen Mülheimer Brücke und Deutzer Hafen im rrh. Stadtteil Köln-Deutz mit den herausragenden Firmen Deutz AG und der Waggonfabrik Van der Zypern + Charlier wurde übrigens neben dem Otto-Motor von Nicolaus Ottos Partner Eugen Langen auch die weltberühmte Wuppertaler Schwebebahn erfunden und entwickelt, von der dort noch heute eine kurze Teststrecke vorhanden ist. 

Prinzipieller Aufbau eines Viertakt-Ottomotors:
Die hauptsächlichen Teile sind Einlaßventil, Auslaßventil, Kolben, Verbrennungsraum, Pleuelstange, Kurbelwelle und Zündkerze.

Arbeitsweise eines Ottomotors:
Ein Viertakt-Ottomotor führt während seines Arbeitsspiels 4 Takte aus - Ansaugen, Verdichten, Arbeiten und Ausschieben. Im ersten Takt (Ansaugen) ist das Einlaßventil geöffnet und der Kolben bewegt sich in Richtung Kurbelwelle. Durch den im Verbrennungsraum herrschenden Unterdruck wird ein Luft-Kraftstoffgemisch angesogen und füllt zum Ende des Taktes den Verbrennungsraum ganz aus. Das Einlaßventil schließt sich und der Kolben bewegt sich von der Kurbelwelle weg (Takt 2: Verdichten). Dabei wird das Luft-Kraftstoffgemisch stark verdichtet. Kurz vor Erreichen des oberen Totpunktes  wird das Gemisch durch einen Funken an der Zündkerze gezündet (Zündzeitpunkt). Temperatur und Druck im Verbrennungsraum steigen sprunghaft an. Durch den hohen Druck wird der Kolben wieder in Richtung Kurbelwelle gepreßt (Takt 3: Arbeiten). Am unteren Totpunkt öffnet das Auslaßventil und die Verbrennungsgase werden aus dem Verbrennungsraum ausgeschoben (Takt 4: Ausschieben). Insgesamt hat sich die Kurbelwelle nach den 4 Takten um 720° gedreht (2 vollständige Umdrehungen).
Neuzeitliches Köln/Gedenktafel Otto-Motor
Gedenktafel an der Johannisstraße/
Kölner Nordstadt

7.4 Luft- und Raumfahrt-Standort und -Kompetenz-Zentrum Köln

Seit Ende 2004 ist Köln (mit Standort in Köln-Deutz, ab 2016 Standort im Zentrum im ehemaligen Gebäude der Bahndirektion am linksrheinischen Konrad-Adenauer-Ufer) Sitz der "Europäischen Agentur für Flugsicherheit" (EASA) - eine der EU-Fachagenturen -.  Mit der Ansiedlung der EASA ging der Ausbau Kölns zu einem Kompetenz-Zentrum der Luft- und Raumfahrt weiter. Schon zuvor in Köln-Porz/Lind angesiedelt wurden die Hauptverwaltung des "Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt" (DLR), das "Europäische Astronautenzentrum" (EAC) und die "Europäischen Weltraum-Agentur" (ESA). Übrigens ist in Köln-Deutz auch - noch - die Hauptverwaltung der Deutschen Lufthansa  angesiedelt.

  DLR:
Aufgaben des "Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt" (DLR) : "Das DLR ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden." (Zitat von der DLR-Internetseite).  Zum DLR (gegründet 1907) mit dem Hauptsitz (Hauptverwaltung) in Köln gehören Einrichtungen an 15 Standorten in Deutschland (u. a. der Standort Oberpfaffenhofen in Oberbayern).

Zitat Andreas Schütz, (DLR) im am 10.01.2013: "... Ich weiß nicht, ob Ihnen das klar ist, aber Köln ist das deutsche Houston" (= USA-Raumfahrtzentrum). ..." Jedenfalls ist Köln einer der wichtigsten Standorte für die bemannte Raumfahrt weltweit. So trafen sich im Juli 2013 mehr als 80 Astronauten aus aller Welt zu dem 26. Planetary Congress in Köln. 2013 gab es am Wissenschaftstandort Köln ein Themenjahr "Luft- und Raumfahrt".


EASA:
Die "Europäischen Agentur für Flugsicherheit" (European Aviation Safety Agency/EASA) (mit über 500 Mitarbeitern aus den 28 EU-Staaten) ist eine Art TÜV für die Sicherheit des zivilen Flugverkehrs in Europa. Zu ihren Aufgaben gehört, einheitliche Sicherheits- und Umweltstandards auf EU-Ebene zu erstellen und zu überwachen.

