Kölner Wappen     Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt    Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt
zugehörige Rubrik Thema Detail-Thema Anhang
Köln -  die Kulturmetropole am Rhein

Kulturstadt Köln - Kunststadt Köln


 Kölner Musik

in der Musikstadt Köln
   überarbeitet: Febr. 2016
- -

Kölner Bühnen

 überarbeitet:Jan. 2016
Themenseite des privaten Web-Informations-Projekts "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt".  Dieses private Web-Projekt verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen!




Kölner Musik. Musikstadt Köln
  Kölner Philharmonie - Kölner Bands (BAP u.  Bläckfööss, Höhner und viele andere)
Kölner Bühnen
Städtische Bühnen (Oper und Schauspiel Köln) - Freie Theater - Hänneschen-Theater

0. Vorbemerkungen und Inhalt

Köln gilt als

Die Kölner Musik-Szene ist eine der buntesten und vielfältigsten in Deutschland mit einem sehr großen Potential an Musikern. Die Komponistin Carola Bauckholt sagte einst zur Kölner Musik-Szene: "Das Musikleben ist von einer Qualität und Dichte, dass man Köln als einen der Spitzenstandorte in Europa bezeichnen kann." Der aktueller Intendant der Kölner Philharmonie Louwrens Langevoort wird im KStA am 19.01.2016 wie folgt zitiert: "Wir spielen in der Champions League, das ist das Oberhaus. In Deutschland sind wir die besten und auch international gibt es kaum Häuser, die ein Programm auf diesem Niveau anbieten. Dabei darf man nicht vergessen, dass Köln nur eine Million Einwohner hat. Wenig im Vergleich zu London oder Paris."

Zu der Kölner Musik-Szene gehören auch große Chöre, wie der Gürzenich-Chor von 1827 (Leitung Christian Jeub), der Ende 2012 sein 185-jähriges Bestehen feierte, der rund 200 Jahre alte Opernchor der Bühnen der Stadt Köln (Chordirektor Andrew Ollivant) und der WDR-Rundfunk-Chor von 1947 (Chefdirigent Stefan Parkmann)  sowie viele andere kleinere Chöre, denn Köln ist  auch eine Stadt der Chöre.

Inhalt

1.   Kölner Musik-Szene
1.1 Kölner Philharmonie

1.2 Rockbands
1.3
Bläck Fööss, Höhner und andere Kölsch-Musikgruppen
1.4 Weitere Elemente der Kölner Musik-Szene
2.   Kölner Bühnen
2.1 Städtische Bühnen/Oper Köln und Schauspiel Köln
2.2 Sonstige Bühnen


1. Kölner Musik-Szene

1.1 Kölner Philharmonie
Die Kölner Philharmonie hat einen der schönsten Konzertsäle der Welt mit über 2000 Plätzen, der - passend zu den römischen Wurzeln der Stadt - einem antiken Amphi-Theater nachempfunden ist. Zitat aus Wikipedia: "Der Konzertsaal wurde einem Amphitheater nachempfunden, um eine möglichst perfekte Raumakustik zu erhalten. So gibt es im gesamten Saal keine Wände, die sich parallel gegenüberliegen, damit kein unerwünschtes Echo entsteht. Größe und Polsterung der Sitze sind so ausgelegt, dass die von ihnen ausgehende Schalldämpfung immer konstant ist, unabhängig davon, ob jemand darauf sitzt oder nicht." Der Star-Geiger Gidon Kremer hat es mal so ausgedrückt "Die Kölner Philharmonie ist einer der wenigen Orte auf Erden, wo die Musik mit so einer Wärme, Fürsorge und offenheit behandelt wird." Gelobt wird der Konzert-Saal für seine tadellose Akustik und seine wunderbare räumliche Ausstrahlung. Betrieben wird die Kölner Philharmonie von der KölnMusik GmbH (Anteile: 90 % Stadt Köln, 10 % WDR). Der 1986 fertiggestellte Gebäudekomplex Museum Ludwig/Philharmonie unmittelbar am Dom und Hauptbahnhof ist mit dem künstlerisch gestalteten und das Philharmonie-Dach nachbildenden Heinrich-Böll-Platz auch architektonisch ein markanter Kultur-Standort der Stadt. 

Die Kölner Philharmonie hat sich seit ihrer Eröffnung am 14.09.1986 unter Ihrem Gründungsdirektor (später Gründungsintendant) Frank Xaver Ohnesorg zu einer der besten Adressen für insbes. klassische Musik entwickelt. Bedeutende Orchester, Dirigenten und Solisten kommen seit 1986 in Scharen hierin und machen das Haus zu einem Konzertsaal mit internationaler Bedeutung. Im September 2012 begrüßte die Philharmonie ihren 15-millionsten Besucher und untermauerte damit ihren Status als eines der meistbesuchtesten Konzerthäuser Europas!  In der Kölner Philharmonie residiert seit 1986 das renommierte Gürzenich-Orchester und gibt dort jährlich rund 50 Konzerte. Dieses Orchester spielt außerdem in der Oper Köln über 160 Vorstellungen im Jahr (Zahlen von der Homepage des Orchesters). Das städtische "Gürzenich-Orchester Kölner Philharmoniker" ist 1857 gegründet worden und eines der führenden Orchester Deutschlands. Es ist nach dem früheren Konzertsaal Gürzenich benannt. In seiner langen Geschichte wurde das Orchester von vielen überaus prominenten Gast-Dirigenten geleitet und spielte bei etlichen Uraufführungen.

Neben den zwei ortsansässigen Kölner Sinfonie-Orchestern,

beides international renommierte Groß-Klangkörper, sind schon fast alle bedeutenden Sinfonie-Orchester und Dirigenten der Welt in der Kölner Philharmonie aufgetreten und treten weiterhin regelmäßig hier auf. Beispielgebend für die Folgejahre spielten hier in den Jahren 2005/2006 u. a.

- das Konzert der weltberühmten "Wiener Philharmoniker" (Stammgäste in Köln) mit dem ital. Stardirigenten Riccardo Muti  im Mai 2005,
- die in Europa einmalige "Residency" des amerikanischen Spitzenorchesters "Los Angeles Philharmonic" mit  dem Chefdirigenten Esa-Pekka Salonen im März 2005 (1 Woche zu Gast in Köln mit 4 großen Konzerten),
- das "West-Eastern Divan Orchestra" mit dem Dirigenten Daniel Barenboim im August 2006,
- das Konzert des "London Philharmonic Orchestra" mit dem Stardirigenten Kurt Masur im Oktober 2006.

Daneben sind als Gast-Orchester zu erwähnen u. a. das Mahler Chamber Orchestra, das älteste US-Orchester New York Philharmonic, das Alan Berg Quartett, die Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim, die St. Petersburger Philhamoniker. Zum Programm 2009 gehörten u. a. Würdigungen der 4 runden Todes- bzw. Geburtstage (Haydn, Händel,  Mendelssohn, Chopin) sowie am 18.02.2009 ein Konzert eines der besten Orchester der Welt, der Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle. 

2011 feierte die Philharmonie ihren 25jährigen Geburtstag mit einem Geburtstagsprogramm vom 10. - 18.09.2011. Im August 2011 spielte das West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim alle 9 Sinfonien von Beethoven! Die weltberühmten Wiener Philharmoniker gastierten in der Jubiläums-Saison 2011/2012 dreimal in der Domstadt. 2015 feiert die Kölner Philhamonie ihr 30jähriges Jubiläum, das angemessen gefeiert werden soll. Auch 2015 sind die internationalen Spitzen-Orchester reichlich vertreten, u. a. zweimal die Wiener Philharmoniker und das Philharmonische Orchester Rotterdam.

2016 feiert die Kölner Philharmonie das 30jährige Jubiläum mit u. a. einem Konzert der beiden Haus-Orchester (Gürzenich-Orchester Kölner Philharmoniker und WDR-Sinfonie-Orchester Köln) am 14.09.2016. Auszug aus der Homepage der Philharmonie: "... Beide gestalten nun das Jubiläums- bzw. Geburtstagskonzert und bringen gemeinsam ein für diesen Anlass komponiertes Konzert für zwei Orchester zur Uraufführung. Es stammt aus der Feder des ehemaligen Rihm-Schülers Vito Žuraj, dessen Werke längst auch bei den Salzburger Festspielen gefeiert werden."