  ESA/EAC:
Aufgaben der
"Europäischen Weltraum-Agentur" (European Space Agency/ESA) mit Hauptsitz Paris: "Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist Europas Tor zum Weltraum. Sie soll die Entwicklung der europäischen Raumfahrt koordinieren und fördern - natürlich sicherstellen, dass die diesbezüglichen Investitionen allen Europäern dauerhaften Nutzen bringen."  (Zitat von der ESA-Internetseite)

Aufgaben des
"Europäischen Astronautenzentrums" (EAC): "Das Europäische Astronautenzentrum (EAC) ist ein Kompetenzzentrum zur Auswahl, Ausbildung, medizinischen Betreuung und Überwachung von Astronauten. Zudem betreut es Astronauten und deren Angehörige während der Vorbereitung und Durchführung der Weltraummissionen." (Zitat von der EAC-Internetseite)

Das EAC schult die Astronauten und das Bodenpersonal für sämtliche europäischen Komponenten der internationalen Raumstationen. Am 28.05.2014 ist der in Köln wohnhafte und in Köln ausgebildete Astronaut und Geophysiker Alexander Gerst mit dem russischen Raumschiff Sojus TMA-13M zur internationalen Raumstation ISS geflogen und ist damit als 11. Deutscher im Weltraum. In der fußballfeldgroßen Raumstation, die in jeweils ca. 90 Minuten die Erde umkreist, arbeiten insges. 6 Astronauten als Wissenschaftler in mehreren internationalen Weltraum-Labormodulen. Der Start der Sojus ist bei einer öffentlichen Veranstaltung am Abend deutscher Zeit des 28.05.2014 auf dem Kölner Alter Markt verfolgt und gefeiert worden.  Alexander Gerst war knapp 6 Monate in der Weltraumstation und ist am 10.11.2014 zurückgekehrt. Ein kleiner Stein vom Kölner Dom war mit auf dieser großen Reise.

Raumflugfeier Köln am Alter Markt/28.05.2014
Raumflugfeier Köln am Alter Markt/28.05.2014
Feier zum Raumflug am 28.05.2014/Alter Markt Köln


7.5 Kölner Zoo und Kölner Flora

Kölner Zoo

Eine besondere Bedeutung unter den vielen Parklandschaften als eines der Merkmale Kölns hat der Kölner Zoo. 
Zoodirekto seit 2007: Theo Pagel; seit Mitte 2007 ergänzt um den kaufmännischen Direktor Christopher Landsberg.

Der Kölner Zoo wurde 1860 gegründet und ist der drittälteste Zoo Deutschlands. Der Kölner Zoo ist ein großer Innenstadt-Zoo, der großen Wert auf eine möglichst naturgetreue Unterbringung der Tiere legt, was Zug um Zug verwirklicht wird.
Derzeit beherbergt der 20 ha große Kölner Zoo weit mehr als 10 000 Tiere und über 800 Tierarten. Als einer der wissenschaftlichen Zoologischen Gärten kümmert sich der Kölner Zoo vorrangig um den Arten- und Naturschutz. Der Zoologische Garten Köln liegt im nördlichen Stadtteil Köln-Riehl. Er gehört zu den fünf besucherstärksten deutschen Zoos.

Einige Höhepunkte im Kölner Zoo:
Im Kölner Zoo leben derzeit 16 Elefanten - Stand: 19. Juni 2017 - (Quelle: http://elefanten.wikia.com/wiki/):
 Bullen: Bindu (geb. 1969), der Jungbulle Sang Raja (geb. 1999 in Singapur) und die Jungbullen Rajendra (geb. 08.04.2011 im Zoo), La Min Kyaw (geb. 16.03.2016 im Zoo) und in 2017 geboren im Zoo Jung Bul Kne (geb. 26.01.2017), Moma (geb. 20.03.2017) und Kitai (geb. 08.06 2017).
Kühe aus Myanmar: Thi Ha Phyu (geb 1980) mit Tochter Maha Kumari (geb. 09.05.2007 in Köln, Mutter von Jung Bul Kne), Shu Thu Zar (geb. 1993, Mutter von La Min Kyaw) mit Tochter Bindi (geb. 25.07.2012) sowie Marlar (geb. 30.03.2006 in Köln) als Nachfahre der verstorbenen Birma-Elefantin Khaing Lwin Htoo
Kühe aus Thailand: Kreeblamduan (geb. 1984), Tong Koon (geb. 1988, Mutter von Ming Jung und Rajendra), Maejaruad (geb. 1989) und Laongdaw (geb. 1990)
Kreeblamduan (seit 2006 in Köln) ist die Leitkuh und zugleich die größte der thailändischen Kühe.
Mitteilung des Kölner Zoo (Zitat): "150 JAHRE ELEFANTEN-HALTUNG IM KÖLNER ZOO. Der Elefantenpark bietet unseren grauen Riesen ein artgerechtes, den natürlichen Lebensansprüchen angepasstes Zuhause. Die Elefanten verbringen wie in der Natur den größten Teil des Tages in ihrer Herde. In Berührung mit Menschen kommen sie nur bei Pflege- und Fütterungseinsätzen. Um eine gefahrlose Kontaktaufnahme zu gewährleisten, trainieren die Pfleger sie mit modernen Methoden. Vor 150 Jahren, als der Zoo das erste Mal einen Elefanten bei sich begrüßen durfte, konnte von artgerechter Haltung nach den heutigen Maßstäben kaum gesprochen werden. In diesen 150 Jahren hat sich glücklicherweise sehr viel verbessert. Eine kleine Geschichte über große Veränderungen."

*Aus Mitteilung des Kölner Zoo/19.06.2017 zum Einschläfern des Jungbullen am 18.06.2017: "... Am Sonntag wurde das Jungtier nachmittags plötzlich sehr schwach und bekam Durchfall. Die Tierpfleger holten direkt die Zoo-Tierärztin Dr. Sandra Langer. Gemeinsam mit dem Tierpfleger-Team und Direktor Prof. Theo B. Pagel musste man sich dann entschließen, das Junge einzuschläfern – ein Entschluss, der unumgänglich war und der trotzdem allem sehr schwer fiel. ..."
Daneben sind zu erwähnen:

    * das Aquarium,
    * der Pavianfelsen,
    * das Urwaldhaus,
    * das Südamerikahaus
    * das Erdmännchen-Gelände,
    * die Raubtierbereiche und

vieles mehr.

Natürlich kommt es nicht nur bei den Elefanten ständig zu Tiergeburten, sondern auch bei vielen anderen Arten, so z. B. mit Kungara im Juli 2012 das 23. im Kölner Zoo geborenes Jungtier bei den Netzgiraffen. Weitere Beispiele: i
m Febr. 2016 Geburt eines Ameisenbärs und im März 2016 nach Angaben des Zoos 12 Geburten, darunter der vorgenannter asiatischer Elefant sowie u. a. 1 Flachlandgorilla,  2 afrikanische Zwergziegen und 4 Varis (Gruppe der Lemuren). Am 26.11.2016 ist mal wieder im Giraffenhaus ein weibliches Jungtier geboren worden. Und eine aktuelle Mitteilung des Kölner Zoo im Juli 2017: "...Auch gibt es zahlreichen Nachwuchs zu bestaunen. Nicht nur die Elefanten, auch Erdmännchen, Paradieskranich, Hirschziegenantilopen und Bucharahirsche haben Jungtiere." Weitere aktuelle Beispiele: Am 21.07.2017 wurde das Bison-Kalb Misu sowie am 03.07. und 02.08.2017 der Nachwuchs Lutz und Luan der Przewalskipferde (Mongolisches Wildpferd) geboren.

Zitat Online-Auftritt des Kölner Zoo (Stand: 04.2016) : "Einfach vielfältig! Im Kölner Zoo haben mehr als 10.000 Tiere ein neues Zuhause gefunden – so viele, wie in kaum einem anderen Tierpark in Deutschland. Besuchen Sie Okapis, Lemuren, Ameisenbären, Afrikanische Marabus, Paradiesvögel, Tapire und viele, viele andere Tiere – in einem der ältesten und zugleich modernsten Zoos der Welt! Mit seinen modernen und weiträumigen Anlagen und Tierhäusern, die nach den natürlichen Lebensbedingungen der Tiere gestaltet wurden, ist der Kölner Zoo für große und kleine Entdecker bei jeder Wetterlage ein beliebtes Ausflugsziel. Highlights sind der Elefantenpark, der größte seiner Art nördlich der Alpen, das Urwaldhaus für Menschenaffen und das Regenwaldhaus mit seinen paradiesischen Bewohnern. Für Nervenkitzel sorgt ein Abstecher ins Aquarium. Hier leben nicht nur farbenprächtige Fische und Schmetterlinge, sondern auch Krokodile, Gottesanbeterinnen und Piranhas. Eine weitere Attraktion eröffnete im Jahr 2010 pünktlich zum 150. Geburtstag des Kölner Zoos: der neue Hippodom. Die 3500 Quadratmeter große, begehbare Nachbildung einer afrikanischen Flusslandschaft ist in ihrer Art europaweit einzigartig und erlaubt faszinierende Einblicke in die verborgene Welt wilder Tiere unter Wasser."      

  Kölner Flora

Zitat www.koeln.de:
"Neben dem Kölner Zoo liegt die Flora, der städtische botanische Garten. Mit ihren über 10.000 teils exotischen Pflanzenarten und ihren hübsch gestalteten Parkanlagen lädt die Flora als grüne Oase im Großstadtgewirr zum Flanieren und Entspannen ein. Seit 2008 beherbergt der Park zudem die erste Palmenallee Deutschlands. ... Die Kölner Flora bietet ein reichhaltiges Angebot an teils exotischen Pflanzen, kleinen Teichen und verwinkelten Gärten. Sogar einen Wasserfall gibt es. Baumriesen wie ein amerikanischer Mammutbaum stehen gleich neben einheimischen, europäischen und asiatischen Gewächsen, womit der Park auch für Vögel und Eichhörnchen paradiesische Bedingungen bietet. Infotafeln klären den Besucher über die verschiedenen Pflanzenarten auf. Besonders faszinierend sind die Rosengärten und die vier miteinander verbundenen Schaugewächshäuser."                                                                     