Das künstlerisches Programm der Kölner Philharmonie ist breit gefächert. Neben Sinfonien und Kammermusik als der klassischen Musikformen für derartige Häuser werden Jazz-Konzerte und konzertante Opern- und Operettenaufführungen sowie Shows veranstaltet. Und in dieser lebendigen Stadt sind auch Mundart-Gruppen wie die Bläck Fööss und die Höhner regelmäßig zu Gast in dem Klassik-Tempel. Herr Ohnesorg sagte einst dazu: "Wir wollen ein offenes Haus auch für die kölsche Seele sein."

Pro Jahr finden in der Philharmonie ca. 400 Konzerte statt. Seit den 1990iger Jahren liegt der Zuschauerschnitt bei ca. 600 000/Jahr. Zur Spielzeit 2012/2013 schrieb der KStA: "Auch diesmal ist die Spielzeit eine Parade der großen Namen. Es kommen unter anderem: Staatskapelle Dresden, Orchestre de Paris, Radio Symphonieorchester Wien, Concertgebouworchester Amsterdam, London Philharmonic Orchestra, Mahler Chamber Orchestra und natürlich Wiener Philhamoniker sowie viele namhafte Solisten."

Die gesamte Chronik der Kölner Philharmonie und das aktuelle Programm  finden sie unter http://www.koelner-philharmonie.de.

Kölner Musik-Szene/Philharmonie
Kölner Philharmonie/
 Eingang
Kölner Musik-Szene/Philharmonie
Kölner Philharmonie
am nach dem U-Bahn-Bau noch nicht renovierten Vorplatz

Kölner Musik-Szene/Philharmonie
Kölner Philharmonie  
Kölner Musik-Szene/Philharmonie
Dach der Philharmonie/
Heinrich-Böll-Platz
 
Eine besondere Ehre erhielten das Gürzenich-Orchester (Residenz-Orchester der Kölner Philharmonie) und die Kölner Oper im Sept. 2010. Im Rahmen der Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai (China) präsentierte die Kölner Oper als kulturellen Höhepunkt des deutschen Pavillons im Shanghai Grand Theatre das mächtige Wagnerwerk "Der Ring des Nibelungen" (zweimal als geschlossenen Zyklus mit den 4 Teilen "Das Rheingold", "Die Walküre", "Siegfried" und "Götterdämmerung") in der Inszenierung von Robert Carsen unter musikalischer Leitung von Markus Stenz. Darüberhinaus wurde auf dieser Reise danach noch "Don Giovanni" in einer Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg in Peking aufgeführt. Nach dem großen Erfolg dieses Gastpiels in China folgte 2014 eine weitere Asien-Gastspielreise des Kölner Gürzenich-Orchesters unter Leitung von Markus Stenz mit folgenden Konzertterminen: 15.02.2014 in Seoul (Süd-Korea) sowie 18.02.2014 in Hongkong, 20. und 21.02.2014 in Shanghai und 23.02.2014 in Peking (China).  Hieraus scheint eine Serie zu werden: Anfang 2017 wurde das Kölner Orchester bereit zum vierten Mal für diese Asientournee eingeladen.
          
 Neue Musik: "Musik-Triennale Köln" und "Acht Brücken. Musik für Köln"
Die Kölner Philharmonie widmet sich auch der Neuen Musik. Der Gründungsdirektor Frank Xaver Ohnesorg war es, der das große internationale Musikfestival der zeitgenössischen Musik - die "Musik-Triennale Köln" - gegründet hat. Hierbei wurden seit 1994 alle 3 Jahre an verschiedenen Aufführungsorten in Köln (u.a. Philharmonie und WDR-Konzertsaal) große Orchesterwerke, Soloabende, klassische Moderne, Jazz und experimentelle Musik aufgeführt. Die Musik-Triennale Köln entwickelte sich zur wohl weltweit wichtigstem Konzertveranstaltung für die Musik des 20. Jahrhunderts (seit 2004 mit neuer Ausrichtung). Das Motto der Triennale 2004 mit ca. 130 Konzerten lautete "Entdeckung Europa". Auch bei der 5. Trienale 2007 erklang die Stadt wieder 3 Wochen lang an vielen Orten (u. a. mit dem Auftritt des New York Philharmonic Orchestra, einem der 5 besten Orchester der Welt). Die Trienale 2010 (24.04. - 16.05.2010) stand unter unter dem Motto "Heimat - heimatlos" mit u. a. den Wiener Philharmonikern, den Münchener Philharmonikern, den beiden großen Kölner Orchestern und vielen namhaften Kammermusik- Ensembles und Solisten. 

Ab 2011 begann der neue Intendant 
Louwrens Langevoort eine neue Musikfest-Serie für die Neue Musik des 20./21. Jhdt.. Seit 2011 heißt das Motto "Acht Brücken. Musik für Köln", angelehnt an die 8 Kölner Rheinbrücken. Das Musikfest 2011 hatte den thematischen Kern "Pierre Boulez und Frankreich". Unter diesem neuen Motto stand das Fest 2012 im Zeichen von John Cage.Vom 30.04. - 12.05.2013 hieß es: "Acht Brücken | Musik für Köln –  Elektronik-electronics. Iannis Xenakis" mit Elektronischer Musik von gestern und heute im Zentrum des Programms - wieder eine Veranstaltung mit internationalem Format -. Fortsetzung dieser Acht-Brücken-Serie: 2014 "Mensch und Maschine", 2015 "Musik. Politik?" und 2016 "Musik für Köln - Musik und Glaube". Nächster Termin: 28.04. - 07.05.2017: "Acht Brücken | Ton. Satz. Laut". 

1.2 Rockbands


Köln galt und gilt trotz aller Veränderungen und aktuellen Stagnation noch immer als die Pop- und Rockstadt Deutschlands mit zahlreichen Rockbands und Hochburg der elektronischen Musik. Der Rockmusiker und Musikproduzent Wolf Maahn wurde im KStA wie folgt zitiert (April 2011) "Was die Auftrittsmöglichkeiten betrifft, ist Köln sicher bundesweit Spitze, weit vor Berlin und München, allenfalls Hamburg kann da noch mithalten. ..."

Die bekannteste Kölner Rockband ist die 1976 gegründete Gruppe BAP mit dem Gründer und "Frontmann" Wolfgang Niedecken und u. a. dem legendären Gitarristen Klaus "Major" Heuser (bei BAP 1980 - 1999). BAP ist seit ihrem ersten Album (1979 "BAP rockt andere Kölsche Leeder") mit ihrem kölschen Mundart-Rock bundesweit von Erfolg zu Erfolg geeilt, hat zahlreiche goldene CD´s erhalten  und stand mehrfach auf Platz 1 der Album-Charts. Einige der Alben: 1980 "Affjetaut", 1981 "Für Usszeschnigge", 1996 "Amerika", 2001 "Aff und zo". Einer der bekanntestens Lieder: 1981 "Verdamp lang her". Die Texte greifen oft gesellschaftliche oder persönliche Probleme auf. Wolfgang Niedecken ist auch bekennender Fan des  1. FC Köln: "Es gibt drei Sachen, die sucht man sich nicht aus. Den Vater, die Mutter, und, watt willste de maache, der Club, mit dem man leiden muss." (Zitat aus Geißbock-Echo Mai 2011). Weitere Informationen zu BAP sind auf deren Homepage zu finden. Wolfgang Niedecken ist auch sozial sehr engagiert und unterstützt u. a. Aktionen in Afrika wie "Gemeinsam für Afrika" - er ist deren langjähriger Botschafter - und aktuell das Projekt "Rebound" im Ost-Kongo. BAP war auch als einer der Initiatoren mit vielen anderen Künstlern der Kölner Kunst- und Musikszene am legendären "Arsch-huh-Konzert" gegen Rassenhass am 09.11.1992 mit 100 000 Teilnehmern am Chlodwigplatz beteiligt. 

In den letzten Jahren hat sich auch Brings stark in den Vordergrund gespielt -  allerdings vorwiegend im Karneval -. Von außen betrachtet gilt jedoch die 1968 in Köln gegründete Band Can, eine avantgardistische Band, als bekannteste Kölner Band.