7.6 Kölner "Erfindungen"

Der Name Köln ist mit 2 äußerst wichtigen Erfindungen verbunden:
Das neuzeitliche Köln ist aber auch bekannt durch zwei besondere - mit dem Stadtnamen verbundene - Produkte. Weltbekannt ist das "Eau de Cologne" (Kölnisch Wasser). Und ein in Köln sehr geschätztes, aber auch bundesweit und darüberhinaus immer beliebter werdendes Produkt ist das "Kölsch", das einzige Bier, das - vergleichbar wie beim Sekt der Champagner  - per EU-Recht auf die Herstellung in einer Region begrenzt ist.  Zu den "Kölner Marken" zählen neben dem Kölnisch Wasser und dem Kölsch noch die Auto-Marke Ford und die Stollwerck-Schokolade. Lange Zeit Kultstatus hatten die Zigaretten-Marke Overstolz und das Cola-Getränk Afri-Cola, die beide vom Markt verschwunden sind.

Ferner erwähnenswert:
Präsentation des ersten Radargerätes (Telemobiloskop) durch Christian Hülsmeyer 1904 an der Dombrücke ("Mussfall"), dem Standort der heutigen Hohenzollernbrücke.

Das Ohmsche Gesetz

Im Jahre 1826 definierte Georg Simon Ohm am Dreikönigs-Gymnasium in Köln das folgende elektrotechnische Gesetz: Legt man einen Widerstand R an eine Spannung U und bildet einen geschlossenen Stromkreis, so fließt durch den Widerstand  R  ein bestimmter Strom I." Der Widerstand wird in Ohm ) gemessen.

Das Ohmsche Gesetz: U = I * R   
Neuzeitliches Köln/Gedenktafel Georg Ohm
 Gedenktafel an der
Marzellenstraße/
Nähe Dom
Eau de Cologne

Der Italiener Johann Maria Farina gründete am 13.07.1709 die erste Parfumfabrik der Welt und nannte sein Duftwasser zu Ehren seiner Wahlheimat "Eau de Cologne" (Kölnisch Wasser). Er machte damit Köln als Duftstadt im 18. Jhdt. weltberühmt. Von hier aus wird seit dem 18. Jhdt. das Parfüm de Luxe mit dem Markenname "Johann Maria Farina gegenüber (dem Jülich-Platz)" (= damals - als es noch keine Haus-Nr. gab - Adresse des Farinahauses) in die ganze Welt vertrieben (u. a. damals an alle Könige und Fürsten Europas sowie Prominente von Napoleon bis Goethe). Farina ist auch heute noch ein Kölner Familienbetrieb. Das Farina-Haus (mit einem Duft-Museum) ist jetzt Nachbar des Wallraf-Richartz-Museum; gegenüber ist immer noch der G(J)ülich-Platz. Der Gründer zu seinem Produkt: "Ich habe einen Duft gefunden, der mich an einen italienischen Frühlingsmorgen erinnert." 2009 feiern die Firma und das Kölnisch Wasser ihr 300jähriges Jubiläum.

Später stiegen auch andere Firmen in das lukrative Geschäft mit dem Kölnisch Wasser ein und versuchten, das Original zu kopieren (Markenschutz gab es damals noch nicht), so u. a. 1803 die Firma Mülhens, die ihr Kölnisch Wasser (mit anderem Duft als Farina) seit 1865 unter dem inzwischen weithin bekannten Namen "4711" (nach ihrer damaligen Haus-Nr. in der Glockengasse genannt) vertrieb. Das heutige 4711-Haus in der Glockengasse (1964 in der Nähe des alten Standortes neu aufgebau) steht in der Kölner Innenstadt gegenüber dem Kölner Opernhaus. Die Firma Mülhens existiert längst nicht mehr; sie wurde 1994 verkauft.

 Das Kölnisch Wasser wurde zum Gattungsbegriff und zur Massenware. Nur Farina aber darf ihr auch heute noch zum gehobenen Sortiment gehörendes Produkt Eau de Cologne "Original Kölnisch Wasser" nennen.

Farina/Kölner Friedhof Melaten
Medaille auf dem Friedhof Melaten
Farina/Rathausturm Köln
   Figur am Rathausturm
                                                                                                                                                                                                                                                                      

Neuzeitliches Köln/Farina-Haus
Farina-Haus/
gegenüber WRM

  Neuzeitliches Köln/Farina-Haus

Kölsch 

Kölsch ist eine helle klare obergärige Bier-Spezialität aus Köln und der näheren Umgebung. Der Begriff "Kölsch" ist eine EU-weit geschützte geographische Markenbezeichnung ("Geschützte geographische Angabe" der EU - "g.g.A.-Zeichen"). Serviert wird es in den typischen Kölschstangen (original in 0,2 l-Gläsern). Zur Zeit gibt es 23 alteingessene Kölsch-Marken, wie u. a.
  • Reissdorf
  • Gaffel
  • Früh
  • die Gruppe "Haus Kölner Brautradition" mit  Gilden, Sion, Sester, Peters, Dom und Küppers und
  • kleinere traditionelle Brauereien wie Sünner, Brauerei zur Malzmühle, Päffgen
Den größten Ausstoß (Hektoliter pro Jahr) haben haben die drei erstgenannten Brauereien. Übrigens ist Köln auch eine Stadt der Kneipen: 3000 bis 4000!

Und: "Kölsch" ist Sprache (Kölner Dialekt), Getränk (obergäriges Bier in den kölschtypischen Stangengläsern) und Lebensphilosophie in einem.

Kölsch, das Kölner Bier

Kölsch, das Kölner Bier

 

 Infos und Fotos zu den Bauwerken/Denkmälern des Neuzeitlichen Köln siehe auch Themen-Seiten Kölner Bauwerke  und Kölner Denkmäler

D. Datensammlung: Wichtige Geschichtsdaten zum Neuzeitlichen heutigen Köln (ab dem spätem Mittelalter * )

Kölner Wappen Epoche
Teil-Epoche
Daten der Stadtgeschichte von Köln - Rheinmetropole und alte Römerstadt
- neuzeitliches Köln -
Das neuzeitliche Köln
Köln heute
Frühe Neuzeit in Köln

um 1500 - 1794
In der frühen Neuzeit blieben in Köln die mittelalterlichen Strukturen zunächst weitgehendst erhalten, so dass Daten der frühen Neuzeit (ab um 1500) zum Teil auch dem Mittelalterlichen Köln zugeordnet werden können.
  • 1505 und 1512 Reichstage mit König/Kaiser Maximilian in Köln.
  • 1512/1513 Aufstand der Gaffeln gegen den Rat, Ergänzung des Verbundbriefes durch den Transfix-Brief.
  • Nach 1517 bleibt in Köln als einziger Reichsstadt und anders als z. B. in Nürnberg die Reformationsbewegung Martin Luthers ohne Wirkung; Köln bleibt katholisch.
  • 1531 Besuch des Kaisers Karl V (Kaiser 1530 - 1556).
  • 1553 Gründung der Kölner Börse.
  • Ab 1570 auf Plänen erstmals Darstellung des Kölner Bauers (als Symbol für die städtische Freiheit) und der Kölner Jungfrau (als Symbol  für die Treue zum Reich), heute Figuren des Dreigestirns im Kölner Karneval.
  • 1578 - 1589 Der flämische Barock-Maler Peter Paul Rubens  (*1577 Siegen - dorthin war seine Familie geflüchtet -, † 1640  Antwerpen) verbringt seine Kindheit in Köln. Die Familie wohnte in der damaligen Nobelstrasse Sternengasse im Pfarrsprengel von St. Peter (Pfarrkirche neben dem damaligen Stift St. Cäcilien), die auch seine Taufkirche war und in der sein Vater begraben wurde.
  • 1583 - 1588  Kölnischer (Truchsessischer) Krieg zwischen Truppen des zum Protestantentum gewechselten und deshalb abgesetzten Kölner Erzbischofs/Kurfürsten Gebhardt Truchsess von Waldburg mit in diesem Krieg siegreichen katholischen bayerisch-spanischen Truppen seines Nachfolgers Ernst von Bayern. Der Sieg der katholischen Truppen verhindert die Verwandlung von Kurköln in ein erbliches protestantisches Fürstentum. Der Nordwesten des Reiches bleibt katholisch! 
  • 1618 Grundsteinlegung für das letzte repräsentative Bauwerk  im mittelalterlichen Köln, die Jesuitenkirche St. Maria Himmelfahrt  (Weihe 1678).
  • 1618 - 1648 Köln bleibt im 30-jährigen Krieg neutral und wird auch nicht erobert. 1632 wird Köln im Zuge des  Krieges von den Schweden bedroht (Besetzung der rrh. und damals noch selbständigen StadtDeutz).
  • 1686 Hinrichtung des Nikolaus Gülich (nach der letzten Rebellion gegen Misswirtschaft und Korruption im Kölner Rat).
  • Ende 17. u. 18. Jhdt.  vorübergehender wirtschaftlicher Niedergang und Verfall der Reichsstadt.
  • 1709 Der Italiener Johann Maria Farina gründet in Köln die erste Parfümfabrik der Welt; damit beginnt die weltweite Verbreitung des "Kölnisch Wassers".
  • 1723 - 1761 Clemens August I von Bayern Erzbischof von Köln; er erbaut als Kurfürst von Kurköln u.a. die Brühler Schlösser Augustusburg und Falkenlust.
  • 1794 Franz. Truppen besetzen Köln und beenden den Status Kölns als Freie Reichsstadt. Damit enden nun auch in Köln die mittelalterlichen Strukturen.
Köln zur Franzosenzeit