Kölner Rockbands (eine kleine Auswahl):
- BAP (gegründet 1976), eine Mundart-Rockband mit überwiegend amerikanischen und britischen Rock'n Roll mit kölschen Texten. BAP ist eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Rockbands.
- Can (gegründet 1968),  bis heute die wohl international einflussreichste Kölner Band überhaupt. Can ist keine Rockband im eigentlichen Sinn, sondern eine Gruppe mit Jazz-,  Krautrock- und Psychedelic-Rock-Elementen.
- Jürgen Zeltinger und Band (gegründet 1979), eine der bekanntesten Rockbands in Köln Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre.
- Brings (gegründet 1990), eine Kölner Mundart-Rockband mit überwiegend Titeln in kölscher Sprache, aber auch mit hochdeutschen Texten. Nach dem großen Erfolg mit Superjeilezick in 2001 hat sich Brings auf kölsche Musik, vorwiegend im Karneval, spezialisiert.
... und viele viele weitere Kölner Bands.

1.3. Bläck Fööss, Höhner und andere Kölsch-Musikgruppen

Die Kölner Musik-Szene und der Kölner Karneval werden mitgeprägt durch eine Vielzahl von Gruppen mit Karnevalsmusik und Mundartliedern op Kölsch. Die bekanntesten Gruppen dieser Szene sind
Diese 4 Bands zählen zum sogenannten Kölschen Kleeblatt. Daneben gehören unzählige weitere Gruppen und Solisten zu dieser Szene wie Brings (anfangs eine Rock-Band), De Boore, Domstürmer,  Kolibris,  Rabaue,  Rheinländer und viele andere kölsche Karnevals-Bands und Interpreten. Und das Bemerkenswerte ist, dass das Kölner Musik-Biotop immer wieder neue Bands hervorbringt, die diese kölsche Musiktradition und kölsche Sprache aufrecht erhalten, wie z. B. seit der Karnevals-Session 2012 die jungen und auf Anhieb erfolgreiche Gruppen Kasalla und Cat Ballou sowie Blootsbrüder, Hanak, Klüngelköpp, Miljöh und andere. Wenn also der Kölner - wie der Autor - Aschermittwoch grübelt, was denn wird, wenn die mittlerweile älteren Herren von Bläck Föös, Höhner usw. mal abtreten, kann beruhigt sein. Der Nachwuchs ist schon da und singt weiterhin überwiegend auf Kölsch. Und der Anglizismus-Wahn ist zum Glück im Kölner Karneval kaum angekommen.
  
Viele der seit Anfang der 70iger Jahre von den "Fööss"
und den Höhnern und später auch den Paveiern, den Räubern und anderen Gruppen vorgetragenen Liedern haben in Köln - und manche auch über die Stadtgrenzen und den Karneval  hinaus -  längst Volkslied-Charakter. Sie kennt und singt in Köln buchstäblich jedes Kind. Experten haben herausgefunden, dass es keine andere deutsche Stadt mit einer derart lebendigen Volksliedszene gibt und dass weltweit keine Stadt so oft besungen wird wie Köln. Hinzu kommt, dass zunehmend kölsche Leedcher in den bundesweiten Charts der deutschen Schlager auftauchen. Und die Hymne auf Köln "Viva Colonia" der Höhner wird nicht nur beim FC (1. FC Köln) im Kölner Stadion und bei den Kölner Haien in der Kölnarena gespielt, sondern ist mittlerweile in ganz Deutschland und darüberhinaus bekannt, ebenso wie das Motto-Lied der Höhner anläßlich der Handball-WM 2007 in Köln ("Wenn nicht jetzt, wann dann?") und etliche andere kölsche Leedcher. Und viele der Gruppen treten inzwischen mit viel Erfolg auch außerhalb der Karnevals-Session und  über Köln hinaus auch andernorts auf - von Berlin bis Mallorca - und vermitteln dort kölsche Lebensart. Von den Höhnern stammt auch die Hymne des 1. FC Köln "Mer stonn zo Dir FC Kölle".

Die besten und beliebsten Leedcher * und die Besetzung des Kölschen Kleeblatts
  * nach subjektiver Auswahl des Autors in (fast) historischer Reihung
Stand: 02.2017

Bläck Fööss


http://www.blaeckfoeoess.de/

G = Gründungsmitglieder 1970 >
Drink doch eine met - Mer losse d'r Dom en Kölle - En unserem Veedel - Et Spanien-Leed - Ming eetste Fründin - Ich han 'nen Deckel - Kölsche Bröck - Mir drinken us einer Fläsch - Kölle du uns Stadt am Rhing - Mer losse d'r Dom en Kölle - Buuredanz - Kölsche Bröck - De Mama kritt schon widder e Kind - Kölle du uns Stadt am Rhing - Es gibt ein Leben nach dem Tod - Unsere Stammbaum - Blos mer jet & Bums Kapell - Rut & Wiess - He deit et wih... - Alles für die Liebe - Kölner Leechter

aktuelle Besetzung: Mirko Bäumer (Frontsänger ab 2017), Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath (G), Hartmut Reinhold Priess (G),  Ernst „Erry“ Josef Stoklosa (G),  Ralph „Gus“ Gusovius (seit 1994), Andreas Wegener (seit 2005) und Pit Hupperten (ab 04.2017)

Frühere Bandmitglieder: langjähriger Frontsänger Tommy Engel (G) (1970 - 1994), Franz Peter Schütten (G) (1970 - 31.03.2017),  Dieter „Joko“ Jaenisch (G) (1970 – 1974 + 1977 – 1980, † 1998), Rolf Lammers (1974 - 1977), Willy Schnitzler (1980 - 2005) und langjähriger Frontsänger Karl Friedrich „Kafi“ Biermann (1995 - 2016)


Höhner


http:// www.hoehner.com

G = Gründungsmitglieder 1972 >
Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädche  - Ich ben ne Räuber - Dat Hätz vun dr Welt -  Echte Fründe - Die Karawane zieht weiter - Mer ston zo dir FC Kölle - Dicke Mädchen haben schöne Namen - Viva Colonia - Wenn nicht jetzt, wann dann? - Ävver et Hätz bliev he in Kölle

aktuelle Besetzung: Henning Krautmacher (Frontsänger) (seit 1986), Hannes Schöner (seit 1990), Jens Streifling (seit 2003), John Parsons (seit 2007), Wolf Simon (seit 2015) und Micki Schläger (seit 2015)

Frühere Bandmitglieder: Janus Fröhlich (G) (1972 – 2015), Peter Werner (G) (1972 – 2015), Walter Pelzer (G) (1972 - 1978), Rolf Lessenich (G) (1972 - 1977), Peter Horn (1977 – 1986), Franz-Martin Willizil (1978 – 1999), Günter Steinig (1979 – 1990), Pete Bauchwitz (1998 – 2003) und Ralf Rudnik (2000  - 2007)


Paveier

http://www.paveier.de/

G = Gründungsmitglieder 1983 >

Mer han de Musik bestellt - Buenos Dias Matthias - Beinah hät ich se jebützt - Mer han de Musik bestellt - Mir sin Kölsche us Kölle am Rhing - Schön is das Leben - Heimat es - Du häst et schönste Jeseech vun Kölle

aktuelle Besetzung: Hans-Ludwig „Bubi“ Brühl (G), Klaus Lückerath (G), Detlef Vorholt (G), Johannes Gokus (seit 2003), Sven Welter (seit 2010) und Markus Steinseifer (seit 2014)

Frühere Bandmitglieder: Bodo Schulz (G) (1983 – 2014) und langjähriger Hauptsänger Micky Brühl (G) (1983 - 2012)


De Räuber

http://de-raeuber.de/

G = Gründungsmitglieder 1991 >

Wenn et Trömmelche jeit - Und sie war nicht viel älter als 18 Jahr - Sulang die Botz noch hält - Was wärn die Männer ohne Weiber - Wunderbar (Der Hochzeitswalzer) - Dat is Heimat - Eijentlich - Wenn ich träume in der Nacht

aktuelle Besetzung: Karl-Heinz Brand (G) (früher Hauptsänger), Torben Klein (Hauptsänger, seit 2012), Kurt Feller (G), Wolfgang Bachem (seit 2001), Andreas „Schrader“ Dorn (seit 2015)  und Jürgen „Geppi“ Gebhard (seit 2015)

Früheres Bandmitglied: Nobby Campmann (G) (1991 - 2007, † 2007)



Musikszene Köln/Bläckfööss
Musikszene Köln/Bläckfööss
Freigabe Urheber: Joeopitz aus der deutschsprachigen Wikipedia
Bläck Fööss


*
Musikszene Köln/De Höhner


„De Höhner“ auf der politischen Demonstration „Köln stellt sich quer“ gegen die rechtsgerichteten Partei „Pro Köln“ vor dem Gürzenich in Köln. „Köln stellt sich quer“ ist ein 2008 gegründetes breites gesellschaftliches Bündnis gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.
De Höhner

Paveier
                                                                                   
Einige Bands  sind auch sozial engagiert, wie z. B.  Bläck Fööss und Höhner, die zusammen mit BAP und vielen anderen Künstlern der Kölner Kunst- und Musikszene auch am legendären "Arsch-huh-Konzert" gegen Rassenhass am 09.11.1992 mit 100 000 Teilnehmern am Chlodwigplatz beteiligt waren, oder wie die Höhner als Sonderbotschafter der Unicef und die Bläck Fööss mit ihren vielen Auftritten in Kindergärten und Schulen, wo sie sich für die Pflege der kölschen Mundart einsetzen. Weitere Informationen über die Homepages der Bands.