1794 - 1814

  • 1794 Franz. Truppen besetzen Köln und beenden den Status Kölns als Freie ReichsstadtDamit enden nun auch in Köln die mittelalterlichen Strukturen.
  • 1797 In Köln erhalten auch die Protestanten die Bürgerrechte.
  • 1798 Die Franzosen schließen die 1388 gegründete Kölner Universität.
  • 1801 Eingliederung des Rheinlandes und damit auch Kölns in den franz. Staatenverbund. Die Kölner werden französische Staatsbürger. Das Erzbistum Köln und das Kurfürstentum Köln werden aufgelöst (Kurfürstentum linksrheinisch 1801 und rechtsrheinisch 1803).
  • 1802 Säkularisation in Köln durch die Franzosen mit Aufhebung aller Klöster und Stifte. Der kirchliche Besitz fällt an den Staat und  wird größtenteils an Bürger verkauft. Die Kloster- und Stiftskirchen (und damit 11 der heutigen 12 großen Romanischen Kirchen) werden in Pfarrkirchen umgewidmet; viele Kirchen werden geschlossen, viele abgerissen.
  • 1810 Einrichtung des Zentalfriedhofs Melaten auf dem Gelände des mittelalterlichen Leprosenasyls außerhalb des damaligen Stadtgebiets aufgrund Aufhebung der Bestattung der Toten in ihren Pfarrgebieten mittels Napoleons "Décret sur les sépultures" in 1804
  • 1814 Ende der Franzosenherrschaft, Einmarsch der Preußen.
Preußisches Köln

1815 - 1918
  • 1815 Nach Auflösung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation (1806) wird Köln auf dem Wiener Kongreß ab 1815 dem Königreich  Preußen (Rheinprovinz) zugeteilt, wird Festungsstadt und neben Berlin wichtigste Stadt Preußens sowie mit der neuen Bistumsorganisation für Preußen ab 1821 auch wieder Erzbistum.
  • 1816 Beginn des Aufbaus der preußischen Festungsringe (innerer Ring ab 1816, äußerer Ring ab 1873).
  • 1823 Der Kölner Karneval wird reformiert und erhält seine heutige Form u. a. mit der Gründung des Festordnenden Komitees  - heute Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 - und erster Kölner Rosenmontagszug.
  • 1825 Einweihung der ersten Forts des Inneren Festungsrings vom preußischen König Wilhelm III.
  • 04.09.1842 Grundsteinlegung für den Weiterbau  des um 1530 unterbrochen Baus des Kölner Doms.
  • 1848/1849 Köln ist eines der revolutionären Zentren der Deutschen Revolution ("März-Revolution"). Karl Marx übernahm am 15. Oktober 1842 die Redaktion der "Rheinischen Zeitung" und wurde 1848 Herausgeber der "Neuen Rheinischen Zeitung" mit  einer radikalen oppositionellen Ausrichtung.
  • 1857 Gründung des Gürzenich-Orchesters, des heutigen Hausorchesters der Kölner Philharmonie und der Kölner Oper in der Musikstadt Köln.
  • 1859 Einweihung der Dombrücke, der ersten festen Rheinbrücke nach der Römerzeit, und des Central-Personenbahnhofs Köln.
  • 1860 Gründung des Kölner Zoos
  • 1861 Eröffnung des ältesten Museums Kölns, des Wallraf-Richartz-Museums.
  • 1862 Nicolaus Otto begann in Köln mit der Entwicklung eines Viertakt-Motors, eine für die Motorisierung der Welt bahnbrechende Erfindung.
  • 15.10.1880 feierliche Einweihung des nunmehr fertiggestellten Kölner Doms durch den Kaiser Wilhelm I als nationales  Ereignis Deutschlands.
  • 1883 Beginn der neuzeitlichen Stadterweiterungen (nach Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer 1881)
  • 1894 Einweihung des Kölner Hauptbahnhofes direkt neben dem Dom an der Stelle des mit der Dombrücke erstellten Zentral-Bahnhofes.
  • 1897 Einweihung eines eigenen Gebäudes für das Historische Archiv der Stadt Köln am Gereonskloster.
  • 1902 Eröffnung des ersten Kölner Opernhauses am Habsburger Ring.
  • 1909 Überführung des Luftschiffes LZ 5 (Z II) mit Graf Zeppelin, dem Pionier der Luftfahrt, nach Köln  (mit einem Rundflug über Köln) in die Luftschiffhalle des Reichsluftschiffhafen Cöln-Bickendorf (in Nähe des späteren Flughafens Butzweilerhof).
  • 1911 Einweihung der neuen Hohenzollernbrücke (anstelle der Dombrücke von 1859)
  • ab 1912 Aufbau der militärischen Fliegerstation Butzweilerhof, aus der ab 1926 der Kölner zivile Flughafen Butzweilerhof entstand.
Republikanisches Köln