Der Künstlerzusammenschluss "Arsch huh, Zäng ussenander!" engagiert sich seit 1992 gegen Rassenhass und Neonazis. Fast alle Kölner Musikgruppen und viele andere Künstler
der Kölner Kunst- und Musikszene haben nach dem legionären Arsch-huh-Tag 1992 auch am 20. Jahrestag dieser Veranstaltung am 09.11.2012 auf der Deutzer Werft (in Köln-Deutz) mit ca. 80 000 Besuchern teilgenommen. Am 10. Jahrestag des rechtsradikalen Nagelbomben-Attentats in der türkisch geprägten Keupstraße in Köln-Mülheim unterstützte "Arsch huh" auch die zweitägige Veranstaltung „Birlikte - Zusammenstehenund veranstaltete am 09.06.2014 eine große Kundgebung auf einem Gelände in der Schanzenstraße in Köln-Mülheim unweit der Keupstraße, bei der neben vielen überregionalen Prominenten und Künstlern wiederum fast alle Künstler der Kölner Kunst- und Musikszene auftraten.
Musikszene Köln/Veranstaltung Berlikte

1.4 Weitere Elemente der Kölner Musik-Szene
Die ehedem seit 1990 jährlich in der Kölner Messe stattfindende Messe "Popkomm" hatte sich dort zur weltweit größten Musik-Messe entwickelt, ist dann aber 2003 nach Berlin (und damit später in die Bedeutungslosigkeit) umgezogen. Im Umfeld der Kölner Popkomm wurde jährlich an einem August-Wochenende das ebenfalls weltweit größte Rockfest - das "Ringfest" - veranstaltet, das auch nach dem Wegzug der Popkomm zunächst weitergeführt worden war. Nach 13 Jahren Ringfest musste dieses Musikereignis aber 2006 wegen finanzieller Probleme erstmalig abgesagt werden. Ein späterer Neuanfang mit anderer Konzeption wurde seinerzeit erwogen, ist aber nicht zustande gekommen..
 
Ringfest - das hieß seit 1993 über viele Jahre 3 km für den Verkehr gesperrte Kölner Ringstraße inkl. Neumarkt und Media-Park, bis zu zehn Live- Bühnen, rund 200 Bands, 3 Tage Live-Musik und Straßenfest mit einem breitem Musikangebot für vielerlei Geschmäcker sowie 2 bis 2,5 Mio. Zuschauer ... und in den Nächten ging's weiter mit unzähligen Konzerten in den Kölner Rock-Clubs (2002 waren es 450 Bands aus 27 Ländern in 30 Clubs). Weil das Fest inzwischen aber wohl etwas zu groß und zu beliebig geworden war, wurde Ende August 2005 eine etwas kleinere und dafür musikalisch konzentriertere Version durchgeführt. Dieses Fest war dann hernach das vorerst letzte Ringfest.

Der Wegzug der zuletzt kriselnden und auf eine Nabelschau der großen Plattenfirmen reduzierten Popkomm (der es, wie man hörte, angesichs der Probleme in der Musikindustrie später auch in Berlin schlecht ging und die 2009 erstmalig abgesagt wurde und inzwischen im Rahmen Berliner Musikveranstaltungen - aktuell Teil der Berlin Music Week - weitergeführt wird) scheint sich letztendlich für Köln als Glücksfall zu erweisen. Denn mit der Krise des Popstandorts Köln nach dem Wegzug der Popkomm war Platz geworden für die weiterhin sehr rührige Kölner freie Musik-Szene. So fand erstmals im August 2004 das neue Festival der elektronischen Popkultur "Cologne on Pop (c/o pop)"  statt - ein (Zitat) "urbanes Festival für elektronische Musik, Pop- und Clubkultur"- . Später wurde erörtert, die "c/o pop" nach dem möglichen Aus der Popkomm zum größten und wichtigsten Treffen der Musikwirtschaft in Deutschland aufzubauen. Vom 19. - 23.06.2013 fand  schon die 10. Ausgabe statt.. Allerdings dürften derzeit vergleichbare Rock-Feste in Berlin und Hamburg an der Kölner Veranstaltung etwas vorbeigezogen sein. Dennoch! Die Infrastruktur für Pop-Musik war und ist weiterhin in Köln gut. So wird in ca. 50 Spielorten regelmäßig gespielt. Vielleicht ist es kein Zufall, dass die Popkomm in Köln gut, in Berlin aber nicht funktioniert hat. Insgesamt scheint die Konsolidierung der einstens grandiosen Kölner Pop-Szene der 90-iger Jahre nach dem Wegzug der Popkomm mittlerweile erfolgreich zu werden. Nächster Termin:  14. c/o pop-Festival 16. - 20.08.2017 mit internationalen Stars und Nachwuchsgruppen auf Kölner Bühnen

Zur Kölner Musik-Szene gehört seit seit vielen Jahren - seit 1986 - die im Juli stattfindende Summerjam am Fühlinger See, Europas größtes Reggae-Festival, mit den bekanntesten Bands und Solokünstlern dieser Szene. Im Juli 2015 gab es die 30. Ausgabe dieser Veranstaltung. Nächster Termin: 30.06. - 02.07.2017.

Ein aktueller Weltstar der Reggea-Szene ist der Kölner Tilmann Otto alis Gentleman (geboren in Osnabrück, aufgewachsen in Köln-Brück).

Zur Kölner Jazz-Szene ein Zitat der Offenen Jazzhaus Schule Köln e. V: "Mit innovativen Arbeitsansätzen etablierte sich 1980 die Offene Jazz Haus Schule als freies Zentrum für Improvisierte und Populäre Musik Köln – initiiert von Musikern aus dem Kreis der Initiative Kölner Jazz Haus e.V. Seit über 30 Jahren geht von den Aktivitäten dieser Musikerinitiative in den Bereichen Präsentation [Konzertsaal – Kölner Stadtgarten], Produktion [Label »Jazz Haus Musik«], Vermittlung von Musik [Offene Jazz Haus Schule] landes- und bundesweite Signalwirkung aus."

Köln ist auch ein Musical-Standort mit dem im Oktober 1996 eröffneten "Musical Dome" am Hauptbahnhof (Breslauer Platz). Dieses sog. "blaue Zelt" wurde von 2012 bis 2015 als Ausweichquartier für die Kölner Oper während deren Renovierung genutzt. Die erfolgreichste Musical-Produktion in Köln war das Queen-Musical „We will rock you“ in 2008 mit zwei Millionen Zuschauern. Neben Musicals werden im Musical Dome auch Shows internationaler Entertainer und Solo-Auftritte veranstaltet. Als neuer Muical-Standort ist das sog. Staatenhaus am Rand des rechtsrheinischen Rheinparks in Vorbereitung. Das Staatenhaus wird seit Herbst 2015 jedoch als neues Ausweichquartier für die Oper Köln benutzt, so dass sich die Verlagerung des Musical-Standortes dorthin verzögert. Damit bleibt das "blaue Zelt", das schon vor vielen Jahren abgebaut werden sollte, weil es architektonisch nicht unbedingt in die Umgebung des Doms passt und weil das Gebiet nördlich des Hauptbahnhofs neu gestaltet werden soll, erneut länger als ursprünglich geplant in Betrieb.

Mit der Kölner Musik-Szene eng verbunden waren der einstens in Köln gegründete und hier ansässige Musik-TV-Sender Viva (der inzwischen längst nach Berlin verzogen ist) und der ebenfalls hier mit seiner Deutschland-Zentrale in Köln angesiedelte große Musikkonzern EMI, eine der größten Plattenfirmen Europas, der jedoch 2011 zum größten Teil verkauft worden ist  und sich in Auflösung befindet.

Jedes Jahr treten treten zahlreiche deutsche und internationale Stars der Unterhaltungs-Musik-Szene in Köln auf. Die meisten Veranstaltungen dieses Genre finden in der riesigen Kölnarena in Köln-Deutz statt. Daneben werden populäre Musik-Veranstaltungen am Tanzbrunnen im rechtsrheinischen Rheinpark, in der Kölner Philharmonie, in der großen Veranstaltungshalle E-Werk in Köln-Mülheim, gelegentlich im Rhein-Energie-Stadion in Köln-Müngersdorf und in kleineren Hallen (wie seit 1990 in der Live Music Hall in Köln-Ehrenfeld) sowie in den vielen Kölner Clubs  veranstaltet.

Große  Kölner Musikereignisse waren die von 1998 bis vorerst 2003 jeweils im Dezember in der riesigen Kölnarena aufgeführten - eigens für solche große Bühnen und Hallen inszenierten und produzierten - großen Opern-Aufführungen statt. Aufgeführt wurden die klassischen Opern

     "Aida" von Verdi (1998) 
     "Carmen" von Bizet (1999)
     "Nabucco" von Verdi (2000)
      "La Boheme" von Puccini (2001)
     "La Traviata" von Verdi (2002)
     Monumental-Oper "Carmina Burana"
von Orff (2003).

Danach wurde diese Serie zunächst unterbrochen. Ende 2006 gab es aber wieder mal eine Monumental-Oper mit erneut Verdis "Aida". Im Dez.  2007 wurde diese neue Serie mit Verdis "Nabucco" fortgesetzt.

Bei der Beschreibung der Kölner Musikszene ist noch zu erwähnen, dass



  2. Kölner Bühnen 

2.1 Städtische Bühnen/Oper Köln und Schauspiel Köln

Zu den städtischen Bühnen Köln gehören das Opernhaus (mit 1348 Plätzen eines der größeren Opernhäuser Deutschlands), das Schauspielhaus (830 Plätze im Großen Haus, zuzüglich kleinere Bühnen) und (künftig mit eigenem Gebäude) die Kinderoper (Standort: am Offenbachplatz in Nähe Neumarkt) .

Das alte prächtige Kölner Operhaus am Habsburger Ring war durch einen Bombentreffer im August 1943 zerstört worden und wurde 1958 abgebrochen. Heute wird manchmal bedauert, dass die alte Oper nicht wiederaufgebaut worden ist. Für den Neubau wurde ein zentrales Grundstück in der Innenstadt ausgewählt. Die Baupläne für die neue Kölner Oper stammen vom Architekten Wilhelm Riphahn. Grundsteinlegung: 04.06.1955. Die neue Oper Köln wurde am 08.05.1957 in Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers und ehemligen Oberbürgermeisters von Köln, Konrad Adenauer, als Großes Haus für die Oper eingeweiht. Auf der Seite des Haupteingangs zum Opernhaus wurde der Offenbachplatz (benannt nach dem in Köln geborenen Komponisten Jacques Offenbach) neu angelegt. Das Gebäude wurde bei der Eröffnung von einem Großteil  der Presse als „schönster Theaterbau“ Deutschlands gerühmt; es gab aber auch kritiche Stimmen (insbs. zur Akustik). Eine Besonderheit der Architektur sind die Balkone anstelle der üblichen umlaufenden Ränge. 1962 wurde unmittelbar neben dem Opernhaus das ebenfalls von Wilhelm Riphahn entworfene neue Schauspielhaus fertiggestellt.

Die Kölner Bühnenszene ist eine der vielfältigsten in Deutschland, wobei allerdings zumindest die städtischen Bühnen mit Oper Köln und Schauspiel Köln nach Meinung mancher Kritiker in zwei zurückliegenden Jahrzehnten (1990-iger und 2000-iger Jahre) anders als die vorgenannte Musik-Szene ihren ehedem führenden Platz in der bundesdeutschen Spitze (mit herausragenden Persönlichkeiten wie z. B. die Intendanten Jürgen Flimm und Michael Hampe) verloren hatten ... übrigens eine merkwürdige zeitliche Parallele zum ebenfalls ab Anfang der 1990-iger Jahre von seiner vormaligen Spitzenpostion abgeruschte 1. FC Köln. Dieser künstlerische Qualitätsrückgang der Bühnen lag zum großen Teil wohl daran, dass der Kulturetat der Stadt stark gekürzt worden war. Danach haben Oper und Schauspiel jedoch künstlerisch enorm aufgeholt. Das Schauspiel Köln hatte nach Meinung der Kritiker seit um 2008 wieder einen Spitzenplatz erreicht; und die Oper Köln wurde seit 2009 "wieder international gefeiert" (Zitat: Süddeutsche Zeitung/25.07.2012). Auch das Gürzenich-Orchester hat unter Markus Stenz einen enormen Aufschwung erlebt und Preise und Ansehen gewonnen.

Mit dem damalen Spitzenquartett mit Peter Raddatz (bis August 2009 geschaftsführender Intendant), Dr. Christopf Damman (2008 ausgeschiedener Opern-Intendant) und Marc Günther (Mitte 2007 ausgeschiedener Schauspiel-Intendant, oftmals wohl überwiegend zu unrecht von der Kölner Presse hart kritisiert) sowie dem hochangesehenen Generalmusikdirektor Markus Stenz (zugleich Kapellmeister des Gürzenich-Orchesters, also des Kölner Opern-Orchesters) ging es in den frühen Jahren des vorigen Jahrzehnts zumindest bezüglich der Auslastung der Häuser, aber auch mit der überregionalen Wahrnehmung wieder aufwärts. Das erklärte Ziel, die künstlerische Qualität der städtischen Bühnen auf früheres Niveau anzuheben und wieder Spitzenplätze zu erreichen, führte zu personellen Veränderungen bezüglich der beiden Intendanzen: Neue Schauspiel-Intendantin wurde ab der Spielzeit 2007/2008 Karin Beier (* 14.12.1965 in Köln). Der gebürtige Kölner Uwe Eric Laufenberg (* 11.12.1960 in Köln) wurde  ab der Spielzeit 2009/2010 neuer Opern-Intendant. Die Geschäftsführung oblag nun Patrick Wasserbauer.  Diese Personalien führten tatsächlich zu einem enormen künstlerischen Aufschwung.

Das Schauspiel Köln wurde bereits in den ersten beiden Jahren der neuen Intendanz jeweils zum besten Schauspiel in NRW gekürt. Karin Beier erhielt im Nov. 2009 für die Inszenierung "Das goldenen Vlies" den renommierten Theaterpreis FAUST in der Kategorie "Beste Regie". 2010 war das Schauspiel Köln als einziges Theater beim renommierten Theatertreffen Berlin dreimal vertreten und war für die Spielzeit 2009/2010 auch überregional bestens platziert. 2010 lag das Schauspiel Köln in allen Kritikerumfragen an der Spitze der deutschsprachigen Bühnen. 2010 und auch wieder 2011 wurde es von den Kritikern eines maßgeblichen Fachmagazins zum "Theater des Jahres" ernannt.  

Auch in der Oper ging es steil bergauf. Unter dem neue Opern-Indendant Uwe Eric Laufenberg ist die Auslastung des Hauses weiter gestiegen. Spätestens seit 2010 ist die Oper Köln auch künstlerisch wieder in der ersten Liga angekommen (Zitate Online-Musikmagazin: "Die Oper Köln meldet sich mit einer zwar nicht spektakulären, aber doch sehr ordentlichen Elektra zurück in der Liga der ersten Häuser." und  "Die Kölner Oper findet in der Zentrale des untergegangenen Gerling-Konzerns einen großartigen Ort, um Monteverdis L'Incoronatione di Poppea glanzvoll aufzuführen."). Opernkritiker benannten die Oper Köln zum besten NRW-Opernhaus der Spielzeit 2010/2011, und dass, obwohl schon in dieser Spielzeit wegen der bevorstehenden Renovierung an verschiedenen Orten gespielt werden musste. In der traditionellen Umfrage der renommierten Zeitschrift „Opernwelt“ zur Saison 2011/2012 unter 50 internationalen Kritikern wurde die Kölner Oper zum „Opernhaus des Jahres“ gekürt. Eine wichtige räumliche Änderung war womöglich auch dem neuen - inzwischen vormaligen - Opern-Indendanten Laufenberg zuzuschreiben. Durch Verlegung der Kinderoper an einen anderen Ort erstrahlte seit Herbst 2009 endlich das großartige Foyer im 1. Obergeschoss des Opernhaueses wieder in seinem alten Glanz.