ab 1918
  • 1917 Konrad Adenauer wird  zum Kölner Oberbürgermeister gewählt (OB 1917 - 1933). 
  • 1918 Nach Ende des 1. Weltkriegs gehört Köln zum Freistaat Preußen in der ersten deutschen Republik ("Weimarer Republik").
  • 1919 Die Kölner Universität wird nach der Schließung in der Franzosenzeit neu gegründet.
  • 1922 Gründung der Kölner Messe.
  • 1923 Eröffnung des Müngersdorfer Stadions (mit u. a. der Hauptkampfbahn - heute RheinEnergie-Stadion -)
  • 1925 Staatliche Anerkennung der Musikhochschule Köln, eine  der größten und traditionsreichsten Musikhochschulen Europas. 
  • 1928 Internationale Presse-Ausstellung Köln 1928 („Pressa“)
  • 1930 verlegte der Autobauer Ford den Sitz des Unternehmens von Berlin nach Köln, schloss 1931 sein Berliner Werk und nahm am 04. Mai 1931 die Produktion am neuen Standort in Köln-Niehl auf.
  • 1932 Einweihung der ersten deutschen Autobahn, der "Kraftwagenstrasse Köln - Bonn" (heute: BAB 555), durch den damaligen OB Konrad Adenauer.
  • 1933 Absetzung des OB Konrad Adenauer durch die Nazis.
  • Ab 1942 beginnen die flächendeckenden Bombenangriffe im 2. Weltkrieg auf Köln (erster großer Angriff 30./31.05.1942, der berüchtigte "1000-Bomber-Angriff"); Köln war zum Kriegsende fast völlig zerstört (die Innenstadt zu 90%).
  • 06.03.1945 Sprengung der Hohenzollernbrücke als letzter Rheinübergang durch deutsche Pioniere und Einmarsch amerikanischen Armee im linksrheinischen Köln und am 12.04.1945 Einnahme des rechtsrheinischen Köln durch die Amerikaner.
  • 15.08.1948 700-Jahr-Feier der Grundsteinlegung des Kölner Doms.
  • 1949 Köln gehört zum Bundesland Nordrhein-Westfalen der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland.
  • 1950 1900-Jahrfeier Kölns (Köln rechnet ab der Erhebung der römischen Siedlung 50 n. Chr. zur Colonia und nicht wie andere alte Städte ab der Gründung 19. v. Chr.).
  • 1956-1973 Theo Burauen erster SPD-Oberbürgermeister in Köln seit Gründung der Bundesrepublik.
  • 1957 Eröffnung des neuen Kölner Opernhauses am Offenbach-Platz.
  • 1957 Aufnahme des kommerziellen Flugbetrieb am vorher nur militärisch genutzten Flughafen Köln-Wahn.
  • 1962 Der 1. FC Köln wird zum ersten Mal Deutscher Fußball-Meister.
  • 1968 Inbetriebnahme des ersten Abschnitts des unterirdischen Teils der Kölner Stadtbahn der KVB.
  • 1972 Der Kölner Dichter Heinrich Böll erhält den Literatur-Nobelpreis.
  • 1974 Eröffnung des  Neubaus des Römisch-Germanischen Museums an der Dom-Südseite.
  • 1975 Gebietsreform mit dem Abschluss der 1883 begonnenen Stadterweiterungen.
  • 1975 Köln wird im Zuge der letzten Gebietsreform mit weiteren Eingemeindungen von umliegenden Gemeinden am 01.10.1975 vierte Millionenstadt Deutschlands. Mit der erfolgreichen Klage Wesselings gegen diese Eingemeindung nach Köln war jedoch der Status als Millionenstadt am 01.06.1976 vorübergehend wieder zu Ende (s. 2010).
  • 1977 Der Kölner EC wird zum ersten Mal deutscher Eishockey-Meister.
  • 1978 Der 1. FC Köln wird zum dritten - und bisher letzten - Mal Deutscher Fußball-Meister.
  • 2002 Der Kölner EC wird zum achten - und bisher letzten - Mal deutscher Eishockey-Meister.
  • 1986 Eröffnung der Kölner Philharmonie und des Museum Ludwig an der Dom-Südseite (anfangs noch zusammen mit dem in diesen Gebäudekomplex verlegten  Wallraf-Richartz-Museum).
  • 1988 Der Fernseh-Programmveranstalter RTL nimmt seinen Sendebetrieb in Köln auf; Köln wird zusammen mit dem WDR und den anderen Rundfunk-Veranstaltern zunehmend zur Medienmetropole ausgebaut.
  • 09.11.1992 Große Massen-Demonstration „Arsch huh - Zäng ussenander“ mit vielen Kölner Künstlern gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Neonazismus am Kölner Chlodwigplatz (mit bis 100 000 Besuchern)
  • 11.09.1998 Eröffnung der Kölnarena als große Multifunktionshalle Köln (seit 2008 leider wie inzwischen wohl unvermeidbar werbemäßig Lanxess-Arena genannt)
  • 1999 "Kölner Juni-Gipfel 1999", das EU-Gipfel-Treffen des Europäischen Rates  (03. - 04.06.1999) und danach der Weltwirtschaftsgipfel der Staats- und Regierungs-Chef der G 8-Staaten in Köln (18. - 20.06.1999)  (u. a. mit Bill Clinton/USA, Boris Jelzin/Rußland und Gerhard Schröder/Deutschland).
  • 2001 Eröffnung des Neubaus für das Wallraf-Richartz-Museum neben dem Gürzenich.
  • 2002 Der Kölner EC - die Haie wird nach seinem erste Titel 1977 zum achten Mal Deutscher Eihockey-Meister.
  •   2005 XX. katholischer Weltjugendtag in Köln (mit Besuch des Papstes Benedikt XVI.), ein Mega-Ereignis und wohl die bisher größte Veranstaltung in der Bundesrepublik überhaupt.
  • 2006 Köln ist einer der Austragungsorte der Fußball-WM 2006.
  • 2007 Schlußrunden der Handball-Weltmeisterschaft 2007 in der Kölnarena (Deutschland wird Weltmeister)
  • 03.03.2009 Einsturz des Gebäudes des Historischen Archivs der Stadt Köln im Umfeld einer U-Bahn-Baustelle mit noch nicht übersehbaren Folgen für das umfangreiche Archivgut, dem "Gedächnis der Stadt". Die komplette Fertigstellung der U-Bahn-Strecke Dom/Hbf. - Rodenkirchen verzögert sich dadurch bis ca. 2023 (Inbetriebnahme erster Teilstrecken: Dom/Hbf. - Heumarkt  Dez. 2013, Severinsstraße - Rodenkirchen 13.12.2015)
  • 2010 Köln wird im Mai 2010 nun auch nach der NRW-üblichen Zählweise mit nur den Erstwohnsitzen vierte Millionenstadt Deutschlands - und damit nun wohl endgültig - . Bereits im Dezember 1991 hatte Köln mit der hier üblichen Zählweise inkl. der Zweitwohnsitze die Million erreicht.
  • 2010 Eröffnung des Kulturzentrums am Neumarkt (mit dem neugestalteten Rautenstrauch-Jost-Museum und einer Erweiterung des Museum Schnütgen).
  • 2010 Eishockey-WM in der Kölnarena (erneut nach 2001)  - zusammen mit der Halle in Mannheim -.
  • 2017 Eishockey-WM in der Kölnarena (erneut nach 2001 und 2010)  - zusammen mit der Halle in Paris -
= Besonders wichtige Daten der Kölner Stadtgeschichte! 
Daten ohne Gewähr!
Daten zu allen Epochen siehe Datensammlung "Kölner Stadtgeschichte" - Vollversion V -