Eine besondere Ehre erhielt die Kölner Oper zusammen mit dem Gürzenich-Orchester im Sept. 2010. Im Rahmen der Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai (China) präsentierte die Kölner Oper als kulturellen Höhepunkt des deutschen Pavillons im Shanghai Grand Theatre das mächtige Wagnerwerk "Der Ring des Nibelungen" (zweimal als geschlossenen Zyklus mit den 4 Teilen "Das Rheingold", "Die Walküre", "Siegfried" und "Götterdämmerung") in der Inszenierung von Robert Carsen unter musikalischer Leitung von Markus Stenz. Darüberhinaus wurde auf dieser Reise danach noch "Don Giovanni" in einer Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg in Peking aufgeführt. Nach dem großen Erfolg dieses Gastpiels in China folgte 2014 eine weitere Asien-Gastspielreise des Kölner Gürzenich-Orchesters unter Leitung von Markus Stenz mit folgenden Konzertterminen: 15.02.2014 in Seoul (Süd-Korea) sowie 18.02.2014 in Hongkong, 20. und 21.02.2014 in Shanghai und 23.02.2014 in Peking (China).

Leider ist Mitte 2012 diese neue künstlerische Spitzenstellung in Gefahr geraten! Die Schauspiel-Intendantin Karin Baier kündigte ihren Weggang an und verließ auf eigenen Wunsch Köln im August 2013 nach Hamburg (Nachfolger ist Stefan Bachmann). Insgesamt kann in der 2013 beendeten Intendanz von Karin Beier unter anderem auf neun Einladungen zum Theatertreffen in Berlin und auf zwei Jahre in Folge die Wahl zum „Theater des Jahres“ zurückgeblickt werden. Der Opern-Intendanten Uwe Eric Laufenberg erhielt nach einem von beiden Seiten unsäglich geführten Streit zwischen Stadt-Spitze/Stadtrats-Mehrheit (SPD/Grüne) und dem Intendanten um den Opern-Etat  im Juni 2012 die fristlose Kündigung. Ab der Spielzeit 2012/2013 hat Birgit Meyer, vorher Operndirektorin und Chefdramaturgin, die Intendanz übernommen. Der Generalmusikdirektor Markus Stenz hat Köln im August 2014 verlassen - und dies ist für viele der größte Verlust -, wobei Herr Stenz ausdrücklich betonte, dies habe nichts mit der Enwicklung um die Intendanz der Oper zu tun. Dass auch Herr Wasserbauer zwischenzeitlich wegstrebte, sei am Rande erwähnt. Für die Freunde von Oper und Schauspiel half nun nur noch § 3 des Kölner Grundgesetzes  "Et hät noch immer jot jejange". Für die Oper sah es nach den ersten Teiletappen mit Birgit Meyer ganz hoffnungsvoll aus. Und auch die Funktion des Generalmusikdirektors und Chef-Dirigents des Gürzenich-Orchesters wird nach Meinung der Fachleute ab Saison 2015/2016 mit Francois-Xavier Roth sehr gut neu besetzt.

Aber: In der traditionellen Umfrage der renommierten Zeitschrift „Opernwelt“ kam die Oper Köln - anders als zur Saison 2011/2012 - für 2013/2014 nicht vor.
Ein Warnzeichen? Inzwischen muss festgestellt werden, dass das ab um 2010 neu  errungene überregionale künstlerische Ansehen der Kölner Oper kaum mehr erkennbar ist, was allerdings zumindest teilweise mit der 2012 begonnenen Sanierungssphase zusammenhängen dürfte. Das Schauspiel Köln hat an seinem Ausweichquartier zwar gute Besucherzahlen und auch die Oper wird an ihrem Ausweichquartier durchaus angenommen, aber die vormalige überregionale Wahrnehmung ist derzeit kaum zu erkennen. Nachdem die für 2015 geplante Neueröffnung von Oper- und Schauspiel-Haus geplatzt ist und sich bis mindestens 2019 verschiebt, dürfte während dieser Übergangsphase kaum der vormalige Glanz zurückholbar sein.

Einige herauszuhebende Aufführungen in Opern- und Schauspielhaus der letzten Jahre (davon durchaus auch einige in der vorgenannten Abwärtsphase (1990-iger und 2000-iger Jahre)  waren - aus individueller Sicht des Autors -

Oper
  • Richard Wagners Opernzyklus "Der Ring des Nibelungen" in der inzwischen von manchen schon als legendär bezeichneten Kölner Inszenierung von Robert  Carsen (Premieren der 4 Teile zwischen 2000 und 2003), der im Oktober  2004  zweimal (und das nicht zum letzten Mal) als kompletter Zyklus hintereinander aufgeführt worden ist
  • 2002 Verdis Oper "Don Carlo" (Inszenierung Torsten Fischer)
  • 2003 Rossinis Oper "La Cenerentola (Inszenierung Torsten Fischer)
  • 2004 Händels Barock-Oper "Xerxes" (Inszenierung Michael Hampe), Richard Strauß Oper "Salome" mit umjubelter Premiere am 16.09.04 (Inszenierung Katharina Thalbach) und  Puccinis  Oper "Turandot" mit überwiegend sehr positiv aufgenommener Premiere am 25.11.04 (Inszenierung Günter  Krämer)
  • 2006 Glanerts Oper "Caligula" (in der sehr positiv aufgenommenen Inszenierung von Christian Pade)  und Richard Wagners "Lohengrin " mit  unterschiedlicher Resonanz  (Inszenierung Klaus Maria Brandauer)
  • 2008 Puccinis Oper "Madame Butterfly" (in der zumeist sehr gelobten Inszenierung von Klaus P. Kinmonth)
  • 2009 Camille Saint-Saens Oper "Samson und Dalila" (in der im Vorfeld sehr umstrittenen, dann aber bejubelten Inszenierung von Tilman Knabe)
  • 2009 zum Beginn der neuen Opern-Intendanz (Laufenberg) Wagners "Meistersinger" in einer überwiegend als gelungen kommentierten Inszenierung des neuen Intendanten Uwe Eric Laufenberg
  • 2010 Claudio Monteverdis Barock-Oper "Die Krönung der Poppea" mit einer vom Publikum und der Kritik gleichermaßen hochgelobten und umjubelten Inszenierung von Dietrich Hilsdorf (Premiere 16.10.10), gespielt in der für diese Oper und dieses Thema geradezu idealen Ausweichspielstätte Gerling-Quartier,  und Richard Strauß Tragödie "Elektra" mit einer hochgelobten Inszenierung von Gabriele Rech (Premiere  17.10.10)
  • 2011 Giuseppe Verdis berühmte Oper "Aida" in einer mit großer Begeisterung aufgenommenen Inszenierung von Johannes Erath (Premiere 15.01.11)
Der 2014 ausgeschiede Generalmusikdirektor Markus Stenz hob von den vielen Sternstunden seiner langen Kölner Zeit (2003 bis 2014) den Carsten-Ring (Der Ring der Nibelungen), die Meistersinger und die Thalbach-Salome heraus (= zitiert aus Interview im Kölner Stadtanzeiger/Juni 2014).

Schauspiel

  • 2002 Shakespeares Tragödie "Othello" (Regie Ola Mafaalani)
  • 2004  Schillers Drama "Don Carlos" (Regie Marc Günther) und  Schillers Trauerspiel "Kabale und Liebe " (Regie Michael Talke)
  • 2006 Jean Paul Sartres Drama "Die schmutzigen Hände" (Regie Albrecht Hirche)
  • 2007 Friedrich Hebbels "Nibelungen", eine hochgelobte Aufführung in Regie der neuen Schauspiel-Intendantin Karin Beier
  • 2008 Franz Grillparzers "Das goldene Vlies" (Regie Karin Beier)
Sanierungsphase ab Mitte 2012 bis vorauss. ??

Mitte 2012 begann die Ausführung eines großes Projekts in Köln: die Komplett-Sanierung der städtischen Bühnen (Opernhaus und Schauspielhaus).

Das denkmalgeschützte Opernhaus sollte ursprünglich von September 2010 bis September 2014 umfassend saniert werden. Nach langen Debatten um das gesamte Projekt der Bühnensanierung begann gemäß neuem Terminplan die Renovierung Mitte 2012 (nach Ende der Saison 2011/2012) und sollte bis Mitte 2015 (zur Saison 2015/2016) fertiggestellt sein. Für
das Schauspielhaus war lange Zeit ein Abriss und Neubau geplant und beschlossen. Nach einem Ratsbeschluss am 13.04.2010 wird dieser Neubau nun doch nicht durchgeführt, sondern stattdessen wird das Haus ebenfalls saniert. Die Sanierung des Schauspielhauses sollte gemäß dem neuenTerminplan ebenfalls bis Mitte 2015 erfolgen. 

Aufgrund dieser neuen Beschlusslage und der anschließenden Bauplanung sollte also die Sanierung beider Häuser und ein Neubau für u. a. die Kinderoper (das sog. neue "Kleine Haus") bis zur Spielzeit 2015/2016 abgeschlossen sein. Fest geplanter Eröffnungstermin für Opern- und Schauspielhaus: 07.11.2015. Die Kataloge für die Eröffnungssaison waren bereits gedruckt! Dann kam Ende Juli 2015 leider eine Horrormeldung: Der Termin ist geplatzt! Die Wiedereröffnung von Opernhaus und Schauspielhaus verschieben sich um mindestens 2 Jahre *. Für viele - auch für den Autor mit eigener Projekterfahrung, der schon Mitte 2014 nach einer Baustellen-Führung der Meinung war "Das kann niemals in einem Jahr fertig sein!" - war diese Horrormeldung nicht überraschend. Wieso für die Verantwortlichen?

Was aus der ursprünglich mit der Bühnensanierung geplanten städtebaulichen Umgestaltung des Opern-Quartiers und dessen Einbindung in die Stadtlandschaft wird, ist derzeit unklar. Dieses neugestaltete Karree sollte eingebunden werden in ein geplantes großes Kölner Kultur-Karree. Zumindest wurde entschieden, dass die Straßen um den riesigen Umbaukomplex und der Offenbachplatz ebenfalls saniert werden. Diese Arbeiten sind größtenteils abgeschlossen (Stand: 12.2016).

Weitere Infos zu den Städtischen Bühnen Köln sind auf deren Internet-Seite zu finden. 
Hinweise für die Renovierungsphase:
Während der Sanierungsphase ab Mitte 2012 müssen Oper und Schauspiel Ersatzspielorte nutzen. Diese Planungen mussten an die neue Termin-Situation angepasst werden. In der Spielzeiten 2010/2011 und 2011/2012 wurden von der Oper Köln bespielt: noch das Opernhaus - allerdings eingeschränkt - sowie die Ersatzspielstätten Palladium, Gerling-Quartier (Casino), Aula der Uni, Trinitatiskirche, Staatenhaus am Rheinpark und Philharmonie (konzertante Aufführungen). Ab 2012 benutzte die Oper nach einem neuen Ratsbeschluss zeitweise das sog. "Blaue Zelt" als "Oper am Dom" - ein durchaus attraktiver Spielort - (= vorher Musical-Standort, geplanter künftiger Musical-Standort: Staatenhaus in Köln-Deutz am Rheinpark), daneben weiterhin Palladium (bis Ende 2013), Oberlandesgericht und Trintatiskirche. Das Schauspiel bespielte zunächst noch weiterhin das Schauspielhaus und zog in der Saison 2012/2013 übergangsweise in die Halle "Expo XXI" in der nördlichen Kölner Innenstadt. Ab Saison 2013/2014 wird stattdessen bis zur Fertigstellung des Umbaus der neue Ausweichort "Depot" in Köln-Mülheim (ehemaliges Carlswerk) bespielt.

*Aufgrund des geplatzten Neueröffnungstermins gilt aktuell folgendes: Oper-Standort ab November 2015 für 2 Jahre (und vermutlich darüberhinaus) ist das sog. "Staatenhaus" in Köln-Deutz (= geplanter neuer Musical-Standort). Schauspiel-Standort bleibt übergangsweise weiterhin das "Depot" in Köln-Mülheim. Wann Oper- und Schauspiel-Haus nach der Abschluss der Renovierung wieder geöffnet werden, ist noch unklar (frühestens 2019). Der Neubau für u. a. die Kinderoper (das sog. neue "Kleine Haus") auf dem Bühnen-Areal ist weitgehendst fertig und wird vorerst als Zweitspielstätte des Kölner Schauspiels für gelegentliche Theater-Aufführungen genutzt.

Nachtrag zur Umbauplanung:
Ursprünglich war geplant: Umbau/Sanierung des Opernhauses + Neubau des Schauspielhauses. Anfang 2010 war das Neu- und Umbauprojekt jedoch erneut in die Dikussion gekommen, weil eine Bürgerbewegung für den Erhalt und die Sanierung des Schauspielhauses eintrat - nach über 6 Jahren Diskussion und getroffener Entscheidung fiel das denen sehr früh ein! -. Angestoßen hatte diese Diskussion u. a. die Schauspiel-Intendantin Karin Beier mit dem völlig sachfremden Argument, angesichst der damals drohenden Etatkürzungen "sei Inhalt wichtiger als Rahmen", sollte heißen, das im Falle einer Sanierung des Schauspielhauses angeblich einsparbare Geld solle in den Kulturetat geleitet werden. Der Kölner OB hat hierauf völlig zu Recht erklärt, es handele sich bei Investitions-Etat und aktuellem jährlichem Etat (hier Kulturetat) um völlig getrennte Finanztöpfe. Bemerkenswerterweise waren der Opernintendant, der ja auch von etwaigen Kürzungen des Kulturetats betroffen war, und der Bühnen-Direktor vehement für den Neubau, da nur so der nötige Raum (übrigens auch für die Oper) geschaffen werden könne. Sie haben die Etatfrage offenbar anders und richtig beurteilt. Hinzu kam, dass es sich bei Frau Beier um einen merkwürdigen Meinungswechsel handelte, hatte sie sich doch noch im Sept. 2009 "aufgrund erdrückender pragmatischer Gründe" für die Neubaulösung und gegen die Sanierung des alten Hauses ausgesprochen. Bei einem durch das Bürgerbegehren ausgelösten neuen Ratsbeschluss stimmten SPD und FDP für die Weiterführung der bisherigen Pläne (Sanierung Oper, Neubau Schauspiel), eine merkwürdige Allianz aus Grüne, CDU, Linke und Splittergruppen stimmte mit Mehrheit nicht für den Neubau des Schauspielhauses, obwohl die CDU jahrelang vehement für den Neubau eingetreten war. Die Folgen dieses Umdenkens für den Zeitablauf der Umgestaltungen waren unkalkulierbar. Im August 2010 wurde bekannt, dass nach einer neueren Kostenrechnung die nunmehr beschlossene Version "Sanierung beider Häuser" nur geringfügig kostengünstiger wird als die ursprüngliche Version "Sanierung Oper + Neubau Schauspiel". Haben das Bürgerbegehren und deren politischen Unterstützer mit falschen Zahlen operiert?

Nachtrag Ende 2015: Mittlerweile ist die aufgrund vieler Verzögerungen und Baumängeln nicht nur der avisierte Termin 2015 für die Neueröffnung geplatzt, sondern es droht auch eine Kostenexplosion. Damit reiht sich vermutlich die Renovierung der Kölner Bühnen unrühmlich ein in die großen Problem-Bauvorhaben Elbphilharmonie Hamburg, Flughfen Berlin und Bahnhof Stuttgart. Als einer der Hauptgründe für solche Vorfälle wird vielfach das deutsche und das EU-Verfahren bei der Auftragsvergabe genannt. In Köln kam allerdings noch eine völlig unzureichende Projektorganisation mit unklaren wirren Zuständigkeiten hinzu, ein Umstand, der erst nach dem Desaster öffentlich bekannt wurde.