 
Empfehlung des Autors Der Autor empfiehlt als jeweiliges Mitglied (bzw. Unterstützer) die Unterstützung der folgenden gemeinnützigen Vereine durch Mitgliedschaft und/oder Spenden:
    * Freunde des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig (Die Mitglieder unterstützen und fördern diese beiden Museen und haben freien Eintritt in beiden Museen!)
    * Förderverein Romanische Kirchen Köln (Die Mitglieder unterstützen u. a. maßgeblich Renovierungsarbeiten und Ausstattungam des Kichenensembles und erhalten außerdem jährlich das große wertvolle Jahrbuch des Vereins "Colonia Romanica")
    * Zentral-Dombau-Verein zu Köln von 1842 (Die Mitglieder unterstützen u. a. maßgeblich die umfangreichen Renovierungsarbeiten am Dom und erhalten außerdem jährlich das große wertvolle Jahrbuch des Vereins "Kölner Domblatt")
    * G Fortis Colonia - 2000 Jahre befestigtes Köln (mit seinen Arbeitsbereichen Römische Stadtmauer, Mittelalterliche Stadtmauer, Preußische Festungen)
    * G Förderverein Historischer Park Deutz
die sich um  wichtige und bedeutende Kölner Museen, Bauwerke und Denkmäler kümmern, sowie
    * Förderverein Herzzentrum Köln
    * Verein Deutsche Sprache (überregional)
G: tätig im Bereich der Stadtgeschichte (inkl. Neuzeitliches Köln/Festungen)

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Tabellen u. dgl.:
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"Stil-Epochen der Malerei" und  "Antike Geschichte" sowie im Anhang "Datensammlung" auf Nachfrage, ansonsten unter Nennung wie bei Fotos.

GL_Köln/19.10.2017
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