Kölner Bühnen/Kölner Opernhaus Kölner Bühnen/Kölner Opernhaus Kölner Bühnen/Kölner Opernhaus Kölner Bühnen/Kölner Opernhaus
Kölner Opernhaus (Fotos vor dem Beginn des Renovierung)
Kölner Bühnen/Kölner Opernhaus (Oper am Dom) Kölner Bühnen/Kölner Opernhaus (Oper am Dom)

Oper Köln am Dom (Ersatzspielstätte im "Blauen Zelt" am Dom und Hauptbahnhof ab Mitte 2012 bis Mitte 2015)



2.2 Sonstige Bühnen

Köln gilt als Hochburg der
nicht städtischen freien Theater in Deutschland. In Köln gibt es - und das ist bemerkenswert - neben den Städtischen Bühnen mit deren Nebenspielplätzen über 30 private Spielstätten der Theater-Szene Köln wie z. B.
und viele andere. Dass ferner Köln als Zentrum der Kleinkunst (mit dem seit 1991 jährlich stattfindenden "Köln Comedy Festival" mit Kleinkünstlern aus aller Welt) gilt, hängt sicher eng mit den meist fröhlichen Rheinländern, aber auch mit den hier angesiedelten großen Rundfunk-Programmanbietern WDR und RTL zusammen. Bei der 21. Ausgabe des internationalen Comedy Festivals (13. - 29.10.2011) traten bei ca. 120 Veranstaltungen 240 Künstler auf.

In Köln spielen seit  jeher auch Volkstheater und Puppentheater eine wichtige Rolle. Bundesweite Bekanntheit und Beliebtheit hatten durch das Fernsehen die - leider verstorbenen - Volksschauspieler Willy Millowitsch und Trude Herr erhalten. Das Millowitsch-Theater (seit 1936 in dem Gebäude in der Innenstadt an der Aachener Str./Nähe Rudolf-Platz gelegen) wird - der Familientradition entsprechend - von Willys Sohn Peter Millowitsch weitergeführt. Das frühere Theater der Trude Herr in der Kölner Südstadt ist nach deren Tod leider schon lange nicht mehr vorhanden.

Eine besondere Bedeutung für Köln hat die älteste Puppenbühne Deutschlands - das Hänneschen-Theater, die Puppenspiele der Stadt Köln -. Dieses 1802 gegründete und bei Groß und Klein sehr beliebte Puppentheater, mitten in der Kölner Altstadt in Nähe Heumarkt gelegen, feierte im Jahre 2002 sein zweihundertjähriges Jubiläum. Intendantin : Frauke Kemmerling (25 Jahre lang bis November 2012: Heribert Malchers). Wichtigste Figuren der in Knollendorf, einem fiktiven Ort irgendwo bei Köln, spielenden Stücke sind das Hänneschen, dessen Freundin Bärbelchen, Tünnes und Schäl, der Speimanes und der Wirt Mählwurms Pitter. Sehr zu empfehlen: die jährliche Puppensitzung zu Karneval!

Kölner Bühnen/Hänneschen-Theater
Kölner Hänneschen-Theater 
Kölner Bühnen/Hänneschen-Theater
Kölner Hänneschen-Theater
Figuren (von links):
Tünnes, Schäl, Bärbelchen, Hänneschen, Bestemo, Besteva, Speimanes, Mählwurms Pitter (Wirt)
Kölner Denkmäler/Willy Millowitsch
Denkmal Willy Milowitsch (ehemals am Hänneschen-Theater)
Inzwischen ist das Denkmal zum kleinen nach "Willy" benannten Platz wischen Apostelnstraße, Breite Straße und Gertrudenstraße verlegt worden, was viele Kölner bedauern.
* Quelle: Homepage Höhner  

  
Empfehlung des Autors Der Autor empfiehlt als jeweiliges Mitglied (bzw. Unterstützer) die Unterstützung der folgenden gemeinnützigen Vereine durch Mitgliedschaft und/oder Spenden:
    * Freunde des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig (Die Mitglieder unterstützen und fördern diese beiden Museen und haben freien Eintritt in beiden Museen!)
    * Förderverein Romanische Kirchen Köln (Die Mitglieder unterstützen u. a. maßgeblich Renovierungsarbeiten und Ausstattungam des Kichenensembles und erhalten außerdem jährlich das große wertvolle Jahrbuch des Vereins "Colonia Romanica")
    * Zentral-Dombau-Verein zu Köln von 1842 (Die Mitglieder unterstützen u. a. maßgeblich die umfangreichen Renovierungsarbeiten am Dom und erhalten außerdem jährlich das große wertvolle Jahrbuch des Vereins "Kölner Domblatt")
    * G Fortis Colonia - 2000 Jahre befestigtes Köln (mit seinen Arbeitsbereichen Römische Stadtmauer, Mittelalterliche Stadtmauer, Preußische Festungen)
    * G Förderverein Historischer Park Deutz
die sich um  wichtige und bedeutende Kölner Museen, Bauwerke und Denkmäler kümmern, sowie
    * Förderverein Herzzentrum Köln
    * Verein Deutsche Sprache (überregional)
G: tätig im Bereich der Stadtgeschichte

Anmerkungen des Autors
Die Seiten von "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt" sind mit dem einfachen, aber guten und empfehlenswerten Programm KompoZer unter Windows 7/10 erstellt und überarbeitet worden. Beste Ansichteinstellung im Internet-Explorer: unter Ansicht/Zoom 100 %, andere Browser entsprechend. Evtl. können Fehler beim Zeilenumbruch und/oder in Tabellen auftreten, für die sich der Autor ggf. entschuldigt. Fotos zumeist vergrößerbar durch Anklicken.

Der Inhalt der Web-Präsenz "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt" mit allen Rubriken, Themen und Anhängen ist vom Autor mit Allgemein- und Schulwissen sowie aus Erkenntnissen bei zahlreichen Rundgängen, Führungen, Vorträgen und ähnlichen Quellen erkundet und zusammengetragen worden, ohne dass hierfür alle Quellen benannt werden können. Im Einzelfall sind konkrete Zitate und/oder Quellen deklariert. Alle eigene Datenangaben ohne Gewähr! Sollten in Texten oder bei Datenangaben Fehler enthalten sein, bittet der Autor um einen Hinweis unter der Kontaktadresse.
Soweit per Verknüpfung oder Verweis auf andere Web-Auftritte hingewiesen wird, ist und war der Autor von "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt" an deren Erstellung nicht beteiligt und hatte somit auch keinen Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalt. Für solche externe Texte und Abbildungen ist ausschließlich der jeweilige Anbieter/Autor verantwortlich. Im Zweifelsfall distanziert sich der Autor von "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt" von den Inhalten.
Fotos: Die Mehrzahl der Fotos sind vom Autor selbst erstellt worden. © dieser eigenen Fotos beim Autor! Eine nichtkommerzielle Weiterverwendung ist unter Nennung des Autors GL_Koeln mit hinterlegter Adresse www.koeln--geschichte-kultur-sport.com zulässig. Im Einzelfall  übernommene fremde Fotos sind als "gemeinfrei" oder mit einem Freigabevermerk des jeweiligen Autors/Urhebers unter dessen Nennung deklariert und sind nach bestem Wissen des Autors auch sonst nicht urheberrechtlich geschützt. Sollten dennoch im Einzelfall Urheberrechte betroffen sein oder die Deklarierung fehlen, wäre dies unbeabsichtigt. In diesem Fall wird um einen Hinweis gebeten.
Tabellen u. dgl.:
© der eigenen Tabellen beim Autor! Nichtkommerzielle Weiterverwendung: Tabellen in den Anhängen
"Stil-Epochen der Malerei" und  "Antike Geschichte" sowie im Anhang "Datensammlung" auf Nachfrage, ansonsten unter Nennung wie bei Fotos.

GL_Köln/05.04.2017

vor



zurück
Startseite

Kölner Geschichte
Kulturmetropole Köln    Sportstadt Köln



Kölninfos
kompakt

Bauwerke
Denkmäler
Museen
Musik-Szene/ Bühnen
Karneval in Köln

Kontakt/
Links
Kölner Dom  Romanische Kirchen Köln



Anhang:



Pro Archäologische Zone

Veto/Sprachsünden